Erkenntnisse der UN-Ermittler

Syrien: Einsatz von Chemiewaffen nachgewiesen

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Syriens Machthaber Assad

Paris - Paris und London sind sich sicher: Syriens Machthaber Assad hat mehrfach Chemiewaffen eingesetzt. Sarin sei mehrfach nachgewiesen worden. Auch ein neuer UN-Bericht unterstützt den Verdacht.

Frankreich und Großbritannien haben nach eigenen Angaben Beweise für den Einsatz des chemischen Kampfstoffs Sarin im syrischen Bürgerkrieg. Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte am Dienstag, es gebe zumindest in einem Fall „keinen Zweifel“ für den Sarin-Einsatz, für den das syrische Regime und seine Verbündeten verantwortlich seien. Das britische Außenministerium teilte wenig später ebenfalls mit, in einem britischen Labor untersuchte Proben aus Syrien hätten Sarin enthalten.

Fabius erklärte, in Frankreich seien mehrere Proben analysiert worden, von denen einige von Reportern der Zeitung „Le Monde“ aus Syrien mitgebracht worden seien. „Wir haben eine vollständige Kette verfolgt, vom Angriff bis zu dem Augenblick, in dem Menschen getötet wurden und der Entnahme der Proben und ihrer Analyse“, sagte Fabius im Fernsehsender France 2. In Anspielung auf die Äußerung von US-Präsident Barack Obama, der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien würde das Überschreiten einer „roten Linie“ bedeuten, sagte Fabius, eine Linie sei überschritten: „Alle Optionen liegen auf dem Tisch“. Dazu gehöre, militärisch zu intervenieren, „wo das Gas produziert und gelagert wird“.

UN-Bericht: "Hinreichende Anhaltspunkte" für vier Chemiewaffen-Einsätze

Das britische Außenministerium sagte nicht, wann und wo seine Proben entnommen worden seien. Der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant sagte, verschiedene chemische Kampfstoffe seien eingesetzt worden, „manchmal einschließlich Sarin, manchmal nicht“.

Auch laut einem UN-Bericht gibt es „hinreichende Anhaltspunkte“ dafür, dass von Mitte Januar bis Mitte Mai in mindestens vier Fällen Chemiewaffen in begrenztem Umfang verwendet wurden. Allerdings sei unklar von wem. Ein eindeutiger Nachweis könne nur von Inspektoren vor Ort in Syrien erbracht werden. Zur Zeit lässt die syrische Regierung keine UN-Inspektoren ins Land.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, erklärte, die Berichte aus Frankreich seien „vollkommen übereinstimmend“ mit den Ergebnissen von US-Untersuchungen. Er betonte aber zugleich, es seien noch mehr Informationen nötig. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon reagierte geschockt auf die neuen Beweise und bezeichnete laut seinem Sprecher den „Katalog an Gräueltaten“ in der Studie für den UN-Menschenrechtsrat als „abscheulich und bestürzend“.

Assad soll über das weltweit viertgrößte Arsenal an Chemiewaffen verfügen

Die Streitkräfte von Staatschef Assad soll über das weltweit viertgrößte Arsenal an Chemiewaffen verfügen, unter anderem über Senf- und Nervengas. Chemische Waffen sind international geächtet, ihre Herstellung und Lagerung laut einer Konvention verboten. Rebellen und Regierung beschuldigen sich gegenseitig, in diesem Jahr mehrfach Giftgas eingesetzt zu haben.

In dem UN-Bericht heißt es dazu: „Es ist auf Basis des vorliegenden Beweismaterials nicht möglich gewesen, den konkreten Kampfstoff, das Abschusssystem oder die Täter festzustellen.“ Zwar gebe es Hinweise darauf, dass Regierungstruppen C-Waffen eingesetzt hätten, doch sei dies für die Rebellen ebenfalls nicht auszuschließen.

AP

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