Rekordtief: FDP büßt noch mehr Stimmen ein

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Westerwelle hat allen Grund, betrübt zu sein: Seine Partei schafft in aktuellen Umfragen gerade mal drei Prozent.

Hamburg - Mitten in der FDP-Führungsdebatte kommt es für die Liberalen auch bei den Umfragen knüppeldick: Nach den anhaltenden Personalquerelen stürzte die Partei in der Wählersympathie auf ein Rekordtief.

Jetzt kommt die Partei gerade noch auf drei Prozent. Im wöchentlichen Forsa-Wahltrend von RTL und “Stern“ ist dies der schlechteste FDP-Wert seit März 1996. Laut Forsa haben die Liberalen - bei der Bundestagswahl hatten sie noch 14,6 Prozent erreicht - binnen eines Jahres rund 80 Prozent ihrer Wähler verloren.

Die Rückzugsforderungen an Parteichef Guido Westerwelle gehen derweil weiter. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) plädierte in der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag) dafür, dass sich Westerwelle auf das Amt des Außenministers konzentrieren solle. Der FDP-Chef habe Fehler gemacht und müsse einsehen, dass die Ämtertrennung der richtige Weg sei. “Es ist ja immerhin auch eine Leistung, innerhalb nur eines Jahres von ganz hohen Umfragewerten so tief in den Keller zu fallen.“

Dagegen zeigte sich Sachsens FDP-Landesvorsitzender Holger Zastrow “zutiefst beunruhigt“ über die Debatte. Er wünsche sich, dass der Außenminister und Vizekanzler auf dem Parteitag im Mai wieder als Bundesvorsitzender kandidiere. “Er ist jemand, der in der Vergangenheit die richtigen Rezepte hatte. Ich traue ihm auch zu, dass er auch jetzt die richtigen Rezepte entwickeln kann.“

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Westerwelle hatte Rückzugsforderungen am Wochenende mit den Worten zurückgewiesen: “Ich verlasse das Deck nicht, wenn es stürmt.“ Der 48-Jährige legte sich jedoch noch nicht fest, ob er beim nächsten Bundesparteitag im Mai - nach den Landtagswahlen in Hamburg, Sachsen- Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz - wieder antreten wird. Nach neuen Länder-Umfragen käme die FDP derzeit weder in Baden- Württemberg noch in Rheinland-Pfalz ins Parlament.

Die Union konnte sich nach Angaben vom Dienstag auf Bundesebene weiter verbessern und legt laut Forsa um einen Punkt auf 35 Prozent zu. Die SPD verharrt bei 24 Prozent. Die Grünen gaben einen Punkt ab und liegen mit nunmehr 19 Prozent erstmals seit Anfang September wieder unter der 20-Prozent-Marke. Die Linke erzielte wie in der Vorwoche 11 Prozent. Das Oppositionslager aus SPD, Grünen und Linken hat mit zusammen 54 Prozent einen Vorsprung von 16 Prozentpunkten vor dem Regierungslager aus Union und FDP (gemeinsam 38 Prozent). SPD und Grüne hätten jedoch weiter keine eigene Mehrheit.

dpa

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