Das war's noch nicht ganz - Gartenarbeiten im Dezember

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Der rottriebige Hartriegel (Cornus alba 'Sibirica') lässt im Winter den sonst farblosen Garten leuchten. Foto: Marion Nickig

Berlin - Es könnte schon Schnee fallen, wahrscheinlich ist es bitterkalt: Im Dezember ruht der Garten im Winterschlaf. Aber für Hobbygärtner gibt es noch immer etwas zu tun.

Eigentlich ruht der Garten jetzt - vielleicht schon unter einer dicken Schneedecke. Doch der Hobbygärtner kann an schönen Tagen noch die eine oder andere Gartenarbeit erledigen und sich damit Aufgaben im arbeitsreichen Frühjahr entledigen.

Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin schlägt vor, schwere und lehmige Böden am besten bereits im Winter umzugraben. Dann ist die Arbeit leichter, da man die Erde nur grob auflockert. Der Frost zieht dann in die großen Stücke und zerbricht sie. Im Frühjahr muss der Hobbygärtner nur noch mit der Harke über das Beet gehen, um krümeligen Boden zu erhalten.

Daneben kann im Dezember bereits Kompost auf den Beeten verteilt werden. Wer das in der stressigen Adventszeit nicht schafft, hat aber auch noch in den Folgemonaten Zeit dafür. Gleiches gilt für das Bestellen von Saatgut für die Bepflanzung im Frühling und Sommer.

Bereits jetzt können sich Hobbygärtner auch um ihre Gartengeräte und Werkzeuge kümmern. Sie werden gereinigt, geölt und geschärft. Der Rasenmäher braucht einen Ölwechsel, Heckenschere und Kettensäge werden überholt. Der Vorteil: Jetzt bekommt man beim Profi noch Wartungstermine, kurz vor oder im Frühjahr wollen alle zum Kundendienst.

Andere Winteraufgaben lassen sich aber nicht aufschieben: Wann immer die Temperaturen im Plus sind, sollte der Hobbygärtner die Immergrünen gießen. Denn im Winter erfrieren Gehölze meist nicht, sie verdursten. Scheint die Sonne, brauchen Buchsbaum oder Spindelstrauch Wasser, sie können aber keines aus dem gefrorenen Boden ziehen. Und: Dicke Schneedecken auf den Pflanzen sollten entfernt werden, sonst zerbrechen sie.

Handelt es sich um einen milden Dezember ohne Frost, dürfen Hobbygärtner zur Schere greifen. Gehölze, deren Saft beim Schnitt im Frühjahr immer stark fließt, sollten besser bereits jetzt gestutzt werden. Beispiele dafür sind Birke, Weide und manche Sorten des Ahorn. "Man kennt das vom Kanadischen Sirup, der abgezapft wird", berichtet Van Groeningen. "Es reicht ein kleines Loch im Holz, und der Saft fließt."

Auch Gehölze können Hobbygärtner jetzt noch pflanzen - das ist immer möglich, bis der Boden gefriert. "Man sollte junge Gehölze gut anbinden und stützen sowie die Erde gut antreten", erklärt Van Groeningen. So stehen sie bei Wind oder in Schneestürmen stabil. Außerdem sollten junge Pflanze, die noch keine stark verzeigten Wurzeln haben, während trockener Perioden an frostfreien Tagen immer gegossen werden.

Die Lieblingspflanze von Isabelle Van Groeningen im Dezember ist der Hartriegel der Sorte 'Sibirica' (Cornus alba). "Es ist ein Hartriegel mit einer schönen roten Rinde, die man jetzt gut sieht. Gerade an neuen Trieben hat sie eine wahnsinnige Leuchtkraft." Daher rät die Expertin auch, diese Pflanze an Standorte im Garten zu setzen, wo der Farbtupfer im Winter gut zu sehen ist - schließlich gibt es in dieser Jahreszeit sonst eher wenig zu entdecken in den Beeten. "Gut ist ein Ort, wo am Spätnachmittag die tiefstehende Sonne auf die Rinde scheint - das sieht fantastisch aus."

 dpa/tmn

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