Pläne von Frankfurter Fahrern

Bald erste Kameras in Taxis?

Frankfurt - Taxifahrer werden immer wieder Opfer brutaler Überfälle. Dagegen wollen sie sich in Frankfurt jetzt auch mit Überwachungskameras wappnen. Datenschutzrechtlich ist das schwierig, aber nicht unmöglich.

Frankfurter Taxifahrer wollen sich mit Kameras gegen Kriminelle wappnen. “Wir sind mit einigen Firmen in Kontakt und warten auf ein Angebot“, sagte der zweite Vorsitzende der Taxi-Vereinigung Frankfurt, Kudilay Cugali, der dpa. Er rechne mit Kosten von 700 bis 900 Euro pro Gerät. “Wir brauchen das Vier-Augen-Prinzip - Außen wie Innen.“ Die Bilder müssten aber wegen des Datenschutzes verpixelt und der Ton verzerrt sein. “Am besten kommt dann nur der Staatsanwalt dran.“

Datenschützer halten das nicht für unrealistisch. “Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man das datenschutzrechtlich lösen kann“, sagte der Verkehrsreferent beim Hessischen Datenschutzbeauftragten, Alfons Schranz, in Wiesbaden zu den Plänen. Dazu gehöre neben einer schnellen Löschung der Daten auch, dass die Fahrgäste genau informiert würden. Die Taxifahrer müssten jetzt erstmal vorlegen, was sie genau machen wollen.

Neu ist die Idee nicht: In Bremen haben Taxifahrer nach Darstellung von Thomas Schmidt vom Landesverband für das Personenbeförderungsgewerbe Hessen bereits eine Lösung gefunden. Die Bilder würden online auf einen Server in die Zentrale übertragen und dort automatisch nach 24 Stunden gelöscht. Weder der Fahrer noch die Kollegen in der Zentrale könnten die Bilder sehen.

Die Häufigkeit der Überfälle sei zwar mit der Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs spürbar zurückgegangen, sagte Schmidt. “Aber die Einzelfälle sind oft sehr schlimm. Das kann bis zum Mord gehen.“

Das Landeskriminalamt (LKA) registrierte im vergangenen Jahr 28 Überfälle auf Kraftfahrer in Hessen, darunter waren 16 Taxifahrer. Mehr als jeder zweite dieser Überfalle sei aufgeklärt worden, sagte LKA-Sprecher Udo Bühler in Wiesbaden. 2010 hatte es noch 42 Überfälle auf Kraftfahrer gegeben, darunter 27 auf Taxifahrer. Kleinere Delikte - wie Portemonnaie- oder Handy-Diebstähle - gibt es nach Einschätzung von Cugali aber fast jedes Wochenende. “Viele behalten das für sich.“

Die meisten Taxis seien schon jetzt über GPS abgesichert, sagte Schmidt. “In den Zentralen sehen sie die Fahrzeuge durch die Gegend fahren - je nach Einstellung auf 30 bis 100 Meter genau.“ Einige Fahrer verfügten auch über einen stummen Alarm, der es der Zentrale in Gefahrensituationen ermögliche, das Gespräch mit einem Fahrgast unbemerkt mitzuhören. Zugleich bezahlten immer mehr Gäste bargeldlos. “Der Tag wird kommen, an dem der Fahrgast nur noch einen PIN eingibt.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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