Tunesien: Demo für Regierungsrücktritt

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Tunis - Die Bildung einer neuen Übergangsregierung in Tunesien lässt auf sich warten. Zum zweiten Jahrestag der ersten freien Wahlen gehen in Tunis Tausende Menschen auf die Straße. Im Landesinnern liefern sich Terroristen und Sicherheitskräfte tödliche Kämpfe.

Zum zweiten Jahrestag der ersten freien Wahlen in Tunesien haben erneut Tausende Menschen für einen sofortigen Rücktritt der von Islamisten geführten Regierung demonstriert. Die Anhänger verschiedener Oppositionsparteien zogen am Mittwoch über die Avenue Habib Bourguiba im Herzen der Hauptstadt Tunis und skandierten Parolen wie „Haut ab“ oder „Mörder“. Sie fordern seit Monaten die Bildung einer Übergangsregierung aus unabhängigen Experten sowie transparente Neuwahlen.

Islamische Terroristen lieferten sich unterdessen im zentraltunesischen Verwaltungsbezirk Sidi Bouzid Kämpfe mit Sicherheitskräften. Dabei kamen nach Angaben des staatlichen Fernsehens drei Mitglieder der Nationalgarde sowie zwei Terroristen ums Leben.

Auslöser der jüngsten politischen Krise in Tunesien war der Mord an dem Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi Ende Juli. Der moderat islamistischen Ennahda wird von ihren Gegnern eine politische Mitverantwortung an dem von Extremisten verübten Attentat vorgeworfen. Die Ennahda hat bereits eingewilligt, die Regierungsverantwortung im Rahmen eines „Nationalen Dialogs“ abzugeben, um die politische Krise zu beenden. Die Umsetzung der Pläne lässt aber auf sich warten. Konkrete Verhandlungen sollten am Mittwoch beginnen.

Tunesien gilt seit dem Sturz von Langzeitherrscher Zine el Abidine Ben Ali im Januar 2011 als Mutterland des Arabischen Frühlings. Die Entwicklung in dem Mittelmeer-Staat galt lange Zeit als vorbildlich.

dpa

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