Marihuana-Museum & Grachtentour

So bunt wie nie: Sieben Tipps für den Herbst in Amsterdam

Herbstliche Idylle im bunten Amsterdam: Die dritte Jahreszeit eignet sich gut für einen Besuch der Stadt, die dann nicht mehr ganz so überfüllt ist.
1 von 15
Herbstliche Idylle im bunten Amsterdam: Die dritte Jahreszeit eignet sich gut für einen Besuch der Stadt, die dann nicht mehr ganz so überfüllt ist.
Eine Grachtentour über Amsterdams Wasserwege lohnt sich auch im Herbst - dann sollte man sich nur warm genug anziehen.
2 von 15
Eine Grachtentour über Amsterdams Wasserwege lohnt sich auch im Herbst - dann sollte man sich nur warm genug anziehen.
Prunkvoll: Das Museum Willet-Holthuysen gibt Einblicke in die Wohnkultur vergangener Jahrhunderte - und präsentiert reichlich Antiquitäten.
3 von 15
Prunkvoll: Das Museum Willet-Holthuysen gibt Einblicke in die Wohnkultur vergangener Jahrhunderte - und präsentiert reichlich Antiquitäten.
Bei Gassan funkeln die Steine: Die Diamantenfabrik bietet kostenlose Führungen für Touristen an - die sollen im besten Fall gleich ein Schmuckstück mitnehmen.
4 von 15
Bei Gassan funkeln die Steine: Die Diamantenfabrik bietet kostenlose Führungen für Touristen an - die sollen im besten Fall gleich ein Schmuckstück mitnehmen.
Zeitgenössische Kunst gibt es im neuen Moco Museum zu sehen, ebenfalls am Museumplein. Die erste Ausstellung (bis Ende Oktober) zeigt Werke von Warhol und des Street-Art-Künstlers Banksy.
5 von 15
Zeitgenössische Kunst gibt es im neuen Moco Museum zu sehen, ebenfalls am Museumplein. Die erste Ausstellung (bis Ende Oktober) zeigt Werke von Warhol und des Street-Art-Künstlers Banksy.
Vor Bäumen mit gefärbten Blättern sehen die Grachten im Herbst besonders schön aus.
6 von 15
Vor Bäumen mit gefärbten Blättern sehen die Grachten im Herbst besonders schön aus.
Alternatives Kulturprogramm: Das Marihuana-Museum setzt beim Thema Kiffen nicht unbedingt auf kritische Distanz.
7 von 15
Alternatives Kulturprogramm: Das Marihuana-Museum setzt beim Thema Kiffen nicht unbedingt auf kritische Distanz.
Noch eher unbekannt, aber durchaus eine Besichtigung wert: die Portugiesische Synagoge am Mr. Visserplein.
8 von 15
Noch eher unbekannt, aber durchaus eine Besichtigung wert: die Portugiesische Synagoge am Mr. Visserplein.

Amsterdam ist immer schön. Aber im Herbst wird es endlich ruhiger. In den Museen gibt es weniger Gedrängel. Und an den Grachten kann man den Blättern beim Tanzen zusehen.

Amsterdam - Amsterdam hat ein echtes Problem - die Stadt ist einfach zu attraktiv. Vor allem im Sommer scheinen auf jeden Einwohner drei Touristen zu kommen. Da ist es im Herbst schon etwas ruhiger. Amsterdam ist dann immer noch schön, aber deutlich ruhiger und noch bunter.

Wer auf einer der vielen Brücken über der Heren- oder der Keizersgracht steht, kann zusehen, wie die Blätter von den Bäumen geweht werden und auf dem Wasser landen. Auf den Grachten wird der gelb-rote Blätterteppich jeden Tag etwas dichter.

Unternehmen lässt sich im Herbst genauso viel wie im Hochsommer - aber oft viel entspannter. Sieben Kulturtipps für Urlauber:

Marihuana-Museum

Kein Klassiker für Kunstliebhaber ist das Marihuana-Museum am Oudezijds Achterburgwal. Die Ausstellung setzt beim Thema Kiffen nicht gerade auf kritische Distanz. Wer noch nie echte Cannabispflanzen gesehen hat, bekommt hier die Gelegenheit dazu und erfährt außerdem einiges über berühmte Haschkonsumenten: Schriftsteller wie Charles Baudelaire etwa oder Alexandre Dumas.

Museum Willet-Holthuysen

Das Museum in der Herengracht 605 ist schon seit 1896 ein Museum für gediegene Wohnkultur, wenn man so will. Abraham Willet und Louisa Holthuysen, ein Ehepaar, das sich um Geld wenig Sorgen machten musste, lebte dort lange Jahre. Viele Räume sind noch so eingerichtet wie damals. Der Ballsaal von 1865 ist nach Pariser Mode der Zeit gestaltet. Im Herrenzimmer bietet der riesige Tisch Platz für 18 Gäste. Willet präsentierte hier oft seine neuesten Erwerbungen - für Antiquitäten und Gemälde hat er zeitlebens viel Geld ausgegeben. Auch Küche und Vorratskammer sind zu besichtigen.

Die Portugiesische Synagoge am Mr. Visserplein

Das Gotteshaus ist aus vielen Gründen eindrucksvoll, der hohe Innenraum trägt sicher dazu bei. Die Synagoge geht auf das Jahr 1675 zurück und auf jüdische Glaubensflüchtlinge, die Portugal und Spanien aus Angst vor Verfolgung verlassen mussten. Weite Teile der Einrichtung sind historisch. Die Synagoge ist Teil des jüdischen Kulturviertels mit zahlreichen Anlaufpunkten. Dazu gehört das Jüdisch-Historische Museum am Meijerplein. Es erzählt anschaulich und multimedial die Geschichte der Juden Amsterdams bis zum Holocaust und den schwierigen Jahren des Neuanfangs nach dem Zweiten Weltkrieg.

Grachtentour

Auch wenn es im Herbst schon mal etwas frischer werden sollte, ist das kein Grund, keine Grachtentour zu machen. Die Ausflugsschiffe legen an Dutzenden von Haltestellen an und ab, es gibt Hop-on-Hop-of-Touren. Dabei sieht man von der Altstadt eine Menge. Man kann zum Beispiel ins Jordaanviertel fahren, in Amsterdams neues In-Quartier mit vielen ungewöhnlichen Läden und Geschäften. Vor Jahrzehnten war es ein Arbeiterviertel, keine Wohngegend für Gutbetuchte, inzwischen ist es aber durchgentrifiziert - und hat Touristen, die Lust auf Shoppen und Flohmärkte haben, viel zu bieten.

Anne-Frank-Haus

Das Museum in der Prinsengracht ist ein Phänomen. Die Warteschlangen vor dem Eingang sind am Morgen, wenn es noch geschlossen hat, schon so lang wie später am frühen Abend und reichen oft bis zur Keizersgracht. Aber das Warten lohnt sich: Das Museum in dem Haus, in dem sich Anne Franks Familie versteckt hielt, bis sie von den Nazis aufgespürt und deportiert wurde, vermittelt diese Geschichte sehr eindrucksvoll. An den Wänden sind viele Zitate aus Annes berühmtem Tagebuch zu les und viele Fotos der Familie zu sehen, die aus Frankfurt nach Amsterdam geflohen war.

Museumplein

An dem Platz führt für Amsterdam-Besucher eigentlich kein Weg vorbei. Viel mehr Kunst bekommt man auf so kleinem Raum kaum geboten. Das Rijksmuseum zeigt niederländische Kunst vom Mittelalter bis 20. Jahrhundert, darunter die großen Namen: Rembrandt, Frans Hals, Vermeer. Das Stedelijk ist das Städtische Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, mit Werken etwa von Miro, Picasso und Henri Matisse. Und das Van Gogh Museum widmet sich dem Popstar unter den niederländischen Künstlern mit einer ebenso modernen wie gut zu bewältigenden Ausstellung. Neu seit dem Frühjahr ist das Moco Museum mit Gegenwartskunst

Diamantenfabrik Gassan

Die Diamantenfabrik in der Nieuwe Uilenburgerstraat lässt nicht nur Besucher rein, sondern bietet sogar kostenlose Führungen an. Dabei ist dann zu sehen, wie Diamanten geschliffen und poliert werden. Bei den Preisen kann einem leicht schwindlig werden: Auf dem Tisch liegen dann schon mal Steinchen, die mehr als 50 000 Euro wert sind. Wer seine Kreditkarte dabei hat, kann hinterher durch den Showroom schlendern und das ein oder andere Souvenir kaufen. Und das ist sicher auch die Absicht der lächelnden Mitarbeiterinnen, die einem bei den Führungen funkelnde Brillanten immer mal wieder anreichen und in die Finger nehmen lassen. Aber nur für kurze Zeit.

Anreise

Zum Flughafen Schiphol gibt es ab Deutschland zahlreiche tägliche Direktverbindungen zum Beispiel mit KLM, Lufthansa und Easyjet, etwa ab Frankfurt/Main, München, Berlin oder Hamburg. Eine Alternative ist die Anreise per Bahn. Ab Düsseldorf dauert es rund drei, ab Berlin im günstigsten Fall gut sechs Stunden.

Übernachtung

Amsterdam hat ein großes Angebot an Hotels und Pensionen. In der Altstadt sind viele davon in historischen Grachtenhäusern untergebracht. Online-Buchungen sind kein Problem, auch im Herbst ist es allerdings besser, sich rechtzeitig darum zu kümmern. Alternativ gibt es jede Menge Privatunterkünfte.

Informationen

I amsterdam Visitor Centres, Tel.: +31/20/7026000, E-Mail: info@iamsterdam.com

dpa/tmn

Meistgesehene Fotostrecken

Indoor-Kurztrips für die kalten Tage

Gewächshäuser im Großformat oder überdachte Mini-Alpen sorgen für Unterhaltung, auch wenn es draußen trist und kalt ist. Wer will, kann sogar selbst …
Indoor-Kurztrips für die kalten Tage

Umgeben von Vulkanen: Quito hütet sein Erbe

Quito, die Hauptstadt Ecuadors ist eine Art koloniales Freilichtmuseum für Kulturtouristen, Partyzone für Backpacker, Spielplatz für Familien und …
Umgeben von Vulkanen: Quito hütet sein Erbe

Von Bigfoot bis Loch Ness: Auf der Spur mythischer Kreaturen

Existieren Bigfoot, Yeti und Dracula vielleicht wirklich? Alles nur Legenden und Mythen? In vielen Regionen der Welt können sich Reisende auf die …
Von Bigfoot bis Loch Ness: Auf der Spur mythischer Kreaturen

Kommentare