Zoff bei den Freien Wählern

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Hubert Aiwanger

Stuttgart - Gut eineinhalb Jahre vor der nächsten Bundestagswahl geht der Bundesvorsitzende der Freien Wähler (FW), Hubert Aiwanger (40), auf Konfrontationskurs zum baden-württembergischen Landeschef Heinz Kälberer (69).

“Die Freien Wähler treten bei der Bundestagswahl 2013 an“, stellte Aiwanger im Gespräch mit den “Stuttgarter Nachrichten“ (Donnerstag) klar, “unser Ziel ist es, in allen bundesweit 299 Stimmkreisen einen Direktkandidaten aufzustellen.“

Aiwanger legte Kälberer, der diesen Schritt vehement ablehnt, zugleich nahe, sich der Haltung des Bundesverbands anzuschließen oder aber sich aus der Politik zurückzuziehen. Einen Rücktritt Kälberers wolle er nicht fordern, sagte Aiwanger dem Blatt, das sei Sache des Landesverbands. “Wenn Kälberer umdenkt, ist es genauso gut.“

Kälberer lehnte es bislang strikt ab, auf Landes-, Bundes- oder Europaebene anzutreten. “Wir sind genau deshalb so erfolgreich, weil wir keine Partei sind“, hatte der frühere OB von Vaihingen/Enz zuletzt stets betont. “Eine Bundespartei wird es mit uns nicht geben“, sagte Kälberer, der seit 24 Jahren den Freien Wählern in Baden-Württemberg vorsteht. Im Streit um die bundes- und europapolitischen Ambitionen ist der Landesverband Baden-Württemberg im Jahr 2009 aus dem Bundesverband ausgetreten.

Die Freien Wähler sind in Baden-Württemberg traditionell am stärksten verankert. Bei den Gemeinderatswahlen errangen sie 2009 mehr als 44 Prozent der Sitze. Bei den Kreistagswahlen lagen die Wählervereinigungen nach der CDU (37 Prozent) auf Platz zwei (25 Prozent). “Wenn die Freien Wähler in Baden-Württemberg gut organisiert zur Landtagswahl antreten, schaffen sie ein zweistelliges Ergebnis“, zeigte sich Aiwanger überzeugt.

dpa

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