Datum ist nicht zufällig

US-Wahl 2016: Darum wählen die Amerikaner immer an einem Dienstag

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Eine Frau betritt bei der letzten Präsidentschaftswahl in den USA im Jahr 2012 in Wahllokal. Natürlich war das an einem Dienstag.

Washington - Die Kandidaten verändern sich, die Themen verändern sich, aber eines bleibt immer gleich: Die US-Bürger wählen ihren Präsidenten dienstags. Dafür gibt es einen Grund.

Wer zieht ins Weiße Haus ein: Hillary Clinton oder Donald Trump? Die US-Amerikaner entscheiden darüber am 8. November 2016. An diesem Termin gehen sie zu den Wahlurnen. Allerdings wählen sie an diesem Tag gar nicht den Präsidenten selbst, sondern bestimmen die Wahlmänner, die 41 Tage später ihre Stimmen abgeben. 2016 wird dies am 19. Dezember 2016 sein. Da die Wahlmänner sich aber so gut wie immer an den Wahlauftrag der Bürger halten, steht das Ergebnis in der Regel schon kurz nach der Wahl des Volkes Anfang November fest.

Alle wichtigen Fragen und Antworten zur US-Wahl-2016 können Sie hier nachlesen. Wie Trump und Clinton derzeit in den Umfragen abschneiden, finden Sie hier.

Der Termin am 8. November 2016 ist keinesfalls zufällig. So kommt er zustande:

US-Wahl: Warum 2016?

Präsidentschaftswahlen finden in den USA in allen Jahren statt, die durch 4 teilbar sind: 2016, 2012, 2008, 2004 usw. Das ist bereits seit dem Jahr 1788 so.

US-Wahl 2016: Warum im November?

Der Präsident wird immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November gewählt. Das ist immer ein Tag zwischen dem 2. und 8. November. Dieses Jahr ist die Wahl also am spätesten Termin, der in den USA möglich ist. 

Diese Regel gilt seit dem Jahr 1845. In diesem Jahr legte der Kongress einen einheitlichen Termin für das ganze Land fest, das damals aus 28 Bundesstaaten bestand. Davor fand die Wahl an einem willkürlichen Termin im Herbst statt, zwischen Ende Oktober und Anfang November. 

Dass in den USA schon immer im Herbst gewählt wurde, ist kein Zufall: Damals wollte man dem Terminplan der Bauern entgegenkommen, die zu diesem Zeitpunkt schon ihre Ernte eingebracht hatten und wieder mehr Zeit hatten. Gleichzeitig war die Witterung um diese Jahreszeit noch nicht zu kalt, so dass längere Reisen zu den Wahllokalen zumutbar waren.

US-Wahl 2016: Warum gerade am Dienstag? 

In Deutschland wird traditionell am Sonntag gewählt - warum nicht in den USA? Dort wollte man den traditionellen Kirchgang am Sonntag nicht stören. Der Montag fiel ebenfalls als Wahltag raus, da man den Bürgern ihre teils lange Anreise zu den Wahllokalen ermöglichen wollte. An Donnerstagen wurde im damals sehr unbeliebten Großbritannien traditionell gewählt, deshalb wollten die Amerikaner diesen Wochentag für ihre Wahl vermeiden. Den Freitag nutzten viele für die Vorbereitungen auf den Markt, der in vielen Orten am Samstag abgehalten wurde - Freitag und Samstag waren also auch ungünstige Wahltage. Blieb der Dienstag oder der Mittwoch. Man entschied sich für den Dienstag.

US-Wahl 2016: Wann tritt der Präsident sein Amt an?

Nach dem 8. November regiert erst einmal Barack Obama weiter. Am 20. Januar 2017 wird dann der neue Präsident - Trump oder Clinton - in sein bzw. ihr Amt eingeführt. An diesem Datum ist die Amtseinführung seit 1937. Um 12 Uhr mittags legt der neue Präsident seinen Amtseid ab und regiert von da ab das Land.

Das waren die Termine der letzten 10 US-Wahlen

Datum

Gewählter Präsident

Unterlegener Kandidat

6. November 2012

Barack Obama (Demokraten)

Mitt Romney (Republikaner)

4. November 2008

Barack Obama (Demokraten)

John McCain (Republikaner)

2. November 2004

George W. Bush (Republikaner)

John Kerry (Demokraten)

7. November 2000

George W. Bush (Republikaner)

Al Gore (Demokraten)

5. November 1996

Bill Clinton (Demokraten)

Bob Dole (Republikaner)

3. November 1992

Bill Clinton (Demokraten)

George Bush (Republikaner)

8. November 1988

George Bush (Republikaner)

Michael Dukakis (Demokraten)

6. November 1984

Ronald Reagan (Republikaner)

Walter Mondale (Demokraten)

4. November 1980

Ronald Reagan (Republikaner)

Jimmy Carter (Demokraten)

2. November 1976

Jimmy Carter (Demokraten)

Gerald Ford (Republikaner)

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