Zeitung: US-Anwälte prüfen Verfahren gegen Assange

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Aus dem großen Leck im Internet wird für Wikileaks-Gründer Julian Assange eventuell eine juristische Sturmflut: US- Behörden planen angeblich eine Anklage wegen Verschwörug gegen Assange.

London - Während Wikileaks-Gründer Julian Assange in London um seine Haftentlassung kämpft, droht ihm aus den USA weiterer juristischer Ärger. Assange droht ein Verfahren wegen Verschwörung.

US-Bundesanwälte prüften rechtliche Möglichkeiten, wie Assange wegen seiner Wikileaks-Veröffentlichungen der Prozess gemacht werden könne, berichtet die “New York Times“ am Donnerstag. Sollten Beweise gefunden werden, dass Assange direkt zur Veröffentlichung vertraulicher Dokumente angestiftet habe, drohe ihm ein Verfahren wegen Verschwörung.

Assange sitzt in britischer Untersuchungshaft, weil ihm die schwedischen Behörden sexuellen Missbrauch zweier Frauen vorwerfen. Schweden will die Auslieferung des 39-Jährigen Australiers. Darüber soll im Januar verhandelt werden.

Kritiker halten die Sex-Vorwürfe für vorgeschoben und vermuten in Wahrheit politische Motive hinter der Inhaftierung des Aktivisten. Ein Londoner Gericht hatte am Dienstag entschieden, Assange könne gegen Sicherheitsleistungen von insgesamt 240 000 Pfund und strenge Auflagen aus der Untersuchungshaft freikommen. Dagegen hatte die britische Vertreterin der schwedischen Justiz vor Gericht, Gemma Lindfield Berufung eingelegt.

Auch wenn Assange eine elektronische Fußfessel trage, einen festen Wohnsitz nachweisen könne, sich täglich bei der Polizei melde und seinen Pass abgebe, bestehe weiterhin Fluchtgefahr, argumentierte sie.

Den US-Bundesanwälten geht es nicht um die sexuellen Vergehen, sondern um die Wikileaks-Veröffentlichungen, die die Regierung in Washington mehrfach in Erklärungsnot gebracht hatten. Sie prüfen nun, inwieweit Assange aktiv geholfen hat, die Unterlagen herunterzuladen. Als eigentliche Quelle wird der US-Soldat Bradley Manning angesehen. Manning habe mit Assange über Internet in Kontakt gestanden, während er große Datenmengen von Regierungscomputern herunterlud, argumentieren sie laut “New York Times“. Assange soll Manning auch Zugang zu einem speziellen Server gewährt haben, auf den er Daten hochladen konnte.

dpa

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