Adoptiert oder leiblich? Im Erbrecht ist das ein Unterschied

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Leibliche und adoptierte Kinder sind vor dem Gesetz gleich - in einem Testament aber nicht unbedingt. Foto: Mascha Brichta

Düsseldorf (dpa/tmn) - Jeder kann in seinem Testament festhalten, an welche Bedingungen er sein Erbe knüpft. So durfte eine Mutter zum Beispiel bestimmen, dass ihr Sohn den Nachlass nur bekommt, wenn er leibliche Kinder hat.

Das Gesetz stellt adoptierte und biologische Kinder weitestgehend gleich. In seinem Testament muss man dieser Wertung aber nicht folgen. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf hervor (Az.: I-3 Wx 98/14), über die die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

In dem verhandelten Fall hatte eine Mutter in ihrem notariellen Testament angeordnet, dass ihr Sohn nur dann unbeschränkter Erbe werden soll, wenn er leibliche eheliche Abkömmlinge erhält. Bei ihrem Tod hatte er keine eigenen, aber zwei adoptierte Kinder. Die Richter entschieden, dass der Sohn nicht frei von Beschränkungen Erbe geworden ist. Dabei kommt es nicht darauf an, welche Wirkungen das Gesetz einer Adoption beimisst. Vielmehr ist der Wille der Mutter entscheidend.

Durch die Formulierung "leibliche Abkömmlinge" habe sie klargestellt, dass sie einen Unterschied zwischen biologischen und adoptierten Kindern macht. Auch das Ziel der Mutter, den Grundbesitz in der Familie zu erhalten, bestätige dies. Familie meine nach den Moralvorstellungen zum Zeitpunkt des Abfassens des Testamentes im Jahre 1969 nur im biologischen Sinne eigene Kinder. Dieser Wille der Mutter setzt sich durch.

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