EU-Migrationsexperten diskutieren

Wer soll wie viele Flüchtlinge aufnehmen?

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Ein Flüchtlingsschiff vor der Küste von Lampedusa (Italien)

Berlin - Welches EU-Land nimmt wie viele Flüchtlinge auf? Migrationsexperten plädieren für ein neues Modell. Welche Faktoren zum Tragen kommen, wo Deutschland steht: 

Angesichts der ungleichen Verteilung von Flüchtlingen auf die EU-Staaten haben Migrationsexperten einen neuen Verteilungsschlüssel vorgeschlagen. Nötig sei auf EU-Ebene die Einführung eines Modells, das bei der Berechnung der Aufnahmequote mehrere Faktoren berücksichtige - so etwa Wirtschaftskraft, Einwohnerzahl, Größe und Arbeitslosenquote. Das erklärten der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen (SVR) und die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) am Montag in Berlin.

Das für Mitte 2015 geplante Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) biete zwar etwas höhere Standards für die Aufnahme von Flüchtlingen, aber keine Lösung für eine gerechtere Lastenteilung zwischen den Mitgliedstaaten, bemängeln die Experten. In Griechenland, Malta und Zypern seien die Asylsysteme teilweise derart überlastet, dass die Aufnahme- und Verfahrensbedingungen nicht den Mindestnormen des EU-Rechts entsprechen.

Besser sei es auf der Grundlage offizieller Daten und Statistiken künftig festzulegen, welche Aufnahmequote für Asylbewerber für jedes Land angemessen wäre. Die Wissenschaftler wandten ihren Vorschlag für ein Verteilungsmodell beispielhaft auf die zwischen 2008 und 2012 in der EU gestellten rund 1,3 Millionen Asylanträge an. Demnach nahmen nur acht Mitgliedstaaten überproportional viele Flüchtlinge auf: Schweden, Belgien, Griechenland, Österreich, Zypern, Malta, Frankreich und die Niederlande.

Deutschland habe im Durchschnitt der letzten fünf Jahre in etwa so viele Asylbewerber aufgenommen wie es dem neuen Modell zufolge angemessen wäre, resümierten die Experten. Überraschend sei, dass auch viele Länder an den EU-Außengrenzen weniger Flüchtlinge aufgenommen haben als es ihrem fairen Anteil entsprochen hätte, darunter Italien.

afp

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