Minister: Türkei nur als Vollmitglied dabei

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Vor kurzem eröffnet: Der Neubau der türkischen Botschaft in Berlin.

Berlin - Der türkische Europaminister Egemen Bagis hat sich in der Frage des EU-Beitritts gegen jede Zwischenlösung ausgesprochen. Für sein Land komme nur eine Vollmitgliedschaft in Frage.

„Die Türkei will Vollmitglied werden und wird sich auf etwas anders nicht einlassen, sagte er am Mittwoch in Berlin am Rande des Besuchs des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Eine „privilegierte Partnerschaft“, wie sie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeboten hat, lehnte Bagis ab. „Das bringt uns zum Lächeln“, sagte er bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer- Stiftung. Die Türkei hat seit 2005 den Status eines Beitrittskandidaten. Die Verhandlungen sind aber in den letzten zwei Jahren nicht vorangekommen.

Bagis betonte, das Land bemühe sich schon seit 1959 um eine Mitgliedschaft. Von Anfang an habe die Annäherung an die EU als Motivation für Reformen gewirkt. „Die heutige Türkei ist nicht mehr die Türkei von damals“, sagte er. Das Land habe heute die am schnellsten wachsende Wirtschaft Europas.

Zur Kritik am Status religiöser Minderheiten in der Türkei sagte Bagis, die Lage sei heute so gut wie nie zuvor. Die Türkei könne auch Vorbild für die Reformen in den arabischen Ländern sein. Für die über 100 000 syrischen Flüchtlinge in seinem Land forderte der Minister mehr Unterstützung der Verbündeten. Es müsse aber auch auf internationaler Ebene, etwa im UN-Sicherheitsrat, mehr getan werden, um die Menschenrechtsverletzungen in Syrien zu stoppen.

dpa

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