Dioxin-Skandal, Cholesterin...

Wie gesund sind Ostereier?

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Bunte Ostereier aus dem Supermarkt halten länger - aber ihre Herkunft ist oft ungewiss.

München - Lebensmittelskandale und Cholesterin-Warnungen haben viele Verbraucher verunsichert: Sind Eier ungesund oder sogar schädlich? Wir erklären, wann Eier zu Ostern unbedenklich sind.

Eigentlich ist das Ei ein ideales Lebensmittel: Jedes Hühnerei enthält rund sieben Gramm Eiweiß, das vom Körper direkt für den Muskelaufbau eingesetzt werden kann. Am hohen Proteingehalt liegt es auch, dass Eier gut sättigen und mit unter hundert Kilokalorien pro Stück relativ kalorienarm sind. Zudem enthalten sie Vitamine, Mineralstoffe und rund sechs Gramm Fett pro Stück.

Trotzdem haben Hühnereier in Deutschland durch Lebensmittelskandale und die Gesundheitsindustrie ein schlechtes Image: In Medienberichten der vergangenen Jahren war von Schadstoff-Belastungen und gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen die Rede. Wer sich ein Osterfrühstück ohne Ekel und Risiko wünscht, sollte die wichtigsten Antworten kennen.

Wie lange halten Hühnereier?

Frische Eier halten sich maximal 28 Tage nach dem Legedatum, das auf der Verpackung angegeben sein muss. Gekochte Eier können im Kühlschrank für ein bis zwei Wochen aufbewahrt werden.

Für Speisen mit rohen oder nur kurz zubereiteten Eiern sollten die Eier frisch sein – höchstens zwei Wochen nach dem Legedatum. Danach sind sie nur voll durcherhitzt noch unbedenklich, zum Beispiel zum Verbacken.

Gefärbte Eier aus dem Supermarkt sind mit Baumharzen versiegelt und halten unbeschädigt bis zu zwölf Wochen - wenn sie dem Verbraucher dann noch schmecken.

Woran erkenne ich Ekel-Eier?

Im Handel erhältlich sind ausschließlich Eier der Güteklasse „A“. Dazu muss die Schale unbeschädigt sein, das Eiklar darf nicht riechen oder trüb sein.

Eier der Güteklasse B, die diese Kriterien nicht erfüllen, dürfen aber industriell verarbeitet werden. Verbraucherschützer kritisieren an dieser Praxis oft, dass auf diesem Weg auch qualitativ minderwertige Eier in Brot, Nudeln etc. landen können.

Mit dem sogenannten Erzeuger-Code auf der Schale lässt sich jedes Ei bis in den Stall zurückverfolgen, in dem es gelegt wurde. Auf bereits gefärbten Eiern aus dem Supermarkt ist die Kennzeichnung jedoch meist nicht mehr zu sehen. Wer ganz genau wissen will, was er isst, sollte die Eier also lieber selbst färben.

Wie gefährlich sind gefärbte Eier?

In Deutschland zugelassene Lebensmittelfarben werden vom Europarat als unbedenklich für den Verzehr eingestuft, können jedoch zu Allergien beitragen. Wer kein Risiko eingehen will, kann Eier statt dessen mit Naturstoffen färben.

Sind Eier noch immer dioxinbelastet?

Ende 2010 waren Eier in den Handel gelangt, die den EU-weiten Grenzwert für das hochgiftige Dioxin überschritten. Ursache war aus Industriefett hergestelltes Futtermittel der Firma Harles und Jentzsch, die daraufhin Insolvenz anmeldete.

Inzwischen müssen Futtermittelbetriebe in der EU eine Zulassung erlangen, Industrie- und Futter-Fette müssen getrennt produziert und gelagert werden. Zudem müssen private Testlabore der Bundesregierung zukünftig melden, wenn sie erhöhte Dioxinwerte in Lebensmitteln feststellen. Betroffene Betriebe können daraufhin gesperrt werden.

Anfang März 2012 wurde letztmalig bekannt, dass belastete Eier in den Handel gelangt waren - das Dioxin stammte in diesem Fall wohl von Altlasten im Boden. Am besten lässt sich das Dioxin-Risiko also bei Eiern aus dem Bauernladen ausschließen, den der Verbraucher genau kennt.

Eier enthalten doch das "böse" Cholesterin...

Cholesterin steckt im gelben Eidotter und wird auch vom Körper selbst gebildet - ist also an sich nicht schädlich, sondern sogar nützlich. Denn der fettähnliche Stoff ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen. Gefährlich wird's erst, wenn dem Körper durch die Nahrung ein Überangebot zugeführt wird: Zunächst fängt die Leber den Stoff auf. Kann sie nicht noch mehr Cholesterin aufnehmen, zirkuliert es in der Blutbahn und kann sich dort ablagern - Gefäßverkalkung droht.

Laut Bundesministerium für Ernährung isst jeder Deutsche über 200 Eier im Jahr - "Ostereier" zählen mit und fallen eher gering ins Gewicht. Aufpassen sollten Menschen mit hohem Fleischkonsum, Diabetes oder Stoffwechsel-Störungen. Für den Rest des Jahres rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, nicht mehr als zwei oder drei Eier pro Woche zu essen.

est

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