Januar 2016

Neubau vereint historischen Charme und modernen Stil

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Marion Pürner und Stefan Schädtler entschieden sich für ein Leben auf dem „Schorendorfer Hof“, einem Haus mit Geschichte.

Ein Haus auf dem Land, mit freier Sicht auf das Panorama der Allgäuer Alpen und guter Anbindung zum nächstgelegenen Ort – ein Traum vieler Bauherren.

"Herzlich willkommen": Schon Innenhof und Eingangsbereich wirken einladend und gleichzeitig aufgeräumt.

Der „Schorendorfer Hof“, seit Generationen im Besitz der Familie Pürner, im beschaulichen Ort Hopferau bei Füssen bietet exakt die Vorzüge, die sich so viele wünschen. Genau dieser Hof, wo 1992 bereits hundertjähriges Hoffest gefeiert wurde, war der perfekte Platz zum Wohnen für Marion Pürner und Lebensgefährte Stefan Schädtler. Die Bausubstanz, die Raumaufteilung und das Heizkonzept des ehemaligen Bauernhofes entsprachen bei weitem nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Ein Neubau sollte entstehen. Das war, angesichts vieler Vorgaben von Seiten der Baubehörde, nicht einfach. Auch die Tatsache, dass die beiden von Anfang an den Charme des alten Hofes sowohl beibehalten als auch alle Vorzüge modernen Wohnens perfekt vereinen wollten, stellte ein Hindernis dar.

Von außen präsentiert sich das Haus im historischen Stil, im Inneren entstanden drei moderne Mietwohnungen.

„Wir wussten, was wir wollten und haben das durchgezogen. Auch wenn wir bezüglich der Baugenehmigung fast drei Jahre mit der Baubehörde des Landratsamts in Kontakt standen, bis alles in trockenen Tüchern war. Diese hätte wegen des historischen Hintergrundes lieber eine Sanierung des alten Hauses gesehen, was sich aber weitaus teurer und komplizierter gestaltet hätte als der Neubau“, erinnert sich die 32-Jährige. Der Kompromiss, mit dem jetzt alle zufrieden sind: Von außen präsentiert sich das Haus kaum zu unterscheiden vom historischen Hof. Innen jedoch empfängt den Besucher die großzügige und lichte Raumgestaltung eines modernen Neubaus. Weil die Grundfläche des Hofes für das junge Paar alleine zu groß wäre, wurden drei separate Mietwohnungen im Haus geplant und umgesetzt.

Freie Natur – so weit das Auge reicht: Steinanlagen mit Beeten als optische Abgrenzung

Die mit Stein eingefassten Beete gehen in, die das Haus umgebenden, Wiesen über.

Pferdeweiden, Wiesen und Wälder, soweit das Auge reicht und im Hintergrund das idyllische Bergpanorama. Wer rund ums Haus so einen Ausblick hat, der braucht keinen eingezäunten Garten. Das gesamte Grundstück des Hofraumes ist rund 2.500 Quadratmeter groß. Auch die Wiesen um das eigentliche Baugrundstück herum gehören zum Haus, hier weiden auch die betreuten Pferde der Familie. Die Steinanlagen inklusive der angelegten Beete gehen direkt in die Wiese über, welche das Haus umgibt. Sie bieten gleichzeitig eine gewisse optische Abgrenzung zwischen der freien Natur und dem gepflasterten Innenhof. Hier ist Platz für gemütliches Zusammensitzen im Sommer. Direkt an den Innenhof schließt sich eine kleine Terrasse mit Grill an. Umschlossen wird der Hof von der alten Scheune mit Tordurchfahrt und einem kleinen Hang, an dem Marion Pürner eine Gartenwand aus Muschelkalk und einzelne Blumenrabatte angelegt hat. In der alten Scheune, in der früher ein Pferdestall untergebracht war, haben die beiden einen Partyraum eingerichtet.

Klein, aber fein: Gut durchdachte sanitäre Anlagen

Das Gäste-WC überzeugt durch gelungene natürliche Gestaltungselemente.

Mit circa acht Quadratmetern ist das Badezimmer zwar klein, aber fein. Jeder Meter ist ideal ausgenutzt, halbhohe Zwischenwände aus beigem, italienischem Naturstein teilen Toilette, Dusche und Waschbecken in eigene Bereiche ein. Das sorgt einmal für eine gute Raumstruktur und gibt dem Bad zusammen mit den beigen Steinfliesen gleichzeitig ein wenig den Charakter einer mediterranen Grotte. Den meisten Platz nimmt die ebenerdige Dusche ein, für die sich das Paar anstelle einer Badewanne entschieden hat. In die Wand eingelassene Ablagenischen sorgen auf kleinem Raum für Ordnung. Bei den Sanitäreinrichtungen war auch hier klassisches Weiß die erste Wahl. Die richtige Temperatur und Kuschelgefühl beim Abtrocknen bringt ein beheizbarer Handtuchhalter. Ein optisches Highlight bietet übrigens die zweite, separate Toilette. In den dunkelgrauen Zementboden sind Flusskiesel eingelassen, als Waschtisch hat hier ein wertvolles altes Holzbrett mit natürlichen Rundungen Verwendung gefunden. Natürlicher Charme, der von Natursteinfliesen in verschiedenen Braun- und Grautönen und dem Holzspiegel in rustikaler Optik unterstrichen wird. Einen reizvollen optischen Bruch gibt die weiße Waschschüssel.

Impressionen der Baumfamilie des Schorendorfer Hofs

Wärme aus der Erde

Trotz des relativ hohen Anschaffungspreises freut sich Stefan Schädtler über die geringen Verbrauchskosten.

Wärme aus der Natur war Marion Pürner wichtig. Nach reiflicher Überlegung entschied man sich für eine Erdwärmeheizung. In der Anschaffung ist eine solche Erdwärmeanlage relativ teuer. Rund 50.000 Euro gaben sie insgesamt für die Heizanlage aus. Auf lange Sicht gesehen lohnt sich diese Anschaffung aber, denn die Verbrauchskosten sind gering, da die Wärme aus der Erde keinen Cent kostet. Ist das Haus gut gedämmt, wie in diesem Fall, liefert die Erde den gesamten Bedarf für Heizung und Warmwasser. Es entstehen lediglich Stromkosten für die Wärmepumpe. Die vorhandene Photovoltaikanlage soll in absehbarer Zeit einen Großteil der Stromkosten übernehmen. „Sie muss nicht ständig gewartet werden, zudem entfällt das regelmäßige Nachfüllen von Brennstoff. Die Heizung läuft also praktisch von alleine, freut sich Marion Pürner über den größten Vorteil der Erdwärmeheizung. Untergebracht ist die Anlage ganz klassisch in einem eigenen Heizungsraum im Kellergeschoss.

Keine bescheinigte KfW-Energieeffizienz 

„Das Haus verfügt nicht über eine bescheinigte KfW-Energieeffizienz, da wir keine kostenpflichtige Bestätigung eingeholt haben“, erklärt die Bauherrin. Weil das Paar nicht über KfW finanziert hat, war dies nicht notwendig. „Die Baufirma hat uns aber bestätigt, dass wir im Prinzip mit dem KfW-70-Standard gebaut haben“, so Pürner. Es kann grundsätzlich zwischen drei Effizienzstufen eines Gebäudes unterschieden werden: KfW70, KfW55 und KfW40. Die energetische Qualität wird anhand des Jahres-Primärenergiebedarfs und des sogenannte „Transmissionswärmeverlustes“ des Hauses beurteilt. Die jeweils zulässigen Höchstwerte für Neubauten werden von der Energieeinsparverordnung (EnEV) definiert.

Steckbrief: Marion Pürner und Stefan Schädtler aus Hopferau (Ostallgäu)

Anwesen Mehrfamilienhaus, Neubau am Ortsrand
Ziegelbauweise mit Dämmung aus Steinwolle, Erdwärmeheizung
Baukosten keine Angabe
Bauzeit März bis Dezember 2014
Grundfläche reines Baugrundstück ca. 1.800 m²
Grundfläche gesamtes Grundstück ca. 2.600 m²
Wohnfläche 370 m² (Hauptwohnung 145 m², drei Mietwohnungen)
Angaben zur Ausstattung Mehrfamilienhaus mit Hof-Atmosphäre, dreistöckig, unterkellert, Doppelgarage und Partyraum in der angebauten alten Scheune. Im Haus Erdwärmeanlage mit Fußbodenheizung, offener Kamin im Wohnzimmer, Parkett-Böden in Dielenoptik, Elemente aus Naturstein und Ziegel, Holzfenster mit Rollläden

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