Verbraucherschützer sehen Kapitallebensversicherung kritisch

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Der Schritt will gut überlegt sein: Junge Sparer müssen bei Lebensversicherungen damit rechnen, dass ihr Vertrag über eine lange Zeit im Minus bleibt. Foto: Jens Büttner

Berlin (dpa/tmn) - Wer eine Lebensversicherung als Kapitalanlage neu abschließen will, sollte sich das gut überlegen. Denn aus Sicht von Verbraucherschützern lohnt sich dieses Investment oft nicht mehr. Einige Kritikpunkte im Überblick:

Hohe Kosten: "Die Kosten sind immens, gerade am Anfang", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Junge Sparer müssen damit rechnen, dass ihr Vertrag die ersten zehn Jahre lang im Minus ist."

Langfristige Verträge: Bei einer Kapitallebensversicherung ist das Geld über Jahrzehnte gebunden, Anlegern geht somit die Flexibilität verloren. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen sei das unrentabel, erklärt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Gesunkene Zinsen: Der Garantiezins von neu abgeschlossenen Lebensversicherungen liegt derzeit bei 1,25 Prozent. Vor 20 Jahren lag er für Renten- oder Kapitallebensversicherungen nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) noch bei 4 Prozent.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Klage eines Rentners gegen die Berechnung der Zinsen bei seiner Lebensversicherung abgewiesen. In dem Verfahren ging es um die Frage, wie die Versicherer die Beteiligung ihrer Kunden an Überschüssen und den sogenannten Bewertungsreserven regeln, wenn der Versicherungsvertrag abgelaufen ist.

Der 71-Jährige hatte den Allianz-Konzern verklagt. Er ist der Auffassung, das Unternehmen habe ihm aus einer 2008 ausgelaufenen kapitalbildenden Lebensversicherung rund 650 Euro zu wenig an Zinsen ausbezahlt. Die Allianz habe die Bewertungs- oder stillen Reserven unzulässigerweise mit anderen Überschüssen verrechnet.

Ein weiterer Zahlungsanspruch stehe dem Kläger aber nicht zu, entschied der BGH nun. Die Versicherung habe ihn korrekt an den stillen Reserven beteiligt.

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