Dominica: Ein Inselparadies jenseits aller Klischees

Karibisches Naturwunder

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Dominica: Wellen treffen auf grauen und schwarzen Lavasand.

Dominica -  Dunkler Lavasand, ein kochender See und Dschungel mit Papageien – das sind die Postkarten Motive auf Dominica. Bernd Kubisch über eine Karibikinsel jenseits aller Klischees.

Die Briten, die die Insel Dominica 1805 zu ihrer Kolonie erklärten, nannten sie die „Insel über dem Wind“. In der Sprache der karibischen Ureinwohner heißt sie Wai’tukubuli, was übersetzt so viel bedeutet wie: „Ihr Körper ist hoch.“ Tatsächlich ist der Morne Diablotins mit 1447 Metern so was wie der Großglockner der Karibik.

Und auch sonst sprengt die Insel, die gerade einmal so groß ist wie die Hansestadt Hamburg den Rahmen karibischer Pauschalierungen. Statt weißem Sandstrand gibt es schwarzen, statt Cluburlaub niedliche kleine Familienhotels und statt touristischer Steelband- Folklore noch eine authentische Kultur der Ureinwohner Kariben.

Das Wesentliche aber: Dominica bietet große Natur auf kleinstem Raum. Etwa 360 Flüsse hat die Insel, „beinahe einen für jeden Tag“, erzählen die Reiseführer. Hinzu kommen Wasserfälle, schwefelhaltige Tümpel und heiße Quellen. In etlichen Hotelanlagen gurgelt das Wasser durch tropische Gärten und füllt künstliche und natürliche Pools.

Kleine Antillen: Dominica liegt zwischen den französischen Karibikinseln Guadeloupe und Martinique.

Das ist die Stärke Dominicas, das auch Nature Island heißt: Es gibt kaum Zersiedlung, dafür viel unberührten Regenwald und geschützte Naturreservate. Der Nationalpark Morne Trois Pitons 13 Kilometer östlich der Hauptstadt Roseau mit seinen Lavakuppeln und kleinen Seen gehört seit 1997 zum Weltnaturerbe der Unesco. Hart, aber lohnenswert ist eine Tageswanderung über Felsen und Höhenpfade zum Boiling Lake: Der Kratersee mit seinen 100 Metern Durchmesser und wird durch vulkanische Tätigkeit fast bis zum Siedepunkt erhitzt.

Aerial Tram – Lufttrambahn – heißt die Seilbahn im Nationalpark. Der Blick aus der Gondel ist spektakulär: Hundert Meter tiefer in der Schlucht schäumen fünf kleine Wasserfälle und vereinen sich zwischen Bromelien, Riesenfarnen und hohen Dschungelpalmen mit dem Breakfast River.

Ein Spaziergang von der Station der Seilbahn führt über eine leicht schaukelnde Hängebrücke. Waldführerin Richelle Sanford zupft ein Blatt ab: „Mein Volk hat schon vor 2000 Jahren Kräuter gegen Rheuma, Gliederschmerzen und andere Übel benutzt“, sagt sie. Ihre Vorfahren waren lange vor Kolumbus hier. Noch etwa 3500 wohnen im Osten Dominicas um das Dorf Salybia herum, aus dem die 24-Jährige stammt. Die schlichten Holzhäuser haben meist ein grünes Umfeld mit Hibiskus, Palmen, Süßkartoffeln und ein paar Hühnern.

Dominica hat nicht den Standard seiner zu Frankreich gehörenden Nachbarn Guadeloupe und Martinique. Armut trübt mancherorts das Öko-Image, Pflanzen überwuchern etliche Schrottautos. Die Bewohner eines Teil des Städtchens Portsmouth stehen in der Kritik: An ihrem Strand häufen sich Dosen, Latten, Plastik und Essensreste, und es stinkt. Auch das schadet dem Image. Die anderen Strände, meist vulkanischen Ursprungs, sind allerdings sauber und die tauchgründe, vor allem an der Westküste, sensationell. Nirgendwo kann man außerdem Pottwale besser beobachten als vor der Küste Dominicas. Mehrere Familien der gewaltigen Meeressäuger haben vor der Küste der kleinen Insel ihren ständigen Wohnsitz.

Infos zu Dominica

REISEZIELDominica in der östlichen Karibik gehört zu den Kleinen Antillen und liegt zwischen den französischen Karibikinseln Guadeloupe und Martinique. Mit 746 Quadratkilometern ist Dominica etwa so groß wie die Hansestadt Hamburg (755 Quadratkilometer). Dominica hat 72 500 Einwohner. Jährlich kommen 400 000 Kreuzfahrtgäste auf die Insel, aber nur 80 000 Urlauber bleiben für einen oder mehr Tage.

ANREISEZum Beispiel mit Air France über Paris nach Guadeloupe oder Martinique (ab ca. 800 Euro, www.airfrance.de), von dort in 90 Minuten mit der Schnellfähre (68 Euro einfach). Wichtig: Der deutsche Reisepass muss für die Einreise noch mindestens sechs Monate lang gültig sein.

WÄHRUNGFür einen Euro gibt es etwa 3,70 East Caribbean Dollar (Stand: Mai 2009). Fast überall auf der Insel werden US-Dollar akzeptiert, aber meist zu einem ungünstigen Kurs. An Geldautomaten werden gängige Kreditkarten akzeptiert.

VERANSTALTERViele Reiseangebote für Dominica, auch Wander-Packages in Zusammenarbeit mit der Alpinschule Innsbruck, Whale-Watching-Touren oder Yacht-Kreuzfahrten kann man über den Online- Karibik-Spezialisten www.karibikreisen.com buchen. Büro in München : Tel. 089/812 90 31. Preisbeispiele: Hotel der Luxusklasse ab 364 Euro pro Woche, kleine Berglodge im Nationalpark Trois Pitons ab 336 Euro/Woche.

GUT ZU WISSENRum ist nicht gleich Rum auf dieser etwas anderen Karibikinsel. Es gibt etwa 50 Sorten mit allen möglichen Kräuter-Geschmacksrichtungen. Außerdem kann sich Dominica für sein wirklich gutes Bier rühmen. Hopfen und Braumeister kommen aus Bayern .

WEITERE INFORMATIONENDominica Tourist Office in Stuttgart , Tel. 0711/26 34 66 24, im Internet: www.discoverdominica.com

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