Wagenknecht: Die Linke ist noch nicht am Ende

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Sahra Wagenknecht.

Berlin - Linke-Vize Sahra Wagenknecht hat das Abschneiden ihrer Partei bei der Landtagswahl in NRW als „herbe Niederlage“ bezeichnet. Grund seien auch Streiterein auf Bundesebene gewesen.

uch nach dem Wahldesaster der Linken in Nordrhein-Westfalen bleibt zunächst völlig offen, wer die Bundespartei künftig führen wird. Knapp drei Wochen vor der Neuwahl des Vorstands bekräftigte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch am Sonntagabend seine Kandidatur für einen der beiden Chefposten.

Der derzeitige Vorsitzende Klaus Ernst und der Ex-Vorsitzende Oskar Lafontaine zögerten jedoch weiter. Der 69-jährige Lafontaine, der als Schlüsselfigur in dem Postengeschacher gilt, will am Dienstag an einer Sitzung des geschäftsführenden Bundesvorstands mit den Landesvorsitzenden teilnehmen und dann seine Karten auf den Tisch legen.

Die Linke scheiterte in Nordrhein-Westfalen wie in der Vorwoche in Schleswig-Holstein an der 5-Prozent-Hürde. Ernst machte „Schüsse aufs eigene Tor“ und die Medienberichterstattung dafür verantwortlich. Der Parteivorsitzende betonte, dass er sich in den anstehenden Gremiensitzungen für eine „kooperative Führung“ einsetzen werde. Seine eigene Entscheidung werde sich daran orientieren, ob er dabei eine Rolle spielen kann. „Einzelaktionen in diesem Zusammenhang halte ich nicht für hilfreich“, sagte Ernst.

Jubel und Enttäuschung: Die NRW-Wahl in Bildern

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Bartsch, der seinen Hut schon im vergangenen November in den Ring geworfen hatte, bekräftigte dagegen: „Meine Kandidatur steht.“ Das Wahlergebnis in NRW bezeichnete er als „schwere Niederlage für die Linke“. Es sei für die Partei nun noch schwerer geworden. Spekulationen über einen Rückzug aus dem Westen trat Bartsch aber entgegen. „Die Linke als gesamtdeutsche Partei ist alternativlos.“

Ähnlich äußerte sich die stellvertretende Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht. „Alle, die jetzt anfangen, das Totenglöckchen der Linken zu läuten, haben sich zu früh gefreut“, sagte sie.

Die Parteiführung hatte in den vergangenen Wochen versucht, die Personaldebatte zu unterbinden, um bei den Wahlen bessere Erfolgschancen zu haben. Die Strategie war innerparteilich höchst umstritten. Am 2. und 3. Juni wird auf einem Parteitag in Göttingen eine neue Doppelspitze aus einem Mann und einer Frau gewählt.

Bartsch ist bisher der einzige Kandidat. Die bisherige Vorsitzende neben Ernst, Gesine Lötzsch, war vor wenigen Wochen aus privaten Gründen zurückgetreten. Welche Frau für sie in die Doppelspitze aufrücken wird, ist ebenfalls noch völlig offen.

dpa

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