Dabei beim „Traumhotel“-Dreh in Vietnam

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Fernseh-Traumhotel spielt Christian Kohlund den Hotel-Manager Markus Winter. Hier mit Schauspielerin Nadeshda Brennicke.

Wenn es hierzulande trüb ist und nass, entführt die ARD ihre Zuschauer regelmäßig ins „Traumhotel“. Diesmal drehte das Team um Regisseur Otto Retzer und Hauptdarsteller Christian Kohlund in Vietnam.

Unser Autor Thierry Backes war dabei und berichtet, wie das Fernseh-Traumhotel in Wirklichkeit ist, was wahr ist und wo im Film auch mal ein bisschen geflunkert wird.

Drehort: das Luxusresort The Nam Hai am Strand von Hoi An.

Es ist ein klassisches Film-Motiv, fast schon ein Klischee: Einsamer Mann flaniert den Strand entlang, blickt bedeutungsvoll in die Ferne – während über dem Meer die rote Sonne untergeht. In Folge 17 des „Traumhotels“ spielt Max Tidof den Verzweifelten, der seine Liebste angelogen hat und nun an einem Plan bastelt, ihr Herz zurückzuerobern. Vor der Kamera hebt er eine Muschel auf, wirft sie wieder hin, dann spaziert er aus dem Bild.

Im fertigen Film sieht der Sonnenuntergang atemberaubend aus, aber er ist nur die halbe Wahrheit: Weite Teile Vietnams liegen an einer Ostküste, die Sonne geht hier zwar jeden Morgen über dem Meer auf, aber nie unter. Und so ist es nicht abends, sondern 5.19 Uhr in der Früh, als Tidof hier am Strand mit Muscheln spielt.

Regisseur: Otto Retzer am Set.

„Cut!“, ruft Regisseur Otto Retzer. „Das war super. Schnell, wie machen wir weiter?“ Die Zeit drängt: Die Sonne gewinnt bedenklich schnell an Höhe hier bei Hoi An am Südchinesichen Meer, und ein paar Szenen wollen in dem warmen Licht noch gedreht werden. Die ganze Crew marschiert los, schleppt das tonnenschwere Filmgerät einen halben Kilometer durch den Sand zu einem kleinen Dorf. Die Fischer laden dort gerade ihren Fang von den Booten, Retzer beordert seinen Hauptdarsteller und seinen Kameramann hinein ins Getümmel, „ein paar schöne Bilder machen“, wie er sagt.

Um schöne Bilder, darum geht es beim „Traumhotel“. Deshalb darf Christian Kohlund, der wie immer den Hotel-Manager Markus Winter spielt, auch in einem weißen Citroen 11B aus dem Jahr 1936 durch das Land brausen, vorbei an Reisfeldern und Jahrhunderte alten Pagoden. „Die Leute sollen das Gefühl kriegen: Da will ich hin“, erklärt Regisseur Retzer das Credo seines „Traumhotels“.

Am Set beim „Traumhotel“-Dreh in Vietnam

Gedreht hat er diesmal vor allem in Zentral-Vietnam: In der Verbotenen Stadt von Hué, der alten Hauptstadt des langgezogenen 90-Millionen-Einwohner- Staates, in dem sympathisch verschlafenen Städtchen Hoi An mit seiner berühmten Japanischen Brücke – und, natürlich, in der malerischen Halong-Bucht im Norden, in der James Bond 1974 den „Mann mit dem goldenen Colt“ jagte.

Vietnam darf sich im „Traumhotel“ von seiner schönsten Seite präsentieren. Es heißt, die Produktionsfirma, die österreichische Lisa Film, habe eine Universal-Drehgenehmigung erhalten. Das mag erst mal ungewöhnlich klingen für eine Sozialistische Republik, ist es aber nicht: Vietnam ist dabei, sich zu öffnen, auch für ausländischeInvestoren. Mansiehtdas,wenn man von Hoi An an der Küste entlang zum Flughafen von Da Nang fährt: Dort, wo nicht schon ein (Luxus-)Hotel steht, wird gerade eifrig an einem gebaut.

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Auch das „Traumhotel“ steht noch nicht allzu lange. The Nam Hai ist ein Luxus-Resort mit 100 Bungalows ein paar Kilometer von Hoi An entfernt. Alle Villen haben Meerblick, 40 einen eigenen Pool. „Extrem romantisch“ sei es hier, sagt Schauspielerin Sonja Kirchberger, „ein bisschen kitschig“, findet es Kollege Max Tidof. Das riesige Wellnessangebot des Hotels – für ihn ist es überflüssig. „Ich habe mit Massagen nichts am Hut.“

Vietnam ist ein langgezogener Küstenstaat in Südostasien.

Für Filmemacher Retzer, der immer schon ein eingefleischter Thailand- Fan war, ist Vietnam das neue Traumziel. „Ich habe mich zutiefst verliebt in das Land.“ Das Nam Hai aber ist ihm einen Tick zu international. Er hat den Hotelangestellten deshalb eine traditionell angehauchte Uniform schneidern lassen, und fast alle Statisten tragen bei ihm bunte Gewänder und einen Reishut – was man im wirklichen vietnamesischen Leben nicht mehr ganz so häuftig sieht. Darauf angesprochen, sagt Retzer, dass er versuche, ein möglichst authentisches Land wiederzugeben, aber die Wahrheit sei auch: „Ich muss den Leuten Vietnam so zeigen, wie der kleine Max zuhause sich Vietnam vorstellt.“ Was der große Max (Tidorf) dazu sagt ist dabei eher nebensächlich. Er ist ja Schauspieler.

Thierry Backes

DIE REISE-INFOS ZUM TRAUMHOTEL IN VIETNAM

REISEZIEL Vietnam ist ein langgezogener Küstenstaat in Südostasien. Er grenzt an China, Laos, Kambodscha und an das Südchinesische Meer. Mit 331.000 Quadratkilometern ist das Land etwa so groß wie Deutschland (357.000 Quadratkilometer). Die Küstenstadt Hoi An liegt zentral, etwa gleich weit von Hanoi im Norden und Ho-Chi-Minh-Stadt (früher Saigon) im Süden entfernt.

ANREISE Zum Beispiel von München nach Da Nang mit Singapore Airlines mit einem Zwischenstopp in Singapur; ab ca. 1100 Euro. Über www.travel-overland.de. Inlandsflüge in Vietnam am besten mit Vietnam Airlines buchen, www.vietnamairlines. com.

EINREISE Für die Einreise nach Vietnam brauchen deutsche Staatsangehörige einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass.

REISEZEIT/KLIMA Der Norden Vietnams hat ein gemäßigtes tropisches Wechselklima mit einer kühleren Jahreszeit von November bis April und einer heißeren von Mai bis Oktober. Der Süden ist ganzjährig tropisch warm mit einer Regenzeit zwischen Mai und Oktober. Wetterscheide zwischen diesen Gebieten ist der Wolkenpass nördlich von Da Nang. Hoi An liegt 30 Kilometer südlich von Da Nang.

HOTEL Drehort für die Traumhotel- Folge Vietnam war das Luxus-resort The Nam Hai. Die 100 Villen liegen direkt am weißen Sandstrand, etwa 15 Minuten Fahrzeit von Hoi An entfernt. Höchste Ansprüche werden im Nam Hai nicht nur an das Spa- Angebot gestellt, sondern auch an die Kulinarik. Der Weinkeller gehört zu den größten von ganz Vietnam.

PREISE/BUCHUNG The Nam Hai kann über die großen deutschen Reiseveranstalter gebucht werden. Bei der TUI steht das Hotel mit einem Wochenpreis ab 2.699 Euro inklusive Flug und Frühstücksbüfett im Programm. Bei Dertour kostet die Übernachtung in der Villa ab 229 Euro pro Person mit Frühstück, Flüge zuzüglich. Thomas Cook bietet das Nam Hai für 240 Euro pro Person in der Villa mit Frühstück an.

TV-TERMIN „Das Traumhotel“ mit der Folge Vietnam wird am Freitag, 6. Januar um 20.15 Uhr in der ARD gesendet.

WEITERE INFOS auf dem Vietnam-Onlineportal www.vietnamaktuell. de.

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