Mit Licht in Szene setzen: Inneneinrichtung mit freiliegenden Balken

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Die alten Balken in einem Gutshaus wurden aufwändig saniert. Foto: Jens Büttner

Sie sind ein Hingucker: Frei stehende Balken in alten Gebäuden sorgen für eine tolle Atmosphäre in den Räumen. Aber Vorsicht: Zu den rustikalen Balken passt keine rustikale Einrichtung - sonst fühlt es sich schnell an wie in einer Jagdhütte.

Hannover (dpa/tmn) - Freiliegende Deckenbalken oder ein frei stehendes Ständerwerk geben einem Raum einen ganz besonderen Flair. Und sie bieten einige spezielle Möglichkeiten für die Inneneinrichtung, erklärt Sybille Ronshausen, freischaffende Innenarchitektin im Bund Deutscher Innenarchitekten.

Ständerwerk: Der Trend geht schon seit längerer Zeit zu offenen Grundrissen. Doch manchmal ergeben sich für die Bewohner dadurch auch Schwierigkeiten bei der Einrichtung: Denn niemand sitzt gerne mitten im Raum - wie also die verschiedenen Wohnbereiche doch wieder ein bisschen voneinander abtrennen? Das Ständerwerk schafft es, dass der Raum leichter in Zonen eingeteilt werden kann. "Man kann trotzdem gut durchblicken", sagt Ronshausen. Zwischen den alten Balken kann so zum Beispiel eine Nische für das Home Office eingerichtet werden.

Deckenbalken: Einen Raum bis hoch in den First zu öffnen, sieht toll aus. Aber auch hier gilt: Fühlt man sich wie in einer Kathedrale, wird es mit dem Wohlfühlen für manche Menschen schwierig. "Dann bilden die Deckenbalken schon eine horizontale Abgrenzung", erklärt Ronshausen. Falls die Grundfläche des Raums sehr klein ist, lässt sich die Deckenbalkenstruktur auch für einige zusätzliche Quadratmeter nutzen - etwa, indem eine offene Galerie einzogen wird oder ein kleiner Spielboden für die Kinder.

Nun kommt es noch darauf an, die sonstige Einrichtung mit der Balkenstruktur abzustimmen. Ronshausen rät davon ab, wegen der eher rustikal anmutenden Balken auch auf eine rustikale Einrichtung zu setzen. "Sonst habe ich das Gefühl, ich sitze in einer Jagdhütte", findet die Expertin. "Schön ist es, wenn man Kontraste setzt." So passt zu den alten Balken etwa ein gradliniges, modernes Mobiliar. Auch beim Boden kann man bewusst auf einen Bruch setzen und ein anderes Material wählen - statt Parkett kommt etwa Sichtestrich infrage, gibt Ronshausen ein Beispiel.

Und noch ein Tipp:Die Balkenstruktur lässt sich mit Licht in Szene setzen. Indirekte Beleuchtung kann im Balkenwerk für eine tolle Atmosphäre sorgen, sagt Ronshausen. "Da sind schöne Effekte möglich."

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