Keine Verbote - Kindern gesunden Lebensstil früh vermitteln

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Um bei Kindern Übergewicht oder schädliche Laster wie Rauchen vorzubeugen, hilft nur, ihnen eine gesunde Lebensweise nahezubringen. Das geht etwa mit viel Bewegung in der Natur. Foto: Patrick Pleul

Von gesunder Ernährung wollen Jugendliche oft wenig wissen. Die Grundlagen für ein Bewusstsein dafür werden auch schon viel früher gelegt. Aber auch Jugendliche kann man oft noch für einen gesunden Lebensstil begeistern.

Fürth (dpa/tmn) - Wenn Eltern Jugendlichen Dinge wie Rauchen, Trinken oder Süßigkeiten strikt verbieten, bringt das oft nichts. Stattdessen sollten sich die Teenies selbst für ihre Gesundheit verantwortlich fühlen.

"Das A und O ist, dass Eltern schon früh einen gesunden Lebensstil vorleben", sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). "Bewegung, nach draußen gehen, selbst kochen und zusammen essen, das sollten schon kleine Kinder erfahren."

Dazu gehört vielleicht auch, dass der Nachwuchs schon im Grundschulalter ein sportliches Hobby findet, das ihm Spaß macht. Dieses kann im Jugendalter natürlich noch mal wechseln - die Hemmschwelle eine neue Sportart zu probieren, ist aber viel geringer, wenn das Kind schon ein Hobby hatte. Und Eltern sollten Kinder nicht mit Süßigkeiten belohnen oder trösten oder Essen mit sozial angenehmen Dingen verbinden.

Aber auch Jugendliche kann man noch für eine gesunde Lebensweise begeistern. Große Perdekamp schlägt beispielsweise einen gemeinsamen Kochabend vor. "Da kann man vielleicht noch jemanden einladen und mit frischen Zutaten experimentieren." Gut ist, wenn die Kinder einen Bezug zu gesunden Lebensmitteln bekommen. Vielleicht können sie ihre eigene Tomatenpflanze ziehen oder im Gartenbeet Kartoffeln setzen und ernten. Und wieso nicht mal mit der ganzen Familie ein Urlaubsziel wählen, wo Sport angeboten wird? Das kann Volleyball am Strand sein, Stand Up Paddling oder ein Tenniskurs - so lassen sich Jugendliche vielleicht einfacher für Bewegung begeistern.

Dass Jugendliche in der Pubertät vielleicht Alkohol und Zigaretten testen, das ist normal. Sind Eltern beunruhigt, empfiehlt Große Perdekamp, das nicht pauschal zu verurteilen und entspannt anzusprechen. "Dann sollte man ruhig mal fragen: "Was ist dir daran eigentlich wichtig?"" Ganz oft hängt das Trinken von Alkohol oder Rauchen bei Jugendlichen mit dem Wunsch nach Anerkennung und Dazugehören unter Gleichaltrigen zusammen. Mütter und Väter können das offen ansprechen.

Onlineberatung der bke

Jugendliche in Europa und Nordamerika greifen immer seltener zu Alkohol und Zigaretten. Sie ernähren sich aber oft zu schlecht und sind zu dick. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in Brüssel vorstellte. Demnach ist der Konsum von Alkohol und Tabak bei 11- bis 15-Jährigen seit 2010 deutlich zurückgegangen.

Besorgniserregend ist nach Einschätzung der Experten die relativ hohe Anzahl Übergewichtiger sowie schlechte Ernährung und Mangel an körperlicher Betätigung bei Jugendlichen in den untersuchten Ländern. Demnach essen im Schnitt etwa nur 29 Prozent aller Jungen im Alter von 15 Jahren täglich Obst. Bei den gleichaltrigen Mädchen sind es 37 Prozent.

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