Gemäßigte Rebellen kritisieren UN-Friedensplan für Syrien

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Der UN-Gesandte für Syrien Staffan de Mistura hat einen Fahrplan für ein Ende des Bürgerkrieges vorgestellt - und Assad zeigt Interesse. Foto: Youssef Badawi

Aleppo (dpa) - Die gemäßigten Rebellen in Syrien lehnen den neuen Plan der Vereinten Nationen zur Befriedung des Bürgerkriegslandes ab.

Vertreter verschiedener Gruppen wiesen den Vorschlag des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura, als ersten Schritt regionale Waffenstillstandszonen einzurichten, am Dienstag als unzureichend zurück.

Die Freie Syrische Armee (FSA) erklärte, vor möglichen Verhandlungen müsse das Regime von Präsident Baschar al-Assad einige Bedingungen erfüllen. So müssten Bombardierungen mit Fassbomben aufhören und Inhaftierte aus den Gefängnissen entlassen werden, forderte FSA-Anführer Sahir Sakat auf Facebook.

Abdel Basat Saida vom aus der Türkei agierenden Syrischen Nationalrat (SNC) sagte der Nachrichtenagentur dpa, eine regionale Lösung erfülle nicht die Erwartungen der syrischen Bevölkerung. "Ein Plan, der nicht das Schicksal Al-Assads diskutiert, [...] wird nicht praktikabel genug sein, um die Krise zu lösen."

Im mehr als drei Jahre andauernden Bürgerkrieg kämpfen Truppen des Assad-Regimes gegen verschiedene Rebellen- und Islamistengruppen wie den Islamischen Staat (IS) im Land. Die Exil-Opposition wirft Assad vor, dabei mit gleicher Brutalität wie die Dschihadisten vorzugehen. "Der Terror, den Al-Assad gegen das syrische Volk exerziert hat, [...] ist nicht weniger schlimm als das, was die IS-Kämpfer in Teilen Syriens und des Iraks machen", sagte Saida.

Die FSA forderte, das Regime müsse auch die "Kriegsverbrecher" ausliefern, die Chemiewaffen gegen Zivilisten eingesetzt hätten. Die Gruppe bezieht sich auf einen Giftgasangriff im August 2013, bei dem rund 1400 Menschen nahe Damaskus getötet worden waren. Die Rebellen machen das Assad-Regime dafür verantwortlich.

De Mistura hatte bei einem Treffen mit Assad am Montag in Damaskus die Einrichtung der Waffenstillstandszonen vorgeschlagen und das hart umkämpfte Aleppo als ersten Ort vorgeschlagen. Al-Assad hatte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana gesagt, er wolle den Plan prüfen.

Aleppo gehört zu den am härtesten umkämpften Orten im syrischen Bürgerkrieg. Gemäßigte Rebellen sind bis auf eine schmale Versorgungsroute im Osten des Stadtzentrums eingeschlossen. IS-Kämpfer und Regimetruppen belagern die Stadt von zwei Seiten. Nach Meinung von Experten könnte der Fall Aleppos das Ende für die gemäßigten Rebellen im syrischen Bürgerkrieg bedeuten.

Facebook-Seite von Sakat, Arabisch

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