Wulff nimmt Tochter statt Frau nach Israel mit

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Bundespräsident Christian Wulff und seine Tochter Annalena.

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff reist in Begleitung seiner Tochter Annalena zum Staatsbesuch nach Israel. Damit will er deutlich machen, dass auch die junge Generation die Erinnerung an den Holocaust wach halten muss.

Die 17-Jährige wird während des viertägigen Besuchs anstelle von Wulffs Ehefrau Bettina an der Seite des Staatsoberhaupts sein. Die 12. Auslandsreise des Bundespräsidenten beginnt an diesem Samstag und endet am Dienstag mit einem Besuch in den Palästinensischen Gebieten.

Annalena, die hübsche Tochter des Bundespräsidenten

Annalena, die hübsche Tochter des Bundespräsidenten

“Ich bin fest davon überzeugt, dass die intensive Pflege unserer gemeinsamen Beziehungen Aufgabe aller Generationen ist“, begründete Wulff am Freitag die Entscheidung, seine Tochter aus erster Ehe im offiziellen Besuchsprogramm mitzunehmen. Annalena besucht ein Gymnasium in Osnabrück und will 2012 das Abitur machen. Sie wird ihren Vater auch am Sonntag in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem begleiten. Sie ist das erste Mal in Israel.

Zu Wulffs Delegation aus Deutschland gehören Wirtschaftsvertreter und eine Gruppe von Jugendlichen. Sie werden mit Gleichaltrigen in Israel zusammenkommen. Auch Christina Rau, die Witwe des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau (1931-2006), reist mit Wulff in ihrer Eigenschaft als Kuratoriumsmitglied der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum.

Christian Wulff und seine Vorgänger

Das waren die deutschen Bundespräsidenten

Wulff wird am Sonntag in Jerusalem mit Staatspräsident Shimon Peres sprechen und die Spitzenvertreter von Regierung und Opposition treffen. Die Geburtskirche in Betlehem will Wulff am Dienstag vor dem Gespräch mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas besuchen. Zuletzt war Bundespräsident Rau im Jahr 2000 die Palästinenser- Gebiete gereist.

Der Bundespräsident sieht seine Reise knapp fünf Monate nach seinem Amtsantritt als Zeichen des deutschen Engagements für das Existenzrecht Israels. “Die Verantwortung für Israel ist, wie auch der Kampf gegen Antisemitismus und die Pflege der Beziehungen zur jüdischen Gemeinde, ein Eckpfeiler deutscher Politik“, sagte Wulff am Freitag.

Er reist auf Einladung von Peres. Es war der Wunsch von Peres und Wulff, sich möglichst bald nach der Amtsübernahme des neuen Bundespräsidenten zu treffen. Peres war im Januar in Berlin gewesen und hatte als erstes israelisches Staatsoberhaupt im Bundestag bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus gesprochen.

Größere Redeauftritte von Wulff sind in Israel nicht geplant. Ein späterer Staatsbesuch wird in seinem Amt für möglich gehalten. Wulff ist der fünfte Bundespräsident, der Israel offiziell besucht. Richard von Weizsäcker war 1985 der erste gewesen. Johannes Rau hielt 2000 als erstes deutsches Staatsoberhaupt eine Rede in einem Raum der Knesset. Horst Köhler sprach 2005 als erster Bundespräsident auf Deutsch vor dem Parlament in Jerusalem.

dpa

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