Gemeinsamer Feind

USA und Russland erwägen militärische Absprachen in Syrien

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Trotz ernsthafter Zweifel an den Absichten Russlands kann sich US-Außenminister Kerry Absprachen auf militärischer Ebene vorstellen.

Washington/Moskau - Ein gemeinsamer Feind macht noch nicht zu Freunden - oder doch? In Washington grübeln Militärstrategen, was es mit dem zweideutigen Syrien-Angebot aus Moskau auf sich hat.

Sollten sich die USA auf die russische Linie einlassen, wäre das ein verblüffender Schritt.

Die USA und Russland erwägen offenbar ein gemeinsames militärisches Vorgehen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien.

Im Gespräch seien Absprachen auf militärischer Ebene, sagte US-Außenminister John Kerry am Mittwoch bei einem Treffen mit seinem südafrikanischen Amtskollegen Maite Nkoana-Mashabane. Der Vorschlag kam Kerry zufolge von russischer Seite.

"Wir nehmen nichts für bare Münze", stellte der Chefdiplomat klar. Es gebe ernsthafte Zweifel an den Absichten Russlands. Weißes Haus, Pentagon und Außenministerium diskutierten derzeit das weitere Vorgehen. Die USA, die ein internationales Bündnis gegen die IS-Kämpfer anführen, würden eine "konstruktive Unterstützung" Moskaus begrüßen, sagte Regierungssprecher Josh Earnest.

Russland ist ein enger Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, der ebenfalls gegen den IS kämpft, nach Ansicht der USA die Legitimität seines Volkes aber verloren hat. In dem seit mehr als vier Jahren tobenden Krieg wird er beschuldigt, Zivilisten mit Fassbomben anzugreifen und Giftgas und Folter einzusetzen.

Kremlchef Wladimir Putin schmiedet bereits seit längerem eine internationale Koalition, die - aus Sicht Moskaus - den IS bekämpfen soll. Vor allem im Westen warnen Beobachter aber vor einer solchen Defacto-Unterstützung des Regimes in Damaskus. Dies würde ihrer Ansicht nach den Krieg und damit die Flüchtlingskrise verlängern.

Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow hatten am Dienstag auf US-Initiative hin bereits zum dritten Mal innerhalb einer Woche telefoniert. Lawrow betonte in dem Gespräch nach Angaben aus Moskau die Notwendigkeit, eine Einheitsfront im Kampf gegen Terrorgruppen in Syrien zu bilden.

dpa

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