Darmkrebs: Männer gehen zu spät zur Vorsorge

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Darmkrebs: Männer sollten früher zur Vorsorge

Stuttgart - Männer sind Vorsorge-Muffel. Vor allem bei der Krebsfrüherkennung ist die Motivation sehr gering. Experten fordern jetzt eine frühere Darmspiegelung.

Männer sollten früher zur Darmkrebs-Vorsorge gehen. Denn sie erkrankten früher als Frauen, und der Verlauf sei bei ihnen intensiver, schreiben Experten in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“.

Seit 2002 haben alle Bundesbürger in Deutschland ab 50 Jahren den Anspruch auf ein kostenloses Beratungsgespräch beim Arzt und einen Stuhltest. Mit 55 Jahren können sie eine Darmspiegelung durchführen lassen. Leider nähmen Männer seltener an der Krebsvorsorge teil als Frauen, berichtet Jürgen Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke, die sich seit 1998 für die Darmkrebsfrüherkennung einsetzt. Männer fühlten sich gegenüber Erkrankungen besonders stark, und sie überschätzten sich in Bezug auf körperliche Beeinträchtigungen, betonen Riemann und Mitautor Stefan Webendörfer.

Die beiden sprechen sich für eine gesetzliche Regelung aus, die Männern fünf Jahre früher als bisher eine Darmkrebsvorsorge ermöglicht. Solange dies nicht umgesetzt worden ist, empfehlen sie allen Männern, die Untersuchungen so früh wie möglich in Anspruch nehmen. Eine Möglichkeit, Männer zu motivieren, sei eine betriebliche Darmkrebsvorsorge. In Polen und Österreich habe man außerdem gute Erfahrungen gemacht mit einem Einladungsverfahren wie beim Brustkrebs-Screening, schreiben sie.

dapd

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