57 Prozent: Guttenberg ist kein Schwindler

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Trotz der Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit halten 57 Prozent der Deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nicht für einen Schwindler.

Berlin - Trotz der Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit halten 57 Prozent der Deutschen Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) nicht für einen Schwindler. Doch seine Glaubwürdigkeit ist beschädigt.

Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die “Bild am Sonntag“. Nur 28 Prozent sehen in Karl-Theodor zu Guttenberg demnach einen Schwindler.

Guttenberg: Der “Top Gun”-Minister

Guttenberg: Der "Top Gun"-Minister a.D.

Eine Mehrheit von 52 Prozent hält allerdings die Glaubwürdigkeit des Ministers für beschädigt, 41 Prozent sehen dies nicht so. 47 Prozent sprechen sich der Umfrage zufolge dafür aus, dass Guttenberg seinen Doktortitel zurückgibt. 40 Prozent sind anderer Meinung. Emnid hatte am vergangenen Donnerstag und Freitag dazu 500 Personen befragt.

Opposition fordert Klarheit von Guttenberg

Die Opposition hat den Minister unterdessen aufgefordert, rasch Klarheit in der Plagiatsaffäre zu schaffen. "Guttenberg ist klug genug, um zu wissen, hier ruht die ganze Verantwortung auf ihm selbst“, sagte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier der “Welt am Sonntag“. Linken-Chef Klaus Ernst erklärte, falls Guttenberg tatsächlich einen Teil seiner Doktorarbeit vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestag habe schreiben lassen, sei ein Rücktritt “unausweichlich“.

Laut “Spiegel“ hatte Guttenberg 2004 beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages eine Ausarbeitung zum Gottesbezug in der US-Verfassung in Auftrag gegeben und das Papier fast vollständig in seine Dissertation eingefügt - obwohl Abgeordnete den Dienst nur für mandatsbezogene Arbeit nutzen dürfen. “Wenn das stimmt, ist es Amtsmissbrauch“, erklärte Ernst am Sonntag. “Akademisches Ghostwriting, und dann noch auf Kosten der Steuerzahler, das ist nicht hinnehmbar.“

CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich nannte den Vorwurf lächerlich. In seiner Dissertation verweise Guttenberg auf Seite 373 ausdrücklich darauf, dass er in den folgenden Passagen einen Beitrag des wissenschaftlichen Dienstes verarbeite, den er als Grundlage für eine Rede angefordert habe. Diesen Beitrag dokumentiere Guttenberg sowohl im Literaturverzeichnis als auch in den Fußnoten. Wenn die Opposition jetzt Aktuelle Stunden fordere, müsse man fragen, ob sie ernsthaft der Meinung sei, “dass wir keine anderen Probleme haben“.

dapd/dpa

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