Verzweifelter Kampf um Zweitstimmen

Brüderle: Ohne FDP sind Merkels Tage gezählt

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FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle kämpft um Zweitstimmen

Berlin - Die FDP und die Union kämpfen kurz vor der Bundestagswahl erbittert um die Zweitstimme der Wähler. Die Liberalen versuchen es nun mit Argumenten, Drohungen und einem Plädoyer von Genscher.

FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle geht davon aus, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ohne die Liberalen über kurz oder lang ihre Macht einbüßt. "Die Kanzlerin weiß doch auch, dass ohne FDP die Tage ihrer Kanzlerschaft gezählt wären", sagte er dem "Handelsblatt" vom Dienstag. "Und in einer großen Koalition wäre sie eine Kanzlerin von Gabriels Gnaden", fügte Brüderle mit Blick auf SPD-Chef Sigmar Gabriel und die Option Rot-Rot-Grün hinzu. Anders als in Bayern sei die Union im Bund meilenweit von einer absoluten Mehrheit entfernt. "Und die Menschen haben die Möglichkeit, mit ihren zwei Stimmen bewusst die erfolgreiche christlich-liberale Koalition zu wählen", sagte Brüderle.

Genscher: FDP stand immer im "Fegefeuer"

Der FDP-Ehren-Vorsitzende Hans-Dietrich Genscher (l) unterhält sich bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Guido Westerwelle

Da die FDP laut Umfragen um den Verbleib im Bundestag zittern muss, schickt sie im Kampf um die Zweitstimmen gleich drei Vorsitzende auf einmal an die Medien-Front. Zum Interview der "Bild"-Zeitung erschienen jetzt die Ex-Parteichefs Hans-Dietrich Genscher und Guido Westerwelle sowie der amtierende Bundesvorsitzende Philipp Rösler. FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle war bei dem Termin nicht dabei.

Der 86-jährige Genscher hofft, dass seine Partei am nächsten Sonntag genug Zweitstimmen für den Wiedereinzug in den Bundestag bekommt: "Diese Republik wäre um einiges ärmer ohne die liberale Partei." Mit Westerwelle und Rösler verbinde ihn die Erfahrung existenzbedrohender Krisen: "Wir sind als FDP-Vorsitzende durchs Fegefeuer gegangen. (...) Das ist vermutlich das Schicksal der liberalen Partei, der Fortschrittspartei", sagte der langjährige Bundesaußenminister und Ehrenvorsitzende.

Zuletzt hatte CDU-Altkanzler Helmut Kohl die FDP-Spitze in seinem Privathaus empfangen und in der „Bild“-Zeitung für die Fortsetzung von Schwarz-Gelb geworben.

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dpa

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