Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Schlüsseldiensten

+
Ausgesperrt! Eine Überprüfung hat ergeben, dass viele Schlüsseldienste die Notlage ihrer Kunden ausnutzen. Foto: Kai Remmers

München (dpa/lby) - Der Schlüsseldienst ist der Retter in der Not, wenn sich vergessliche Mieter aus den eigenen vier Wänden ausgesperrt haben. Eine Überprüfung hat jedoch ergeben, dass viele Anbieter die missliche Lage ihrer Kunden ausnutzen.

Schlüsseldienste stehen immer wieder in der Kritik, weil einige davon die Notlage von Wohnungsinhabern ausnutzen sollen. Nun hat die Verbraucherzentrale Bayern die Geschäftsbedingungen mehrerer Dienste überprüft und ist dabei auf Unregelmäßigkeiten gestoßen, wie die Verbraucherschützer am Dienstag (28. Oktober) mitteilten. Zuvor hatten sich Kunden über Notdienste beschwert.

"Bei nahezu allen überprüften Unternehmen fanden sich unzulässige Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen", sagte Juliane von Behren, Juristin bei der Verbraucherzentrale. So sollten die Kunden per Unterschrift bestätigen, dass die Abrechnung und die Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt worden seien. Jedoch müssten umgekehrt die Unternehmen belegen können, dass Rechnung und Arbeit korrekt seien.

Der Verband Deutscher Schlüsseldienste wies darauf hin, dass der Kunde nicht verpflichtet sei, die Erklärungen zu unterschreiben. Man wolle lediglich feststellen, ob alles zur Zufriedenheit des Kunden verlaufen sei. Die Verbraucherzentrale hat allerdings Zweifel, ob eine solche Unterschrift vor der verschlossenen Wohnungstür wirklich ohne Druck erfolgt. Allerdings seien solche Klauseln ohnehin ungültig, ob mit oder ohne Unterschrift.

Die Verbraucherschützer haben nun exemplarisch zehn Schlüsseldienste abgemahnt. Sollten sie die beanstandeten Geschäftsbedingungen weiter verwenden, drohten ihnen Vertragsstrafen. Als günstige Alternative zu Schlüsseldiensten geben die Verbraucherschützer einen simplen Tipp: Einem Bekannten einen Zweitschlüssel geben.

Meistgelesene Artikel

Finger weg von diesem McDonald's-Produkt

"Ungenügend" - so lautet das Testurteil von ÖKO-Test zu einem beliebten McDonald's-Produkt. Die Fast-Food-Leckerei enthalte Stoffe, die krebserregend …
Finger weg von diesem McDonald's-Produkt

Bunte Tapete kann Schadenersatzforderung rechtfertigen

Bunte Tapeten gefallen nicht jedem. Mieter sollten sie beim Auszug daher wieder entfernen. Tun sie das nicht, müssen sie Schadenersatz zahlen, wie …
Bunte Tapete kann Schadenersatzforderung rechtfertigen

Neues Portal informiert über Nahrungsergänzungsmittel

Viele Menschen versprechen sich von Vitamin- und Mineralpräparaten eine gesündere Ernährung. Doch wie förderlich sind solche Mittel wirklich?
Neues Portal informiert über Nahrungsergänzungsmittel

Kommentare