Traube, Pflaume, Brombeere: Befall mit Kirschessigfliegen

+
Kirschessigfliegen (Drosophila suzukii) verderben nicht nur Kirschen. Auch Weintrauben, Brombeeren, Pflaumen und andere Gartenfrüchte sind betroffen. Foto: Fredrik von Erichsen

Die Kirschessigfliege ist in diesem Jahr besonders aktiv. Der milde Winter und ein feucht-warmer Sommer ist mit Schuld. Das Problem: Kein Pflanzenschutzmittel gegen den Schädling ist für den Hausgarten zugelassen.

Veitshöchheim (dpa/tmn) - Die Kirschessigfliege hatte dieses Jahr gute Bedingungen: Im milden Winter überlebten viele Tiere. Der Sommer ist in vielen Landesteilen feucht und warm, erklärt das Team des Forschungsprojektes Kirschessigfliege an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Zahlreiche Tiere legen daher derzeit ihre Eier in das heranwachsende Obst im Garten - und verderben es dadurch. Dazu vermehrt sich der ursprünglich aus Asien stammende, nur wenige Millimeter große Schädling stark. Mehrere Generationen pro Jahr sind möglich. Und diese machen sich über viele Obstarten her: Erst waren die Kirschen betroffen, dann Himbeeren und Brombeeren. Auch Pflaumen, Mirabellen, Stachelbeeren, Kornelkirschen, Holunder und Weintrauben sind Opfer.

Die Weibchen nutzen die Früchte zur Eiablage. Erkennen lassen sich befallene Früchte daher auch an Dellen, was auf die Larve der Fliege im Inneren zurückgeht. Sie frisst das Fruchtfleisch unter der Haut auf. Weitere Anzeichen für den Befall sind der Most-Geruch der Früchte, die später einfallen. Bei leichtem Druck tritt ein Tropfen Fruchtsaft aus. Durch diese Einstichstellen können oft Schimmelpilze und Essigbakterien in die Früchte eindringen. Außerdem lockt der Fruchtsaft etwa Wespen an.

Was können Hobbygärtner tun? Kein Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schädling ist für den Haus- und Kleingarten zugelassen. Daher sollten Gartenbesitzer ihre Obstbäume und Sträucher mit engen Netzen mit Maschenweiten von 0,8 Millimeter vor den Fliegen schützen. Diese müssen drei bis vier Wochen vor der Pflückreife der Früchte auf die Gehölze kommen. Außerdem hilft ein lichter Aufbau der Gehölze.

Die befallenen Früchte dürfen nicht direkt auf den Kompost, in der Biotonne und auch nicht im Restmüll landen. Dort kann sich die Kirschessigfliege weiterentwickeln. Daher sollte man die Früchte erst in einen luftdicht geschlossenen Behälter oder in eine Plastiktüte geben und diese mehrere Tage lang in die Sonne legen.

Alternativ kann man die Früchte für mehrere Stunden in ein Gemisch aus viel Wasser und etwas Spülmittel geben oder sie mit kochendem Wasser übergießen. Oder man vergräbt sie in einer Tiefe von mindestens 50 Zentimetern.

Infoschrift der Landesanstalt

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Bunte Tapete kann Schadenersatzforderung rechtfertigen

Bunte Tapeten gefallen nicht jedem. Mieter sollten sie beim Auszug daher wieder entfernen. Tun sie das nicht, müssen sie Schadenersatz zahlen, wie …
Bunte Tapete kann Schadenersatzforderung rechtfertigen

Ist die Renovierung am Ende der Mietzeit verpflichtend?

Die alte Wohnung beim Auszug zu renovieren, ist vielen lästig. Allerdings können Mieter dazu im Mietvertrag verpflichtet werden. Doch nicht immer hat …
Ist die Renovierung am Ende der Mietzeit verpflichtend?

Fallen im Mietvertrag, auf die Sie achten sollten

Ist die passende Wohnung erst gefunden, steht der Unterschrift zum Mietvertrag nichts mehr im Wege. Doch hier gibt es mögliche Fallen, die sich …
Fallen im Mietvertrag, auf die Sie achten sollten

Kommentare