Anstecken schwer gemacht

Feuchte Luft schützt vor Grippeviren

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Grippeviren scheinen derzeit an jeder Ecke zu lauern...

In der Bahn schnäuzt sich der Sitznachbar geräuschvoll, im Büro niest der Kollege am Schreibtisch gleich ein paar Mal: Grippeviren scheinen derzeit an jeder Ecke zu lauern...

...und den aktuellen Erkrankungszahlen zufolge finden sie gerade besonders viele Opfer. Warum die Grippewelle ausgerechnet im Winter rollt, darüber rätseln Forscher schon lange. Wissenschaftler der Universität West Virginia in Morgantown wollten es genauer wissen – und haben es einfach ausprobiert, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet: Mit Hilfe zweier Versuchspuppen stellten sie im Labor nach, was bei einer Ansteckung passiert.

Hustende Puppen

Für das Experiment standen sich die Puppen in einem bestimmten Abstand gegenüber. Sie waren so gebaut, dass sie Atembewegungen ausführen konnten. Eine der beiden Puppen konnte sogar husten. Ein Hustensimulator versprühte auf Knopfdruck ein Aerosol mit kleinen flüssigen Schwebeteilchen. Die Puppe schleudert dabei 100 Millionen Influenzaviren aus und das fünf Mal pro Minute. Die zweite Versuchspuppe war mit einem Gerät ausgestattet, das den ankommenden Spray sammelte. Die Forscher untersuchten daraufhin die Zahl der angekommenen Viren und wie ansteckend diese noch waren. Sie wiederholten ihren Versuch mehrmals. Unter anderem veränderten sie dabei auch die Luftfeuchtigkeit im Raum.

Trockene Raumluft

Erhöhten die Forscher die Luftfeuchtigkeit im Labor, änderte das zwar kaum etwas an der Zahl der aufgefangenen Viren. Doch ein viel geringerer Anteil davon war noch infektiös, hätte also zu einer Ansteckung geführt. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 43 Prozent waren dabei nur noch 14 Prozent der Viren ansteckend. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 23 Prozent und weniger erhöhte sich der Anteil der infektiösen Viren bei der Empfängerpuppe auf 70 bis 77 Prozent. Zudem waren diese auch nach vier bis fünf Stunden noch ansteckend. Bei einer hohen Luftfeuchtigkeit waren schon nach einer Stunde keine infektiösen Viren mehr nachweisbar. Das Ergebnis der Forscher legt nahe, dass die trockene Heizungsluft das Ansteckungsrisiko im Winter erhöht. Befeuchter könnten die Gefahr womöglich etwas senken.

ae

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