Julia und Rolf testen das kulinarische Angebot auf Barbados

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Julia und ihr Vater Rolf beim Abendessen im Restaurant Pisces in St. Lawrence Gap.

Julia Oberndörfer (23) und ihr Vater Rolf (53) haben schnell erkannt, was die wichtigste Tätigkeit auf Barbados ist: Liming - das planmäßige Nichtstun, das nur durch Trinken oder Essen unterbrochen werden darf.

Nach einem elfstündigen Flug landen wir am Abend auf Barbados. Da wir gleich unseren ersten Essenstest-Auftrag wahrnehmen wollen, werfen wir uns in frische Klamotten und suchen das an unser Hotel „The House“ angrenzende 246-Restaurant auf, das in Buffetform original barbadische Gerichte anbietet. Wir sitzen auf einer Terrasse und wundern uns über das Gequietsche. Auf Nachfrage erfahren wir, dass das Baumfrösche sind, die bei Dunkelheit aktiv werden.

Tag zwei beginnen wir mit einem ausgiebigen Frühstück, das mit Ham and Eggs, Fish Cake und Bratkartoffeln die britische Vergangenheit der Insel widerspiegelt. Unser heutiges Programm ist relativ kurz: Liming am Hotelstrand, der so aussieht wie ein kitschig-schönes Karibik-Poster.

So schön war Barbados: Die Bilder der Urlaubsreporter

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Nach dem Afternoon Tea (noch eine britische Erbschaft) machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach Holetown, wo wir essen gehen wollen. Bald wird uns klar, dass das keine gute Idee war: Es gibt weder Licht noch Gehwege. Trotzdem kommen wir irgendwie wohlbehalten im Just Grillin’ an, wo mein VaterbegeistertdasersteBanks Beer trinkt.

Zurück im Hotel erklärt man uns mitleidig das öffentliche Nahverkehrssystem: Entlang der Küstenstraße fahren gelbe Kleinbusse, die man einfach per Handzeichen anhält. Pro Fahrt zahlt man einen Dollar. Die Busse ähneln eher fahrenden Jukeboxes. Kontakt mit der Bevölkerung ist garantiert. Dabei lernen wir neben Englisch und Bajan auch die dritte Landessprache kennen – das Hupen.

Samstags gibt es auf Barbados Pudding and Souse, ein Gericht aus allerlei Schwein (Kopf, Füße, Ohren). Mein Vater freut sich drauf, er mag ja auch Presssack. So machen wir uns auf den Weg zu einem Rum Shop (diesmal per Bus), der dieses Nationalgericht serviert.

In der John Moore Bar in Holetown spricht uns Rodney, an, auf Deutsch! Er hat 32 Jahre in Berlin gelebt, ist mit Heidi, einer Deutschen, verheiratet und wird von den Einheimischen The German genannt.

Palmen und weißer Strand: Das Urlaubsparadies Barbados

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Am Sonntag starten wir in Bridgetown zu einer Katamaran- Tour entlang der Westküste. Am Turtle Beach ankern wir und dürfen mit Schildkröten schnorcheln – unbeschreiblich, das muss man wirklich selbst erlebt haben! Für Verköstigung ist auf dem Schiff gesorgt. Besonders interessant ist auch zu sehen, wie die britischen Mitfahrer immer röter und die französischen Mädels immer blauer werden.

Nachdem wir an unserem letzen Urlaubstag die Insel auch einmal bei Liquid Sunshine erlebt haben – so werden die teils heftigen Regengüsse hier genannt – ist es Zeit, Bilanz zu ziehen: Selten sind wir irgendwo auf der Welt so voller Gastfreundschaft empfangen worden, wie hier auf Barbados. Wir haben uns fest vornehmen, einen Teil davon nach Deutschland mitzunehmen. To-do-Liste für daheim: Langsam gehen, mehr limen, freundlicher sein, alle grüßen.

Und hier unsere Restaurant-Tipps:

Daphne’s, Paynes Bay: Der Strand wird am Abend mit Fackeln beleuchtet. Die Speisekarte bietet mediterrane Köstlichkeiten. Gehobene Preiskategorie.

John Moore Bar, Holetown: Mit Besitzer Rodney kann man bei einem Banks Beer wunderbar politisieren – auf Deutsch. Und wem der Lesestoff ausgegangen ist, dem hilft Rodney gerne mit dem Spiegel oder Computer Bild aus, die hat er abonniert. Untere Preiskategorie.

Il Tempio, Fitts Village, St. James: Leo aus dem süditalienischen Bari bietet original italienische Küche gepaart mit einem traumhaften Strandblick. Auch Luciano Pavarotti war hier Stammgast. Gehobene Preiskategorie.

Waterfront Café, Bridgetown Hafen: Gute Adresse für original barbadische Küche wie Cou-Cou (eine Art Polenta), Flying Fish, Pepper Pot (ein pikanter Fleischeintopf) und vieles mehr. Abends verwandelt sich das Café in eine Jazz-Bar. Besonderer Tipp: der Tamarindensaft. Mittlere Preiskategorie.

Oistins Fischmarket: Hier trifft sich am Wochenende die ganze Insel. Trotzdem geht es ganz relaxed zu – so wie die Bajans eben sind! Man kann zu Livemusik Salsa tanzen. Untere Preiskategorie.

Pisces, St. Lawrence Gap: Das Lokal schmiegt sich über zwei Stockwerke in die Felsen. Man kann auf den Balkonen sitzen oder im gemütlichen, mit Lampions erleuchteten Innengarten. Die Speisekarte: Fisch- Variationen, Salate und Pasta, alles sehr kreativ gewürzt. Mittlere Preiskategorie.

Waterside, St. Lawrence Gap: Restaurant mit edlem Ambiente und Nostalgieflair. Hier probierten wir uns beim Dinearound (siehe Info) durch die Dessertkarte, riesige Auswahl an Sorbets mit frischen Früchten. Gehobene Preiskategorie.

Azul, Christ Church: Von der Terrasse des Azul blickt man auf den von Fackeln erleuchteten Strand. Mediterrane Küche. Gehobene Preiskategorie.

Café Carizma, Holetown: Quietschbuntes Cafe mit Livemusik. Am Donnerstag ist Tapas Day. Untere Preiskategorie.

Just Grillin‘, Holetown: Für Barbados-Urlauber mit kleinem Budget: Eines von zahlreichen Schnellrestaurants, die günstige, aber trotzdem hochwertige Küche anbieten.

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