BR-Umfrage

Direktwahl-Vergleich: Seehofer klar vor Ude

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Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU, l) und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) prosten sich im September während des Trachten- und Schützenumzugs beim Oktoberfest zu.

München - SPD-Spitzenkandidat Christian Ude ist trotz Einbußen weiter der beliebteste Politiker in Bayern - doch bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten würde Amtsinhaber Horst Seehofer (CSU) siegen.

Das geht aus den Detailergebnissen der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des BR-Magazins „Kontrovers“ hervor.

Könnten die Bayern ihren nächsten Ministerpräsidenten direkt wählen, würde Seehofer demnach klar vor seinem Herausforderer Ude liegen. 51 Prozent würden nach den von Infratest dimap ermittelten Zahlen für Seehofer stimmen, 38 Prozent für Ude. Vor einem Jahr war Seehofers Vorsprung mit 49 zu 43 Prozent noch geringer gewesen.

Ude ist aber weiter der populärste bayerische Politiker. Er erhält auf einer Notenskala von 1 bis 6 eine Bewertung von 2,5, Seehofer liegt hier bei 2,8. Dazwischen rangieren Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU, 2,6) und Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU, 2,7). Seehofer liegt gleichauf mit Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Schlusslichter auf der Skala sind mit jeweils 3,3 FDP-Landeschefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Justizministerin Beate Merk und Kultusminister Ludwig Spaenle (beide CSU) sowie SPD-Landeschef Florian Pronold mit einer Note von lediglich 3,4.

Beim Vergleich des Profils von Seehofer und Ude zeigt sich folgendes Bild: Dem SPD-Mann attestieren die Bayern ein stärkeres Engagement in sozialen Fragen (48 zu 27 Prozent) und eine größere Glaubwürdigkeit (44 zu 33 Prozent). Seehofer habe dagegen eine größere Nähe zur bayerischen Lebensart (63 zu 25 Prozent), eine größere Führungsstärke (60 zu 25 Prozent) und ein besseres Verständnis in Wirtschaftsfragen (50 zu 24 Prozent). Auch in der zusammenfassenden Bewertung, wer die wichtigsten Probleme des Freistaats lösen kann, liegt Seehofer vor Ude (54 zu 26 Prozent). Dabei könne sich Seehofer jeweils stärker von seinem Herausforderer absetzen als noch vor einem Jahr, hieß es in der BR-Mitteilung.

Zwei Drittel der Bayern (67 Prozent) äußern sich zu Beginn des Landtagswahljahrs zufrieden mit der Arbeit des schwarz-gelben Kabinetts - wobei die Werte für beide Regierungspartner leicht rückläufig sind. 58 Prozent (minus 3) sind zufrieden mit der Arbeit der CSU im Freistaat, 14 Prozent (auch minus 3) mit der Arbeit der FDP.

40 Prozent aller Befragten würden eine Rückkehr zu einer CSU-Alleinregierung als gut für Bayern bewerten. Davor liegt mit 42 Prozent nur eine Koalition von CSU und SPD. Das von der SPD angestrebte Dreierbündnis mit Grünen und Freien Wähler halten demnach 30 Prozent für gut für Bayern. 31 Prozent sagen das zu einer möglichen Fortsetzung des schwarz-gelben Regierungsbündnisses. Ein CSU-Bündnis mit den Freien Wählern hielten 39 Prozent für gut. Ein denkbares schwarz-grünes Modell kommt hier auf 37 Prozent. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass die Anhänger der Freien Wähler mit großer Mehrheit (82 Prozent) ein Bündnis mit der CSU unterstützen würden.

Für die Umfrage interviewten die Meinungsforscher von Infratest dimap im Auftrag des BR zwischen dem 3. und 7. Januar 1000 Wahlberechtigte in Bayern.

Mehr zur Landtagswahl in Bayern gibt es hier.

lby

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