UN-Kommissar: Flüchtlinge direkt nach Europa bringen

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UN-Flüchtlingskommissar António Guterres hat Europa aufgerufen, Flüchtlinge direkt aus den Lagern und Ländern außerhalb des Kontinents aufzunehmen. Dabei solle nicht nach Religion oder anderen Kriterien unterschieden werden. Foto: Jean-Christophe Bott

Fast eine halbe Million Flüchtlinge riskierte eine Überfahrt zu den griechischen Ostägäisinseln. Die Vereinten Nationen rechnen mit weiteren Flüchtlingen. Sie plädieren für einen neuen Lösungsansatz.

Athen (dpa) - UN-Flüchtlingskommissar António Guterres hat Europa aufgerufen, Flüchtlinge direkt aus den Lagern und Ländern außerhalb des Kontinents aufzunehmen. Dabei sollten die EU-Staaten nicht nach Religion oder anderen Kriterien unterscheiden, sagte Guterres am Montag in Athen.

"Ich kann nicht verstehen, wenn ich die Küste von Lesbos sehe, dass Menschen 1000 Euro für die (gefährliche) Überfahrt zahlen müssen", sagte Guterres. Die direkte Aufnahme sei der beste Weg, um Menschenleben zu schützen.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingskommissariats sind seit Jahresbeginn gut 445 000 Flüchtlinge auf den Inseln der Ostägäis angekommen. Europa müsse damit rechnen, dass noch mehr Menschen aufgenommen und umgesiedelt werden müssten, sagte Guterres "Die Umsiedlung von 160 000 (Menschen aus Italien und Griechenland) wird nicht genug sein." Das Problem könne nicht von einem Staat gelöst werden. "Es ist ein Weltproblem", fügte er hinzu.

Auf einigen Inseln wie Lesbos, Leros, Agathonisi und Symi sind nach Angaben des UN-Flüchtlingskommissariats mehr Flüchtlinge angekommen als es dort Einwohner gibt. Den Rekord hält die Insel Symi. Dort sind seit Jahresbeginn 162 Flüchtlinge und Migranten pro 100 Einwohner angekommen.

Bei seinem Besuch auf der Insel Lesbos und in einem Aufnahmelager in Athen habe er festgestellt, dass die Griechen im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles täten, um den ankommenden Menschen zu helfen. "Ich bin beeindruckt", sagte Guterres. Dies gelte sowohl für die Bürger als auch für die Regierung unter Premier Alexis Tsipras. "Er spricht die gleiche Sprache wie das UN-Flüchtlingswerk."

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