Milliarden-Entschädigung für Indianer

+
Die Klagen der Ureinwohner reichen zum Teil mehr als 100 Jahre zurück.

Washington - In einem als historisch eingestuften Schritt entschädigt die US-Regierung die Ureinwohner des Landes mit rund einer Milliarde Dollar. Das sind umgerechnet knapp 780 Millionen Euro.

Das Geld kommt insgesamt 41 Indianerstämmen zugute, wie das Justiz- und das Innenministerium am Mittwoch (Ortszeit) ankündigten. Vorausgegangen war ein fast zwei Jahre dauernder Rechtsstreit.

Die Ureinwohner hatten der Regierung Misswirtschaft bei der Verwaltung von Stammesgeldern und der Einnahmen aus der Nutzung ihrer Gebiete vorgeworfen, etwa aus dem Öl- und Gasgeschäft oder den Weiderechten. Die Klagen reichen zum Teil mehr als 100 Jahre zurück. In anderen Fällen wird noch verhandelt.

So funktioniert der amerikanische Kongress

So funktioniert der amerikanische Kongress

Mit dem Vergleich seien historische Rechtsstreitigkeiten auf faire und ehrenhafte Weise gelöst worden, sagte Justizminister Eric Holder. “Diese waren schon viel zu lange eine Quelle des Konflikts zwischen den Indianerstämmen und den USA“, räumte er ein. In der gemeinsamen Erklärung von Justiz- und Innenministerium ist von einem Meilenstein in der Verbesserung der Beziehungen zu den Ureinwohnern die Rede.

Bereits 2009 hatte Washington rund 300 000 Indianern Entschädigungen von rund 3,4 Milliarden Dollar zugesprochen. Dabei ging es um eine 1996 eingereichte Sammelklage, die der Regierung vorwarf, sie habe die Indianer um Milliarden-Zahlungen aus Treuhänderfonds geprellt. Die Fonds, in die Erlöse aus der wirtschaftlichen Ausbeutung von Indianergebieten flossen, waren 1897 eingerichtet worden.

dpa

Meistgelesene Artikel

Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an

Washington - Proteste in aller Welt haben den ersten vollen Amtstag von Donald Trump begleitet. Er selbst ignoriert sie erst einmal - und feuert …
Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an

Im Wortlaut: Was Trump mit erhobener Faust sagte

Washington - In seiner Antrittsrede am Freitag hat der neue US-Präsident Donald Trump das amerikanische Volk in den Mittelpunkt gestellt. Hier Trumps …
Im Wortlaut: Was Trump mit erhobener Faust sagte

Anbiedern oder Attacke? Mexiko zittert vor Trump

Mexiko-Stadt - Donald Trump regiert, die ersten Aktionen könnten sich gegen Mexiko richten - kein Land hat er mehr attackiert. Dort schwillt bereits …
Anbiedern oder Attacke? Mexiko zittert vor Trump

Kommentare