Februar 2016

Baufamilie Kraus: Allgäuer Traumhaus mit Feng-Shui-Flair

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Hier im idyllischen Oberallgäu steht das Holzhaus von Familie Kraus.

Lars Kraus ist ein echter Macher, egal ob kochen, malen, Gartengestaltung oder Handwerk, der Allroundprofi hat´s drauf. Ob beim Pläne entwerfen, bei den Arbeiten auf der Baustelle oder bei der Gestaltung der Innenräume seines neuen Hauses hat er seine Ideen einfließen lassen und eigene Vorstellungen verwirklicht.

„Es soll einfach alles perfekt passen“, lacht der 36-Jährige. Dass er nicht in einer Mietwohnung, sondern im eigenen Haus leben möchte, war für Lars Kraus von Anfang an klar. „Meine Eltern haben 1995 gebaut. Da habe ich schon einiges mitbekommen auf was es beim Neubau ankommt und konnte dies bei meinen eigenen Plänen miteinbeziehen“, so der Bauherr.

Der Kauf eines bestehenden Anwesens war Lars Kraus zu risikoreich. „Da gibt es oft negative Überraschungen was den Sanierungsaufwand angeht“, erklärt er. Auch beim Neubau gab es erst mal ein kleines Hindernis: Mit der Bodenbeschaffenheit auf dem, von der Gemeinde ausgewiesenen Grundstück, hatte das Paar und die beauftragten Baufirmen anfangs etwas zu kämpfen. Gelöst wurde das Problem mit einem Bodenaustausch. „Für solche Eventualitäten kann ich jedem Bauherren nur empfehlen, etwa zehn Prozent der gesamten Bausumme noch einmal in petto zu haben, um dann nicht in finanzielle Engpässe zu geraten“, so Kraus' Erfahrung. Die restliche Bauphase verlief allerdings problemlos. „Wir hatten viel Spaß auf der Baustelle und sogar das Glück, dass es bis zur Fertigstellung des Daches nicht ein einziges Mal geregnet hat“.

Highlight im Garten: Senkgarten mit Bergpanorama 

Lars Kraus hat sich bei der Gestaltung des Gartens, seinem großen Hobbys, an Feng- Shui orientiert.

Die Gartengestaltung ist eines von Lars Kraus` Hobbys – und das sieht man der rund 260 Quadratmeter großen Fläche auch an. Eine große Rasenfläche bietet den beiden Töchtern ausreichend Platz, sich auszutoben. Ein kleiner Steinbrunnen und kleine mit Steinen eingefasste Rundbeete sind integriert. Das absolute Highlight ist jedoch der Senkgarten mit Sitzgruppe und Feuerschale sowie Ausblick auf die Berge. Hier kann sich die kleine Familie nicht über zu wenig Besuch, vor allem im Sommer, beschweren, denn die hellen Natursteine und die gleichzeitig geschützt wirkende Anlage wirken einladend und war schon Schauplatz so mancher Grill- oder Lagerfeuerparty. Die Mauern aus Jura- Kalksandstein bieten außerdem ausreichend Platz für ein weiteres Hobby des Hausherren: Kräuterbepflanzung. Harmonie dank Feng-Shui Für ein harmonisches Gesamtkonzept hat sich Lars Kraus übrigens an Feng-Shui orientiert. Das leicht abfallende Grundstück lässt nach den Grundsätzen der chinesischen Lehre die Energie eher „entweichen“. Durch das Mauerwerk des Senkgartens und des kleinen Brunnens sind jedoch „Barrieren“ entstanden, welche der Gesamtkomposition einen harmonischen Gesamteindruck geben, ohne jedoch optisch einzuengen. Entlang der Hauswand führt eine Treppe nach oben in den Vorgarten. Hier hat sich Kraus vom Feng Shui zu kleinen Kieswegen, einem quadratisch eingefassten Mini-Teich und Schilfbepflanzung inspirieren lassen. Statt langweiligen Vorgarten-Beeten ist hier der Raum neben dem Eingangsbereich optimal ausgenutzt und ein echter Blickfang. Kein Wunder, dass das Paar hier auf der, mittlerweile so getauften, „Sundowner-Bank“ gerne die abendlichen Sonnenstrahlen genießt. Carport und Werkstatt Auf der anderen Seite befindet sich der Stellplatz für die beiden Familienautos. Langfristig geplant ist hier noch eine Überdachung durch ein Carport. Geschickt genutzt hat Lars Kraus die Hanglage des Hauses hinsichtlich zusätzlichem Stauraum: Unter dem Autostellplatz und damit auf der anderen Seite vom Garten aus begehbar befindet sich eine Werkstatt, auf der anderen Seite auf mittlerer Höhe der Verbindungstreppe ein kleiner Schuppen für Gartengeräte.

Hanglage optimal ausgenutzt: Neubau in Holzständer-Bauweise

Auf dem 430 Quadratmeter großen Grundstück in Hanglage hat Familie Kraus ihr neues Holzhaus gebaut.

Das Haus der Familie Kraus liegt im Neubaugebiet des idyllischen Örtchens Wertach. Im oberen Ortsteil gelegen, sind Einkaufsmöglichkeiten und Infrastruktur fußläufig erreichbar, gleichzeitig gibt es einen unverbauten Blick auf Pferdeweiden und die Allgäuer Berge. Auf dem 430 Quadratmeter großen Grundstück in Hanglage ist zwischen Oktober 2011 und April 2012 ein Eigenheim mit rund 140 Quadratmetern Wohnfläche entstanden. Weil die Häuser hier insgesamt relativ nah aneinander stehen, ist Lars Kraus zusammen mit einem befreundeten Baustatiker auf einen Trick gekommen: „Wir haben das Haus im Vergleich zur Nachbarbebauung einfach um zehn Prozent gedreht. So gibt es keinen direkten Blick von Fenster zu Fenster, außerdem konnte so die Sonneneinstrahlung perfekt ausgenutzt werden.“ Errichtet wurde das Haus in Holzständer-Bauweise. Die Wände wurden anschließend mit Holzfaser gedämmt. Klassisch aber modern Klassisch, aber modern, das war der Anspruch von Lars und Julia Kraus an die Optik ihres Hauses. Auch im Inneren, wo ein Sichtdachstuhl und eine sogenannte Lignaturdecke mit tragenden Holzelementen den ansonsten klar strukturierten und hellen Wohnräumen einen gemütlichen Charme verpassen. Ein 30 Quadratmeter großer Balkon, der mit seiner L-Form das Wohnzimmer praktisch komplett umschließt, nutzt den Blick auf die umgebende Natur optimal aus. Fenster geschickt positioniert Auch bei der Positionierung der Fenster wurde mitgedacht: Diese sind hauptsächlich in Richtung der Berge ausgerichtet. Und nicht nur das: „Die Fenster sind so positioniert, dass wir im Winter mehr Sonneneinstrahlung haben, da die Sonne hier tiefer steht. Im Sommer dagegen bleiben die Räume durch den Sonnenstand eher kühl“, erklärt Kraus. Auf Rollläden konnte die Familie deshalb verzichten. Nur im Obergeschoss wurden je nach Bedarf Stoffrollos und Vorhänge angebracht. Die Hanglage des Hauses bot zudem die reizvolle Möglichkeit, im eigentlichen Kellergeschoss Räume mit Tageslichtfenstern sowie einen Zugang zu Terrasse und Garten zu schaffen.

Pelletheizung: Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen - Fußbodenheizung mit Klettverschluss-System

Lars und Julia Kraus haben sich für eine Pelletheizung entschieden, die einmal täglich nachgefüllt werden muss.

Bei der Heizung hat sich das Ehepaar für eine Pelletheizung entschieden. Der Nachteil: Es muss etwa einmal täglich nachgefüllt werden. Der Vorteil: Die Holzpellets sind ein heimischer und nachwachsender Rohstoff und verbrennen fast fast CO2-neutral. Zudem sind die Brennstoffkosten für Pellets in den letzten Jahren deutlich geringer gestiegen als beispielsweise für Gas und Öl. Und auch die Preise für den Brennstoff sind im direkten Vergleich sehr niedrig. Pellets erzeugen keine Geruchsbelästigung im Gebäude und produzieren nur sehr wenige Ascherückstände. Die Verbrennungsrückstände der Pellets können außerdem leicht selbst entsorgt und beispielsweise zur Kompostierung oder als Dünger genutzt werden. Auch die Abgase können zum Heizen „wiederverwertet“ werden. Der Effizienzgrad liegt bei seinem Modell laut Lars Kraus bei 92 bis 95 Prozent. Direkt neben dem Heizkessel liegt ein Frischwassertank, der durch einen Wärmetauscher erhitzt wird und so warmes Wasser liefert. Der Pufferspeicher umfasst 650 Liter. Im gesamten Haus gibt es eine Fußbodenheizung, deren Leitungen mit einem speziellen „Klettverschluss“-System befestigt wurden.

Kleine Tricks für mehr Funktionalität: Gut durchdachte Innenraumgestaltung

Wer das Haus betritt, gelangt von Garderobe und Flur mit angegliederter Gästetoilette direkt in den Wohnbereich, der offen in die Küche übergeht. Eine gewisse optische Trennung dieser beiden Bereiche entsteht jedoch durch eine halbhohe Schrankfront mit Arbeitsplatte.

Kreative und funktionale Küche Teile der alten Küche wurden einfach in die neue Küche integriert. Wandschränke der neuen Küche, die im Angebot enthalten waren, wurden kurzer Hand in Sitzbänke, unter den großen Sonnenfenstern im mittig gelegenen Essbereich, umfunktioniert. So wurde, anstatt viel Geld für eine maßgeschneiderte Küche auszugeben, auf Kreativität und Funktionalität gesetzt. Beispielsweise wurde die Spülmaschine nicht ebenerdig gesetzt, sondern auf Armhöhe ins Küchenmobiliar integriert. Praktisch bei der täglichen Arbeit sind außerdem sogenannte „Lemans“, also Regalelemente, in den Schränken, die, an einem Gelenk befestigt, kreisförmig ausgezogen werden können und so das „Wühlen“ nach Küchengerät ersparen.

Allgäuer Traumhaus mit Feng-Shui-Flair

Lichtdurchflutete Räume Der Boden im Erdgeschoss ist durchgehend mit dunkelgrauem Steinzeug belegt und bietet so eine zusätzliche optische Verbindung zwischen den einzelnen Bereichen. Im Obergeschoss befinden sich die beiden Kinderzimmer, das Schlafzimmer der Eltern sowie das Bad. Auf einen Dachboden hat das Paar verzichtet. Stattdessen ist der hölzerne Dachstuhl offen sichtbar. Wie bereits erwähnt, kann Familie Kraus, durch die Hanglage des Hauses, das Kellergeschoss teilweise als Wohnbereich mit Tageslicht nutzen. Neben den „normalen“ Kellerräumen wie Vorratskammer und Heizungsraum gibt es hier deshalb ein Büro mit Ausgang auf die Terrasse sowie einen lichtdurchfluteten Party- und Hobbyraum.

Schlichter Stil im Badezimmer Schlicht und in grauem Steinzeug gehalten ist das Badezimmer mit der ebenerdig begehbaren Dusche. Ein echtes Schmuckstück ist die ovale Badewanne mit rund 80 Litern Fassungsvermögen inklusive Einlauf am Beckenrand. Durch die Rundung ist in Richtung der Wand viel Platz für Ablageflächen, wo auch ein Wäscherohr integriert ist. Die weißen, ebenfalls oval geformten Waschbecken haben sich die Kraus´es nicht viel kosten lassen, sondern einfach im Baumarkt gekauft und sich bei der Auswahl auf den eigenen Geschmack statt auf teure Designerstücke verlassen.

Steckbrief: Familie Kraus aus Wertach (Oberallgäu)

Anwesen

Einfamilienhaus, Neubau in Hanglage Haus in Holzständer-Bauweise, außen verputzt, innen Sichtdachstuhl

Energieeffizienz KfW55 (zertifiziert)

Baukosten

Rund 300.000 Euro Baukosten:

Grundstück 100.000 Euro

15.000 Euro Mehrkosten für Bodenaushub

Bauzeit

Oktober 2011 Aushub, Einzug im April 2012

Grundstücksfläche

430 m²

Wohnfläche

140 m²

Fläche Garten (inkl. Vorgarten)

300 m²

Ausstattung

Einfamilienhaus mit zwei Stockwerken und Kellergeschoss mit Tageslichträumen, Satteldach, Pkw-Stellplatz neben dem Haus, Bad, Toilette, Gäste-Toilette, offener Koch, Ess- und Wohnbereich, Schlafzimmer, Büro, Hobbyraum, Pelletsheizung, Fußbodenheizung, Fenster mit Dreischichtverglasung, Dämmung mit Holzfaser

Frisch

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