Offenbar sehr deutliches Ergebnis

Wahl in Großbritannien: Konservative gewinnen

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Der britische Premierminister David Cameron wartet auf das Wahlergebnis.

London - Bei der Parlamentswahl in Großbritannien ist dem konservativen Premierminister David Cameron eine Zitterpartie erspart geblieben. Seine Tories wurden laut Nachwahlbefragungen deutlich stärkste Kraft.

Premierminister David Cameron hat mit seiner Konservativen Partei die Parlamentswahl in Großbritannien klar gewonnen und steht vor dem Wiedereinzug in die Downing Street. Eine Prognose der BBC ging am Freitagmorgen davon aus, dass es für Cameron nach fünf Jahren Koalition mit den Liberaldemokraten zu einer Alleinregierung reicht. Den Konservativen wurden 325 der 650 Sitze im Parlament vorhergesagt. Da die vier gewählten Abgeordneten der nordirischen Sinn-Fein-Partei ihre Sitze traditionell nicht einnehmen, würde dies de facto eine absolute Mehrheit für Cameron bedeuten. Noch in der Nacht waren Spekulationen über einen baldigen Rücktritt von Labour-Chef Ed Miliband laut geworden.

Am Freitag hat Miliband eine Niederlage seiner Labour-Partei bei der Unterhaus-Wahl eingeräumt. Hinter seiner Partei liege eine "enttäuschende Nacht", sagte Miliband in Doncaster. „Wir haben nicht die Gewinne in England und Wales erreicht, die wir erhofft hatten.“ Und in Schottland habe es einen deutlichen Anstieg nationalistischer Interessen gegeben. Die nächste Regierung habe eine große Verantwortung, alle Teile des Königreiches zusammenzuhalten. Miliband war mit dem Ziel angetreten, die Regierung von Premierminister David Cameron abzulösen.

Prognose: Cameron kann künftig alleine regieren

Der britische Premierminister David Cameron hat den Zusammenhalt des Vereinigten Königreichs zur größten Aufgabe der britischen Regierung für die nächsten fünf Jahre erklärt. „Das war eine sehr starke Nacht für die Konservativen“, sagte er.

Sollte sich die Prognose bestätigen, liebäugelt Cameron mit einer Minderheitsregierung. „Es ist ein bemerkenswerter Umschwung“, sagte Londons Bürgermeister Boris Johnson, der sein Direktmandat klar gewann und damit ins Parlament einzieht, aber sein Bürgermeisteramt behält. Die Umfragen noch am Tag der Wahl hatten einen wesentlich knapperen Wahlausgang vorhergesehen.

Die großen Sieger sind im Norden des Königreiches zu finden: Die Scottish National Party (SNP) könnte es der Prognose zufolge auf 58 von 59 schottischen Sitzen im Parlament in Westminster schaffen. Vor allem der Labour-Partei nahmen sie in deren früherer Hochburg zahlreiche Direktmandate ab.

"Wenn diese Prognose stimmt, esse ich in aller Öffentlichkeit meinen Hut"

Der Schatten-Außenminister und Labour-Wahlkampfmanager Douglas Alexander schaffte es in seinem schottischen Wahlkreis nur auf knapp 18 Prozent der Stimmen und verlor seinen Platz im Parlament an die 20-jährige Politikstudentin Mhairi Black von der SNP (51 Prozent). Sie wird als jüngste Abgeordnete seit 1667 in das britische Parlament einziehen.

Auch der schottische Labour-Chef Jim Murphy muss seinen Sitz im Parlament für die SNP räumen. Der frühere Ministerpräsident von Schottland und vermutliche Fraktionschef in Westminster, Alex Salmond, sagte: „Heute Nacht wird ein Löwe brüllen, ein schottischer Löwe, und er wird mit einer Stimme brüllen, die keine Regierung, welcher politischen Couleur auch immer, ignorieren kann.“

Ein großer Verlierer der Wahl scheinen die bisher mitregierenden Liberaldemokraten zu sein, die bislang Juniorpartner der Regierungskoalition mit Camerons konservativen Tories waren. Vor fünf Jahren erzielten sie mit 57 Abgeordneten-Plätzen ein gutes Ergebnis, nun werden es - der Prognose zufolge - nur noch 10. Der ehemalige Parteichef Paddy Ashdown sagte: „Wenn diese Prognose stimmt, esse ich in aller Öffentlichkeit meinen Hut.“

"Dies war eine grausame Nacht für die Liberaldemokraten"

Der liberale Parteichef Nick Clegg konnte seinen Sitz in Sheffield knapp halten. „Dies war eine grausame Nacht für die Liberaldemokraten und eine Abstrafung“, sagte Clegg am frühen Freitagmorgen. Seine Zukunft als Parteichef ließ er zunächst offen. Wirtschaftsminister Vince Cable verlor sein Mandat im Londoner Stimmbezirk Twickenham.

Die rechtspopulistische Ukip mit Parteichef Nigel Farage, die einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union anstrebt, gewann laut der Prognose zwei Parlamentssitze - ebenso wie die Grünen. 2010 hatten nur 3,1 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei Ukip-Kandidaten gemacht und kein Abgeordneter war ins Parlament eingezogen. Im Herbst waren zwei konservative Parlamentarier zu Ukip gewechselt, nachdem die EU-Gegner bei der Europawahl stärkste Kraft geworden waren. Vor der Wahl hatte Farage seinen Rücktritt angekündigt, sollte es ihm nicht gelingen, sein Direktmandat zu gewinnen.

dpa/AFP

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