US-Giftbriefe führen zu zweitem Verdächtigen

Tupelo/USA - Nach der Freilassung eines ersten Verdächtigen im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Giftbriefen an US-Präsident Barack Obama hat die Polizei nun einen zweiten Mann ins Visier genommen.

Polizisten in Schutzanzügen durchsuchten am Dienstagabend (Ortszeit) das Haus des Mannes, der kurioserweise im Streit mit dem bisher der Tat verdächtigten Elvis-Presley-Imitator Paul Kevin Curtis liegt. Die Behörden erhoben gegen den neuen Verdächtigten bisher keine Vorwürfe und ließen ihn auf freiem Fuß.

Unklar blieb zunächst, ob die Beamten der US-Bundespolizei FBI in seinem Anwesen im Bundesstaat Mississippi während der stundenlangen Durchsuchung auf Indizien stießen, die den Fall der mutmaßlichen Giftbriefe aufklären helfen könnten. Die Schreiben mit der hochgiftigen Substanz Rizin waren an Obama, einen Senator und einen Richter in Massachusetts geschickt worden.

Im Haus und dem Auto des 45-jährigen Curtis, der seine Unschuld in dem Fall wiederholt beteuerte, hatten Beamte keine Spuren von Rizin entdeckt. Die Vorwürfe gegen ihn zogen die Ermittlungsbehörden am Dienstag ohne weitere Erklärung zurück. Curtis zeigte sich nach seiner Freilassung weiter völlig fassungslos: „Ich dachte, die Ermittler fragten mich nach 'Reis'. Und ich sagte ihnen, ich esse doch gar keinen Reis.“

Auch der jetzt Verdächtige sagt, keine Ahnung davon zu haben, wie man Rizin herstelle. Er und Curtis kennen sich seit langem und liegen im Streit. Den letzten Kontakt hatten sie 2010. Beide vermuten, dass ein Dritter ihnen die Giftbriefe anhängen wolle. „Ich bin ein patriotischer Amerikaner, ich habe die Briefe nicht abgeschickt“, sagte der Mann, der sich 2007 als republikanischer Kandidat für die Wahl des US-Repräsentantenhauses aufstellen ließ, aber verlor.

Der Fall der mutmaßlichen Giftbriefe hatte sich von Anfang an sehr merkwürdig dargestellt. Er wurde vergangene Woche kurz nach dem Bombenanschlag auf den Bostoner Stadtmarathon bekannt, bei dem drei Menschen starben und 188 verletzt wurden.

AP

Rubriklistenbild: © AP

Meistgelesene Artikel

Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an

Washington - Proteste in aller Welt haben den ersten vollen Amtstag von Donald Trump begleitet. Er selbst ignoriert sie erst einmal - und feuert …
Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an

Im Wortlaut: Was Trump mit erhobener Faust sagte

Washington - In seiner Antrittsrede am Freitag hat der neue US-Präsident Donald Trump das amerikanische Volk in den Mittelpunkt gestellt. Hier Trumps …
Im Wortlaut: Was Trump mit erhobener Faust sagte

Anbiedern oder Attacke? Mexiko zittert vor Trump

Mexiko-Stadt - Donald Trump regiert, die ersten Aktionen könnten sich gegen Mexiko richten - kein Land hat er mehr attackiert. Dort schwillt bereits …
Anbiedern oder Attacke? Mexiko zittert vor Trump

Kommentare