Juni 2016

Familie Bauer hat ihren Traum vom gemeinsamen Wohnen verwirklicht

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Familie Bauer aus Pfronten: Vier Generationen vereint.

Vier Generationen unter einem Dach: Die ganze Familie in einem Ort, aber in getrennten Wohnungen – das war die Ausgangssituation der Bauers aus dem idyllischen Pfronten.

Familie Bauer kam auf die Idee ein Mehrfamilien-Projekt aus einem ehemaligen Herrenhaus aus den 70er-Jahren zu verwirklichen.

Pfronten - Als die Kinder von Stefan und Aynur Bauer erwachsen wurden, das eigene Haus somit sprichwörtlich „aus allen Nähten platzte“ und auch Vater Christian Bauer Senior wegen des fortschreitenden Alters nicht mehr allein im Reihenhaus leben wollte, kam die Familie auf eine Idee ein Mehrgenerationen-Projekt unter einem Dach zu verwirklichen. In einem rund 500 Quadratmeter großen ehemaligen Herrenhaus aus den 1970er Jahren fand die Familie ein Objekt, das nicht nur genug Platz für vier Generationen, sondern auch noch einen absolut einmaligen Ausblick auf die Allgäuer Berge bietet. Außerdem sind in der Familie Bauer so einige Handwerksberufe vertreten, was sich beim Umbau des Hauses bezahlt gemacht hat. Seit dem Einzug Anfang 2013 ist schon eine Menge passiert, und noch immer wird fleißig gewerkelt.

Stefan und Aynur Bauer haben sich in ihrer Wohnung für einen großzügigen Kochbereich mit Theke entschieden.

Unter einem Dach leben nun Hausbesitzer Stefan und Aynur Bauer, Tochter Melanie Bauer mit Ehemann Christian und Söhnchen Luis, sowie Sohn Benjamin als auch Christian Bauer Senior. Das Familienprojekt ist damit jedoch noch lange nicht abgeschlossen: Für Stefans Tochter Selina wird gerade der Dachboden ausgebaut. Genug Platz ist auch für auswärtigen Familienbesuch. „Das wäre mir zu viel Familie auf einmal“, mag sich nun mancher denken. Doch im Gegenteil: „Wir haben die Raumaufteilung komplett erneuert und dafür gesorgt, dass jeder Wohnbereich separat für sich steht. Man kann sich über den Weg laufen, muss es aber nicht. Und was Kinderbetreuung oder gegenseitige Hilfe im Alltag sowie Geselligkeit angeht, ist die Wohnsituation natürlich ideal“, erklärt Melanies Ehemann Christian. Einmal pro Woche gibt es aber auf jeden Fall „Plenum“ am Küchentisch von Stefan und Aynur Bauer, um gemeinsame Angelegenheiten zu besprechen.

Zusammenhalt wird großgeschrieben

Die Größe und Aufteilung der Räume wurden individuell bestimmt und dementsprechend verändert.

In vereinter Anstrengung haben die Bauers in den vergangenen drei Jahren ein Mehrfamilienhaus geschaffen, dass durch intelligente Raumaufteilung und die sinnvolle Nutzung jedes Quadratmeters besticht. Auch an die Barrierefreiheit wurde gedacht, nicht nur für Christian Bauer Senior. Denn, so Stefan Bauer: „Man muss ja an die Zukunft denken“. Dass jeder Familienteil über eine gesonderte Wohnung verfügt, hat darüber hinaus noch einen weiteren Vorteil: Wenn eine Partei ausziehen sollte, könnte jede Wohnung theoretisch auch an einen externen Mieter abgegeben werden.

Intelligente Nutzung vorhandener Flächen: Bei der Raumaufteilung individuelle Wünsche berücksichtigt

„Der Vorteil bei der komplett neuen Raumaufteilung war, dass wir uns von Anfang an an der gewünschten Einrichtung orientieren konnten“, erklärt Christian Bauer. So konnte jede Wohnpartei entscheiden, ob lieber ein großes Wohnzimmer, ein geräumiges Bad oder was sonst noch den persönlichen Bedürfnissen entspricht.

Kleine Räume gekonnt in Szene gesetzt 

Besondere Hingucker, wie dieses Accessoires-Fenster im Schlafzimmer, hat die junge Mutter Melanie Bauer selbst gestaltet

Nicht die pure Raumgröße, sondern vielmehr die intelligente Nutzung der vorhandenen Flächen stand hier im Vordergrund. So haben sich Stefan und Aynur Bauer für eine große Wohnküche entschieden, den großzügigen Kochbereich trennt eine Theke mit Sitzplätzen und integrierten Regalen optisch vom restlichen Raum ab. Strukturiert und klar wirkt auch die Einrichtung: die Küche mit weißen Kunststoffverblendungen harmoniert perfekt mit dem „Eyecatcher“, einer Wandverkleidung aus grau-braunen Mosaiksteinen im Essbereich. Bunter mögen es Melanie und Christian Bauer – sie haben ihre Küche, ebenfalls aus weißem Kunststoff und mit Arbeitsplatten in kastanienbrauner Holzoptik, hellgrün gestrichen. Mutig, aber gelungen. Besondere Hingucker in der Wohnung des jungen Paares sind außerdem die Dekoelemente, die Melanie Bauer selbst gestaltet. Im Flur fallen sofort die mit buntem Stoff verkleidete Garderobe und der passende Vorhang des Schuhschranks ins Auge. Schlichte Möbel, klare Strukturen, aufgepeppt mit liebevollen Details und einzelnen Farbtupfern an den Wänden – dieses Konzept haben Christian und Melanie Bauer auch im Wohnzimmer durchgezogen. Die Wand in dunklem Burgunderrot harmoniert perfekt mit den weißen Möbeln und einer türkischen Lampe aus Glas. Auch die Bäder haben die Bauers bewusst schlicht gehalten, Wert gelegt wurde auf den barrierefreien Zugang zu den Duschen, der in sämtlichen Wohnungen umgesetzt wurde.

„Noch lange nicht fertig“ 

Obwohl die Bauers nun schon rund drei Jahre ihr neues Familiendomizil genießen, wird weiter fleißig an der Fertigstellung gearbeitet. Als nächstes steht die erwähnte Dämmung der Außenfassade an, außerdem der Ausbau des Dachbodens. Eine Hälfte des obersten Geschosses ist dann für Benjamin Bauer reserviert, der den zusätzlichen Raum geschickt mittels einer Wendeltreppe mit seiner darunterliegenden Wohnung verbunden hat, die zweite Hälfte des Dachbodens ist für Selina Bauer vorgesehen, die dort eine komplette Wohnung einrichten möchte. Geplant ist noch ein Carport im Außenbereich, die Bepflanzung des Gartens und das Verputzen des Treppenhauses. Auch ein zusätzlicher Balkon soll noch errichtet werden. Viel zu tun - „aber wenn man es für das eigene Haus und die Familie tut, macht es nicht nur Arbeit, sondern vor allen Dingen auch richtig Spaß“, so Christian Bauer augenzwinkernd.

Vier Generationen unter einem Dach: Baufamilie Bauer

Liebe auf den ersten Blick: Haus mit viel Platz und atemberaubenden Bergpanorama

Vor vier Jahren entdeckte die Familie Bauer dieses Haus, in das sie sich sofort verliebten.

Als die Bauers 2012 das alte Haus in einem Internetportal für Immobilien entdeckten, war schon nach der ersten Besichtigung klar: Das ist es! Freier Blick auf das Bergpanorama, mit riesigem Garten und einer Wohnfläche von rund 500 Quadratmetern – perfekt für das Mehrgenerationen-Projekt. Ursprünglich hatte die Familie an einen Neubau gedacht, angesichts der hohen Grundstückspreise im, nicht nur bei Touristen sehr beliebten, Allgäuer Ferienort Pfronten war dieser Plan jedoch schnell wieder verworfen. Zwar war von Anfang an klar, dass auch beim Kauf eines bestehenden Hauses so mancher Euro für Sanierung und Renovierung zusätzlich zum Anschaffungspreis dazu kommen würde, doch mit vereinten Kräften, so war man sich sicher, könnte dies gestemmt werden.

Ein Großteil der Kaufsumme wurde über den Verkauf des alten Hauses von Stefan und Aynur Bauer abgedeckt. So konnte der Umbau beginnen. Eine Hürde musste davor allerdings noch genommen werden: Weil das Haus der Bauers in einem Erholungsgebiet mit vielen Sanatorien und Gästewohnungen liegt und darum strenge Regeln im bestehenden Bebauungsplan festgelegt waren, musste zuerst noch eine Satzungsänderung durch den Gemeinderat vorgenommen werden. „Das hat uns schon ein paar Nerven gekostet, schließlich stand und fiel das Projekt mit der Genehmigung des Umbaus zu einem Mehrfamilienhaus“, erinnert sich Stefan Bauer.

Doch schließlich ging alles gut, und die Arbeiten konnten beginnen. Zuerst wurde ein Großteil der alten Innenwände entfernt und die Raumaufteilung mit Trockenbauwänden komplett neu gestaltet. Das bereits im Vorfeld bestehende zentrale Treppenhaus verbindet nun vier Wohnungen auf zwei Geschossen, jeweils 136 Quadratmeter, beziehungsweise 76 und 66 Quadratmeter groß. Dazu kommen ein gemeinsamer Waschraum im Keller, wo sich auch noch eine kleine Gästewohnung befindet, sowie der ebenfalls im Untergeschoss gelegene Heizungskeller.

Der große Garten und der traumhafte Bergblick lädt zum entspannten Verweilen auf Terrasse und Balkon ein.

Komplett erneuert wurden die Fenster im gesamten Gebäude. Dazu wurden die alten, teils bodentiefen Fensterflächen ausgebaut und durch rund 1,50 Meter hohe, dreifach verglaste moderne Fenster mit Kunststoffrahmen ersetzt. Im gesamten Haus sorgen Jalousien für die gewünschte Regulierung der Sonneneinstrahlung, bei den großen Fensterflächen mit elektronischer Bedienung. Das im gesamten Haus verlegte Parkett aus Eiche in sogenannter Mosaik-Optik wurde nur in einigen Räumen belassen und das alte Holz auf Hochglanz gebeizt, entschieden haben sich die Bauers ansonsten für einen einfach zu verlegenden und pflegeleichten Boden aus Klick-Vinyl. „Hier konnte sich dann natürlich jeder für individuelle Farb- und Mustervarianten entscheiden“, so Christian Bauer. Die gemeinsame Planung mit viel Platz war jederzeit offen für individuelle Wünsche der Familienmitglieder. Ganz wichtig war den Bauers die schwellenlose Verlegung sämtlicher Böden.

Ölheizung durch Gastherme ersetzt: Kombination aus Gasheizung und Holzofen zahlt sich aus

Bei der alten Ölheizung im Haus der Bauers stellte sich schnell ein Problem heraus, das sicherlich mehr Hausbesitzer betrifft als man denken würde: Sie brachte nach dem Einbau der viel besser gedämmten, neuen Fenster viel zu viel Leistung – und verbrauchte dafür auch noch den fossilen Brennstoff. Im Hinblick auf Umwelt und Finanzen ein untragbarer Zustand, deshalb wurde die Ölheizung kurzerhand durch eine moderne Gastherme ersetzt. Kupferrohre leiten die Wärme von der im Keller befindlichen Therme entweder direkt in die Zentralheizung oder bei Nichtbedarf in einen Pufferspeicher. Der Clou: Jede Wohnung hat, nicht nur beim Gas, sondern auch bei Strom und Wasser ihren eigenen Zähler, Streitigkeiten um die Aufteilung der Energiekosten wurde damit schon von vorn herein aus dem Weg gegangen. Buch über den Energieverbrauch führt Christian Bauer Senior, der sich diese Aufgabe zum Hobby gemacht hat und bislang absolut zufrieden mit dem Ergebnis ist.

Christian Bauer Senior kümmert sich zuverlässig um die Zählerstände der Familie.

Auch die Anschaffung einer Gastherme ist im Vergleich zu anderen Heizungsarten wie Geothermie unschlagbar günstig, rund 4000 Euro haben die Bauers für die Therme ausgegeben. Ein weiterer Vorteil: Die Geräte sind kompakt, leicht und relativ preiswert und lassen sich gut innerhalb der Wohnräume, wie bei den Bauers im Keller oder auch auf dem Dachboden unterbringen. Rund 20.000 Euro mussten die Bauers allerdings in die Kupferrohrleitungen investieren. Zusätzlich verfügen die Räume im Haus der Familie noch über alte Kachelöfen, die den Räumen ein heimeliges Flair verleihen, es aber auch möglich machen, zusätzlich zur Zentralheizung auch noch die gemütliche Wärme eines Holzofens zu genießen. Das gestapelte Holz hat Christian Bauer auf dem Balkon gelagert, was auch optisch ein Hingucker ist und bei so mancher Grillparty schon für rustikales Flair gesorgt hat.

In Sachen Kfw-Standard muss allerdings noch ein wenig gewartet werden – in den kommenden Monaten möchten die Bauers die Außenwand des Hauses mit 14 Zentimeter dicken Styrodur-Platten zusätzlich dämmen. Die Platten können einfach auf die bestehende Außenwand aufgebracht werden, darüber kommt dann neuer Putz. „Wenn das erledigt ist, schauen wir, welchen Kfw-Standard wir erreichen“, so Christian Bauer.

Steckbrief: Familie Bauer, Pfronten im Ostallgäu

Anwesen

Ehemaliges Herrenhaus mit Ferienwohnung umgebaut zum Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohneinheiten

Ziegelbauweise

Massiv

Kosten

Haus mit Grundstück: 520.000 Euro

Wohnfläche

rund 500 Quadratmeter

Heizung

Gastherme

Kfw-Energie-Effizienz

noch nicht beantragt

Umbauphase

Beginn im August 2012, Einzug ab Februar 2013, Umbau noch nicht völlig abgeschlossen

Ausstattung

Haus mit zwei Stockwerken und ausbaubarem Dachgeschoss, unterkellert, derzeit vier getrennte Wohnungen (eine weitere entsteht im Dachgeschoss), dreifach-verglaste Fenster mit Jalousien, Kachelöfen, Balkon über die gesamte Breitseite des Hauses, Terrasse, Pkw-Stellplätze und Garten

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