US-Wahlkampf: Romney greift Obama an

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Mitt Romney will sich im Wahlkampf als erfahrener Wirtschaftsfachmann positionieren.

Seminole/USA - Nach den aufwendig inszenierten Parteitagen in den USA beginnt für die Präsidentschaftskandidaten nun der mühsame Wahlkampf in den Städten und auf dem Land.

Auf glamouröse US-Parteitage folgt mühsamer Wahlkampf an der Basis - Romney greift Obama wegen schlechter Arbeitsmarktzahlen an - US-Präsident positioniert sich als Anwalt der Mittelschicht (neu gefasst, mit weiteren Zitaten und Einzelheiten) (mit Bild)

Während sich der republikanische Bewerber Mitt Romney als erfahrener Wirtschaftsfachmann zu positionieren versucht, stellt sich US-Präsident Barack Obama als Anwalt der Mittelschicht dar. Der Amtsinhaber warb am Samstag im bei den anstehenden Wahlen besonders umkämpften Staat Florida um Vertrauen, Romney kritisierte seinen Gegner wegen enttäuschender Arbeitsmarktzahlen.

US-Wahlkampf in Schnappschüssen

US-Wahlkampf in Schnappschüssen

„Das sind nicht die Nachrichten, auf die die Amerikaner gehofft haben und die sie verdienen“, sagte Romney vor 4.000 Anhängern in einem Luftwaffenmuseum in Virginia Beach. „Ich bin hier, um euch zu sagen, dass die Dinge besser sein könnten.“ Am Freitag hatte das Arbeitsministerium bekannt gegeben, dass im August lediglich 96.000 neue Jobs geschaffen wurden. Die Arbeitslosenrate fiel nur auf 8,1 Prozent, weil zahlreiche Menschen die Jobsuche offenbar aufgaben und damit nicht mehr erfasst werden. Seit den 1930er Jahren ist in den USA kein Präsident bei einer Arbeitslosenquote von über acht Prozent wiedergewählt worden.

Obama sagte vor 11.000 Menschen auf dem Seminole-Campus der Universität St. Petersburg, nun sei nicht die Zeit, sich abzuwenden. „Wenn ihr die Idee aufgebt, dass eure Stimme zählt, dann werden andere diese Lücke schließen: Lobbyisten, Vertreter von Spezialinteressen, Leute, die Zehn-Millionen-Dollar-Schecks schreiben, Leute, die andere vom Wählen abhalten wollen“, sagte der Präsident. Obama bat seine Anhänger um Unterstützung, „um zu beenden, was wir begonnen haben“.

Ex-Republikaner Christ unterstützt Obama

Den früheren republikanischer Gouverneur Charlie Crist, der sich mittlerweile als unabhängiger Politiker versteht, konnte Obama bereits auf seine Seite ziehen. Christ lobte Obama in Seminole als Präsident, „der hart für die Mittelschicht arbeitet“. Der Präsident sagte, Crists Unterstützung zeige, dass „die Werte, für die wir kämpfen, keine demokratischen oder republikanischen Werte sind, sondern amerikanische Werte“.

Romney kritisierte in dem Marinestützpunkt Virgina Beach die Kürzungen im Verteidigungshaushalt. Sollte in den kommenden Wochen im US-Kongress keine Einigung über den Haushalt erzielt werden, drohen zudem weitere Streichungen im Budget des Pentagons. Darauf hatten sich Obama und die Führer der Republikaner im Kongress geeinigt.

„Ich denke, es war ein Fehler, dass die Republikaner dabei mitgemacht haben“, sagte Romney in einem Interview für die Sendung „Meet the Press“, das am Sonntag im Sender NBC ausgestrahlt werden sollte. Die drohenden Kürzungen seinen „undenkbar für Virginia, für unseren Bedarf an Arbeitsplätzen“, sagte Romney in Virgina Beach. „Aber sie sind auch undenkbar in Bezug auf die Fähigkeit und Entschlossenheit Amerikas zum Schutz der Freiheit (...) Wenn ich Präsident bin, werde ich die Kürzungen zurücknehmen und Amerikas militärische Macht wieder herstellen.“

dapd

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