Gebärmutterhalskrebs - Was ist die richtige Vorsorge?

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Humane Papillomviren (HPV) unter dem Mikroskop: Über die richtige Vorsorge sind sich Ärzte und Krankenkassen noch uneins. Foto: Deutsches Krebsforschungszentrum

Berlin (dpa) - Die Todesrate bei Gebärmutterhalskrebs ist hierzulande sehr gering. Es gibt aber eine neue Vorsorgemethode - und darüber streiten Kassen und Ärzte. Frauen ab 20 bekommen kostenlos einen Pap-Abstrich - den HPV-Test müssen Patientinnen aber selbst zahlen.

Die Krankenkassen wollen die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs neu ausrichten. Nach ihrem Willen soll der neue HPV-Test (Humane Papillomaviren-Test) die bisherige Methode ablösen und auch von den Kassen bezahlt werden. Zudem sollen die Kassen Frauen aktiv zur Vorsorge einladen und es nicht mehr deren Eigeninitiative überlassen, sagte der Vorsitzende der Ersatzkasse Barmer GEK, Christoph Straub, am Donnerstag (19. Februar) in Berlin.

Humane Papillomaviren gelten als wichtigster Risikofaktor für den Gebärmutterhalskrebs. Jährlich erkranken in Deutschland den Angaben nach rund 5000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 1600 sterben daran - eine im weltweiten Vergleich sehr niedrige Rate.

Zwischen Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) gibt es Meinungsverschiedenheiten über die richtige Methode. Die Kassen bevorzugen den HPV-Test für Frauen zwischen 30 und 60. Dieser erkenne bösartige Zellveränderungen früher und gebe länger Sicherheit über das Risiko.

Die Ärzte hingegen bestehen laut Barmer darauf, dass der seit Jahrzehnten gängige konventionelle Test (Pap-Abstrich), den Frauen ab 20 Jahren einmal pro Jahr kostenlos machen können, grundsätzlich immer angewandt wird. Dafür sollen die Frauen alle zwei Jahre in die Praxis kommen. Der HPV-Test - bislang eine von den Kassen nicht übernommene Eigenleistung der Patientinnen - solle nur eine zusätzliche Option sein, erläuterte Straub.

Das Thema Gebärmutterhalskrebs ist Schwerpunkt des von der Barmer GEK vorgestellten Arztreports 2015. Die Krankenkassen übernehmen für Mädchen und junge Frauen die Kosten für die HPV-Impfung, die vor bestimmten HPV-Typen schützt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät, dass sich Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren impfen lassen. Bis zum Herbst vergangenen Jahres galt die Empfehlung noch für die Altersgruppe 12 bis 17. Am wirksamsten ist die Impfung laut dem Robert Koch-Institut (RKI), wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt.

Von der Stiko empfohlene Impfungen zahlen die Krankenkassen. Für Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr besteht aber ein Anspruch auf die Nachholung von Impfungen und die Vervollständigung des Impfschutzes. Darauf weist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hin. Ein fünfzehnjähriges Mädchen, das bisher nicht gegen HPV geimpft sei, könne also trotz der veränderten Altersgrenze den Impfschutz nachholen.

RKI zur HPV-Impfung

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