Klimawandel hat Folgen für Eisbär-Tourismus

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Eisbären im Naturschutzgebiet bei Churchill (Kanada).

Jedes Jahr findet an der kanadischen Ostküste ein Eisbärspektakel statt. Die Bären warten hier auf das Zufrieren des Meeres. Jetzt bekommt auch der Eisbär-Tourismus den Klimawandel zu spüren.

Nach Angaben der Umweltstiftung WWF haben sich Reisen zu den Tieren ins kanadische Churchill im Kalender deutlich nach hinten verschoben. Bislang lagen die Termine zwischen Ende Oktober und Anfang November, nun würden die Touren Ende November angeboten.

Churchill liegt an der kanadischen Ostküste und ist für sein alljährliches Eisbärenspektakel bekannt. Die Tiere kommen dorthin, um auf das Zufrieren des Meeres zu warten. Dieser Zeitpunkt verschiebe sich infolge der globalen Erderwärmung immer weiter, sagte WWF- Sprecher Roland Gramling der Nachrichtenagentur dpa.

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Eisbären fressen vor allem Ringelrobben. Diese können sie nur auf einer Eisdecke fangen - wenn die Beutetiere kurz zum Luftschnappen in einem Eisloch auftauchen. Im offenen Wasser sind die Robben viel zu schnell für ihre Verfolger. Weil die vor Churchill gelegene Hudson Bay immer später zufriert, müssen die Eisbären nun unfreiwillig länger fasten. “Die Jagdphase wird kürzer, die Hungerphase länger“, sagte Gramling.

Die aus mehreren Fahrzeugen zusammengefügte Forschungsstation ist gleichzeitig ein rollendes Hotel, so dass Touristen in ihr übernachten und Forscher die ansässigen Eisbären studieren können.

Seit 30 Jahren misst die Umweltschutzorganisation die Wurfgröße und das Gewicht der Polartiere. Letzteres sei im Mittel um 20 Prozent zurückgegangen, berichtete WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler, der erst vor kurzem in Churchill war. Auch gebe es einen Trend zu weniger Nachwuchs. “Diese Tendenz macht uns Sorgen.“ Früher hätten die Forscher in dem Küstenort häufig Eisbären mit drei Jungen gesehen, in diesem Jahr wurde keine einzige Drillings-Mutter gesichtet. “Wenn die Mütter nicht mehr so viel angefuttert haben, nisten sich nicht so viele Eizellen ein“, erklärte der Artenschutzexperte. Die Forscher vermuten zudem, dass die Mütter ihren Nachwuchs beim Schwimmen nun häufiger auf den Rücken nehmen, weil sie durch die Eisschmelze deutlich längere Strecken im Meer zurücklegen müssen. Dies konnten die Wissenschaftler jedoch nicht mit Zahlen belegen. Die kleinen Bären seien so durch die Körperwärme der Mutter geschützt und nur teilweise im kalten Wasser. Darin könnten sie sonst nicht überleben, weil sie noch nicht genug Körperfett aufgebaut haben.

dpa

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