Wirtschaft kritisiert Debatte über Frauenquote

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Symbolbild zum Thema Frauenquote: Eine Geschäftsfrau telefoniert, während sie am Computer arbeitet.

Berlin - Die Diskussion über eine gesetzlich verordnete Frauenquote in den Führungsetagen der Unternehmen geht aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) an der Realität vorbei.

Im deutschen Mittelstand würden vier von zehn Unternehmen von Frauen gegründet, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). 160 000 Firmen, die pro Jahr neu entstünden, hätten damit einen weiblichen Chef. Das bedeute eine Steigerung von 30 auf 40 Prozent in den vergangenen zehn Jahren.

Der DIHK-Präsident forderte bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um diese unternehmerische Selbstständigkeit zu fördern. Dies gelte für Mütter wie für Väter. “Wir brauchen gute Kinderbetreuung und nicht Quoten“, sagte Driftmann. So würden Kindertagesstätten, die am frühen Nachmittag schließen, den Bedürfnissen von Erwerbstätigen nicht gerecht.

In der Bundesregierung gibt es derzeit einen Streit, wie sich der niedrige Anteil von Frauen in der Führung von Unternehmen erhöhen lässt. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) strebt eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent in Vorständen und Aufsichtsräten an. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) lehnt eine Einheitsquote ab und will eine flexible Regelung. Auch die FDP-Führung lehnt eine verbindliche Frauenquote strikt ab.

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Dagegen ist eine solche Quote in Unternehmen aus Sicht von Managerinnen nur der erste Schritt zu einem längst fälligen Wandel der deutschen Arbeitswelt. “Die Führungs- und Arbeitskultur in deutschen Unternehmen muss sich verändern“, sagte die Präsidentin des europaweiten Managerinnen-Netzwerks EWMD, Kris Hauf, der Nachrichtenagentur dpa.

Das EWMD unterstützt seit mehreren Jahren die Einführung einer Geschlechterquote mit einem Frauenanteil von mindestens 40 Prozent. Sicherlich wäre es wünschenswert, den Konzernen die Entscheidung über Frauen in Führungspositionen selbst zu überlassen, sagte Hauf. Sie hält aber dennoch ein verbindliches Gesetz für erforderlich. “Es wäre schön, wenn es anders wäre. Aber das Allgemeine Gleichstellungsgesetz hat für Frauen noch viel zu wenig bewirkt.“

Deshalb unterstützt das EWMD mit seinen 730 Mitgliedern laut Hauf von der Leyens Vorstoß für eine Frauenquote.

dpa

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