Wikileaks deckt Menschenrechtsverstöße in Guantánamo auf

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ARCHIV - In orangefarbene Overalls gekleidete Häftlinge knien im Camp X-Ray auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba (am 18.01.2002 von der US-Armee herausgegebenes Archivfoto).

Madrid - Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat geheime Dokumente des US-Militärs über mehr als 700 Gefangene im Lager Guantánamo veröffentlicht. Das berichtet die spanische Zeitung “El País“ am Montag.

Daraus gehe hervor, dass in dem US-Lager in Kuba Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung gewesen seien. 160 Verdächtige seien zum Teil mehrere Jahre lang gefangen gehalten worden, obwohl sie mit dem Terrornetz Al Kaida nichts zu tun gehabt hätten und von den US-Militärs als “ungefährlich“ eingestuft worden seien.

In Guantánamo seien neben mutmaßlichen gefährlichen Terroristen auch geisteskranke, altersschwache und völlig unschuldige Menschen inhaftiert worden. Das Lager habe dem amerikanischen Militär in erster Linie dazu gedient, von den Gefangenen Informationen zu erhalten. Über die Verhörmethoden werden nach Angaben von “El País“ in den Unterlagen keine Angaben gemacht.

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143 Verdächtige seien mehr als neun Jahre in dem Lager gefangen gehalten worden. Derzeit seien in Guantánamo noch 172 Menschen inhaftiert. US-Präsident Barack Obama hatte das Lager eigentlich schließen wollen, dieses Versprechen aber nicht eingelöst. Die Inhaftierungen seien völlig willkürlich gewesen, berichtete “El País“.

Das Madrider Blatt war eines von mehreren Zeitungen, dem die Unterlagen von Wikileaks zugespielt wurden. Danach war unter den Gefangenen in dem Lager auch ein 89-Jähriger, der unter Altersschwachsinn und schweren Depressionen litt. Ein Afghane sei in seiner Heimat auf der Suche nach seinem Sohn in die Hände von US-Militärs geraten und nach Guantánamo gebracht worden.

dpa

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