Spanien

Valencia: Paella, Orangen und Architektur

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Stadt der Künste und Wissenschaften von Valencia.

Valencia ist als Heimat spanischer Orangen und der weltberühmten Paella bekannt. Dabei lockt die Stadt am Mittelmeer auch mit Architektur, Stränden und einer der schönsten Altstädte Spaniens.

Barcelona ist vielleicht Spaniens beliebteste Touristen-Stadt. Doch schlendert man durch die Altstadtgassen Valencias, fragt man sich unweigerlich, warum diese eher unbekannte Perle am Mittelmeer immer noch im Schatten Barcelonas steht. „Valencia hat eine genauso schöne Altstadt wie Barcelona, wunderbare Jugendstil-Gebäude, Hafenflair, und die Strände sind hier viel größer“, sagt die deutsche Stadtführerin Bettina Günther. Außerdem sei Valencia nicht so von Touristen überlaufen.

Um zu beweisen, dass sich Spaniens drittgrößte Stadt architektonisch keineswegs hinter Barcelona verstecken braucht, führt Bettina ihre Gäste zu einem der wenigen noch erhaltenen gotischen Zivilgebäude Europas. Im Altstadtgewirr sticht die seit 1996 zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Handelsbörse La Lonja zweifellos unter den zahlreichen architektonischen Schmuckstücken heraus. „Schon seit 1498 wurde hier vor allem mit Seide gehandelt“, sagt Bettina.

Schräg gegenüber versucht sie die Aufmerksamkeit auf den Jugendstilcharakter der 1928 eröffneten Markthalle zu lenken. Doch niemand hört richtig zu. Zu spannend ist das hektische Treiben im Mercado Central. An den Fischtheken verkaufen Marktfrauen den frischen Fang, auch Muscheln, Riesengarnelen und Kraken. Krebse und Hummer versuchen, aus den Kisten zu entkommen. Vor allem aber riecht es nach Gemüse und Zitrusfrüchten. Valencia ist umgeben von riesigen Obst- und Gemüsegärten und Hauptproduktionsort spanischer Orangen.

Der Playa Malvarrosa liegt nur 15 Fahrrad-Minuten vom L'Oceanogràfic entfernt.

Zurück in den romantischen Altstadtgassen duftet es bereits nach Paella-Reispfannen. Dann geht es mit dem Fahrrad durch Valencias „grüne Lunge“ Richtung Meer. Das Flussbett des Río Turia wurde wegen ständiger Überschwemmungen trockengelegt. In den vergangenen 15 Jahren wurde es zu dem, was es heute ist - eine Art Naherholungsgebiet und Freizeitparadies. Fast sieben Kilometer ziehen sich die Grünanlagen durch die Stadt bis zum Hafen.

Im Turia-Flussbett radelt die Gruppe durch Palmengärten weiter Richtung Meer. Kurz vorm Hafen steht Valencias futuristische Raumschiff-Stadt: Die Stadt der Künste und Wissenschaften, ein Werk des weltberühmten valencianischen Stararchitekten Santiago Calatrava. Man braucht locker einen ganzen Tag, um die skurrilen Gebäude zu besuchen, die sich in einer Art künstlichem Teich befinden.

Das Konzert- und Opernhaus Palau de les Arts Reina Sofía gleicht einem riesigen Alienkopf. Dahinter ragen ein eiförmiges Planetarium, das Wissenschaftsmuseum in Form eines Dinosaurierskeletts und das L'Oceanogràfic aus dem Teich. Mit 42 Millionen Litern Wasser für Arktis- und Tropenbecken handelt es sich um Europas größtes Aquarium. Hier kann man Meeresbewohner aus allen Ozeanen entdecken. Im Rieseniglu kann es bei den weißen Belugas und Walrossen recht frisch werden. Ins Schwitzen gerät man im 70 Meter langen Unterwassertunnel beim Anblick der tropischen Meereswelt. Im L'Oceanogràfic befindet sich auch das wohl spektakulärste Restaurant der Stadt: Im kreisförmigen Unterwasser-Restaurant „Submarino“ hat der Gast das Gefühl, auf dem Meeresboden zu speisen.

Von Manuel Meyer, dpa

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