Sommer, Sonne, Mücke: Plagegeister surren wieder

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. Foto: Patrick Pleul

Die stechfreudigen Gesellen unter den Insekten sind zurück: Auch Mücken freuen sich über schönes Wetter. Massenhaft vermehren können sie sich aber erst, wenn es regnet.

Berlin (dpa) - Bei sommerlichen Temperaturen sind die ersten Mücken ausgeschwärmt. Für eine massenhafte Vermehrung fehle es im Moment aber an Feuchtigkeit, sagt Doreen Walther, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg.

Durch wenig Regen seien die Wasserstände bisher gering. Mücken gedeihen am besten, wenn es für die Eiablage viele stehende Gewässer und Pfützen gibt. Durch die fehlende Schneeschmelze in diesem Winter ist die erste Generation in diesem Jahr laut Walther so gut wie ausgefallen.

Rund 50 Mückenarten gibt es in Berlin und Brandenburg. In den vergangenen beiden Sommern waren weniger Plagegeister in der Region unterwegs, weil es meist zu trocken war. Das Hochwasser 2013 führte dagegen zu einer wahren Mückenplage. Exoten wie die Asiatische Tiger- oder Buschmücke wurden aber bisher nicht gesichtet. "Vergangenes Jahr haben wir sie aber schon in Thüringen registriert", berichtet Walther. Exoten unter den Stechmücken sind als mögliche Virenüberträger gefürchtet. Sie können zum Beispiel durch abgelegte Eier im Profil von Autoreifen nach Deutschland kommen.

Mücken schafften es nur ganz selten, in Kellern oder Höhlen zu überwintern, erklärt der Botaniker beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Magnus Wessel. Ihre abgelegten Eier würden jedoch praktisch tiefgefroren und tauten im Frühjahr wieder auf. "Warme Winter schaden Mücken, weil die Gelege von Pilzen und Bakterien befallen werden können." Die Natur sorge in der Regel für ein Gleichgewicht bei den Mückenbeständen.

Wessel: "Wenn es wärmer wird und regnet, gedeihen auch Fressfeinde wie Vögel, Spinnen, Wasserinsekten und Fischbrut besonders gut." Mit Regentonnen in Gärten schafften sich Hausbesitzer dagegen ihre eigene Mückenzucht. "In den Tonnen leben keine Mückenfeinde. Deshalb sollte man sie lieber abdecken", rät der Experte.

Stechmücken ernähren sich von zuckerhaltigen Pflanzensäften, für die Reifung von Eiern brauchen Weibchen allerdings eiweißreiche Nahrung. Nur darum saugen sie Blut - bei Tier und Mensch. Ein Mückenweibchen kann nach einer Blutmahlzeit bis zu 300 Eier legen - und vier bis sechs Wochen leben.

Ein Problem bei der natürlichen Dezimierung von Mücken sehen Naturschützer durch das Spritzen mit Unkrautvernichtern wie dem umstritteten Glyphosat. Dadurch gebe es weniger wilde Pflanzen, von denen sich auch Vögen ernährten. Die Folge sei weniger Vogelbrut - und damit auch weniger Mückenfresser, erläutert Wessel.

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung hat für die Forschung den "Mückenatlas" ins Leben gerufen. Wer eine Stechmücke erlegt hat, kann sie mit einer Notiz über den Fundort nach Müncheberg schicken. Die Funde geben den Wissenschaftlern Aufschluss über die Verbreitung von Mückenarten in Deutschland.

Mückenatlas

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