Auch Iran bald dabei?

USA und Syrien bombardieren IS-Stellungen

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der Iran schließt eine Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die Terrormiliz IS nicht mehr aus.

Bagdad - Wegen der Bedrohung durch den IS-Terror kämpfen ansonsten verfeindete Staaten nun gegen einen gemeinsamen Gegner. So fliegen die USA und das Assad-Regime zeitgleich Angriffe gegen die IS.

Kurdische Peschmerga: Sie kämpfen gegen die IS-Terrormiliz

Kurdische Peschmerga: Sie kämpfen gegen die IS-Terrormiliz

Die US-Luftwaffe und das vom Westen geächtete Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad haben zeitgleich Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bombardiert. Die Amerikaner griffen auf Bitten der irakischen Regierung nach eigenen Angaben IS-Einheiten nahe des Haditha-Damms im Westen des Landes an. US-Präsident Barack Obama kündigte für Mittwoch eine Rede über den Kampf gegen die IS an.

Obama will am Mittwoch Strategie gegen IS erläutern

„Ich will, dass die Bevölkerung versteht, was die Bedrohung ist und was wir dagegen tun werden“, sagte er in einem Interview des Senders NBC News. Er werde in seiner Ansprache auch klar machen, „was wir nicht tun werden“, fuhr der Präsident fort. US-Kommentatoren werteten die geplante Rede am Vortag des 13. Jahrestages des Anschlags auf das New Yorker World Trade Center als möglichen Hinweis darauf, dass sich Obama einer Entscheidung darüber nähert, ob er die Luftangriffe gegen die IS-Miliz vom Irak auf Syrien ausweitet.

In Syrien setzte die Armee am Sonntag ihre Luftangriffe auf Hochburgen der IS-Miliz im Nordosten des Landes fort. Der Iran warnte vor einer Destabilisierung des ganzen Nahen Ostens durch die IS und schloss auch eine Zusammenarbeit mit Erzfeind USA nicht mehr aus.

Bei der IS-Miliz rücken inzwischen offenbar auch Europäer in führende Positionen vor. Nach Erkenntnissen des Berliner Verfassungsschutzes gehört der Islamist Denis Cuspert inzwischen zum engeren Kreis der Terrororganisation. Der ehemalige Berliner Rapper „Deso Dogg“ sei dem IS im Irak und in Syrien im April 2014 beigetreten, heißt es in einem Dossier der Verfassungsschützer, das die Berliner Senatsverwaltung für Inneres veröffentlichte. Über die Analyse hatten zuerst die „Bild am Sonntag“ und die „Berliner Morgenpost“ (Sonntag) berichtet. Cuspert soll einen Treueschwur auf den Topterroristen Abu Bakr al-Bagdadi geleistet haben, schreibt der Verfassungsschutz. In dem Bericht ist auch von einem Video von Ende Juli die Rede, das Cuspert „bei der Schändung einer Leiche“ zeige.

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, sagte zur Begründung der neuen Bombardierungen im Irak, der Haditha-Damm sei von IS-Angriffen bedroht gewesen. Haditha liegt 200 Kilometer westlich von Bagdad. Mindestens 60 IS-Kämpfer seien getötet worden, sagte der Gouverneur von Anbar am Sonntag dem irakischen Staatsfernsehen. Die Kämpfe zur Sicherung der Region um Haditha hätten am Sonntag angedauert.

IS hält mehrere Geiseln gefangen

In Syrien griff die Luftwaffe des Assad-Regimes die Städte Al-Rakka und Dair as-Saur an, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Angaben über Tote gab es zunächst nicht. Am Vortag seien mindestens 31 Menschen bei der Bombardierung von Al-Rakka getötet worden, darunter 15 IS-Kämpfer.

Nach Informationen des Magazins „Focus“ hält die Miliz in Al-Rakka auch mehrere ausländische Geiseln, darunter auch zwei Deutsche. Es handele sich um frühere Salafisten, die geschockt durch die Gräueltaten des IS in die Heimat zurückkehren wollten.

Der Islamische Staat beherrscht große Gebiete im Irak und in Syrien. Al-Rakka gilt dabei als wichtigste Hochburg der Extremisten. In unmittelbarer Nähe hatten IS-Kämpfer vor zwei Wochen den wichtigen Militärflughafen Al-Tabka erobert. Er war die letzte Bastion des Assad-Regimes in der Provinz Al-Rakka.

Auch Irans Außenminister Dschawad Sarif warnte vor der brutalen IS-Miliz. „Das ist eine äußerst gefährliche Gruppe, die heute ihr Unwesen in Syrien und Irak treibt, morgen aber vielleicht in der ganzen Region“, sagte er in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehen. Eine Zusammenarbeit mit den USA gegen die IS wollte Sarif nicht ausschließen. Er halte aber eine internationale Aktion gegen die Terrormiliz für eine effektivere Option.

dpa

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