Das Chamäleon im Garten - Hortensien können ihre Farben wechseln

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Hortensien bilden ganz unterschiedliche Blütenformen aus: Diese hier ist tellerförmig. Foto: Simone A. Mayer

Düren (dpa/tmn) - Hortensien finden sich in vielen Gärten. Sie blühen auch auffallend hübsch. Aber die Pflanzen haben recht spezielle Ansprüche - und wechseln ihre Farbe, wenn ihnen das Nährstoffangebot im Boden nicht passt.

Die Blüten sind einfach riesig: Viele Scheinblüten setzen sich zu großen runden Bällen, Tellern oder Rispen zusammen, die schwer an der Staude hängen. Hortensien sind einfach ein Hingucker und mit Sicherheit ein Klassiker im Garten.

Die Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) mit den kugelförmigen Blütendolden sind die beliebtesten Hortensien, erläutert Katharina Adams, Buchautorin aus Linnich-Hottorf in Nordrhein-Westfalen. Bei den alten Sorten sitzen die Blütenknospen am zweijährigen Holz und erfrieren im Winter leicht. Die neuen Sortengruppen bilden ihre Blüten aber erst später, am diesjährigen Holz, erklärt Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie in Bad Zwischenahn (Niedersachsen). Außerdem können diese Sorten, deren Gruppen 'Endless Summer', 'Everbloom' und 'Forever & Ever' heißen, immer wieder neue Blüten produzieren. "Diese Hortensien sind zuverlässig winterhart."

In der Pflege unterscheiden sich die neuen Sortengruppen nicht von anderen Hortensien. Sie brauchen einmal im Jahr einen Rückschnitt, sonst werden ihre Triebe zu lang. "Entweder schneidet man sie im Frühjahr auf etwa 20 Zentimeter zurück, dann treiben sie buschig aus und blühen später", erläutert die Gartenbau-Ingenieurin. Oder der Hobbygärtner lasse sie zunächst im Frühsommer blühen und schneide sie nach der ersten Hauptblüte zurück.

Die Pflanzen brauchen ausreichend Wasser. Denn sie haben große Laubblätter, die viel Wasser verdunsten. Daneben mögen die Bauernhortensien einen nährstoffreichen, humosen Boden. "Sie sind Starkzehrer", sagt Brunken. Die Gehölze bekommen daher im Frühjahr zusätzlich Nährstoffe sowie noch einmal eine kleine Düngergabe bis Ende Juni. Diese Zufuhr hat Einfluss auf das Aussehen der Blüten - eine Besonderheit der Bauernhortensien. Die Farbe der Blüten spiegelt die Zusammensetzung der Nährstoffe im Boden wider.

"Enthält der Boden Aluminium, so färben sich die Blüten blau", führt Adams aus. Diese Verbindungen sind in einem sauren Boden verfügbar. In einem kalkhaltigen Boden werden die Hortensienblüten rosa. Brunken ergänzt, dass der pH-Wert des Bodens bei etwa 4,5 liegen sollte, wenn der Hobbygärtner blaublühende Hortensien haben möchte. Es gibt spezielle Hortensiendünger mit Aluminium, die die Blaufärbung unterstützen. "Man kann aber auch einfach Alaun in der Apotheke kaufen", sagt Adams. Weiße Sorten und jene Sorten, die den Grundstoff Delphinidin nicht besitzen, verändern ihre Farbe nicht.

Neben den Exemplaren mit ballförmigen Blüten zählen die tellerförmigen zu den Bauernhortensien. Ihre Blütenstände sind flach, die äußeren Scheinblüten sind groß. Häufig finden Hobbygärtner Schneeball- und Rispenhortensien (Hydrangea arborescens beziehungsweise paniculata) im Angebot. Diese Schönheiten benötigen zwar auch einen frischen bis feuchten Boden, sind aber toleranter bei der Standortwahl als Bauernhortensien.

Bei den Neuheiten gibt es vor allem zwei Trends: "Durch einen kompakten Wuchs sind Sorten wie 'Bobo' und 'Bombshell' auch für die Kultur im Kübel geeignet", erläutert Adams. Eine andere Gruppe von Sorten spiele mit Farben: Sorten wie 'Pink Lady', 'Pinky Winky' und 'Vanille Fraise' verfärben sich im Verblühen rosa. Ausgefallen ist auch die Sorte 'Limelight': Die Blütenrispen sind beim Aufblühen grünlich und werden später weiß. "Leider sind die Blütenrispen allerdings so groß und schwer, dass sie in den meisten Fällen nach unten hängen", erläutert die Expertin.

Weitere Arten wie die Eichblatt- und Samthortensien (Hydrangea quercifolia beziehungsweise petiolaris) werden recht groß. Sie sind dazu ein bisschen empfindlicher. Adams empfiehlt sie Liebhabern.

Literatur:

Katharina Adams: Hortensien - Die schönsten Arten und Sorten, BLV-Verlag, München, 2012, 12,95 Euro, 128 Seiten, ISBN-13: 978-3-8354-0919-4

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