Wandern: Burgen, Bergen und Brauereien

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Abwechslungsreiche Landschaften - im Höllental im Frankenwald sprudeln die Bäche munter.

Ein halbes Dutzend Landschaften, mehr als 250 Brauereien und tausend Eindrücke: Diese Vielfalt lässt sich am besten zu Fuß entdecken. Der Frankenweg gibt dabei die Strecke vor, auch wenn er einiges an Zeit und Kondition verlangt.

“Nach Thalmässing wollen's?“, fragt der ältere Herr. “Da haben Sie es ja nicht weit. Den Berg hinauf, dann nur noch ein bisschen weiter, aber alles auf der Ebene.“ Na, da dürfte der gute Mann den Frankenweg noch nicht kennen: Denn die Etappe von Berching nach Thalmässing interessiert sich nicht für den schnellen Weg ins Ziel. Sie führt am zerklüfteten Nordrand der Frankenalb entlang und nimmt immer wieder Abschied von der Hochfläche, um sie kurz darauf wieder zu treffen.

Nicht nur bei Wanderern ein beliebtes Ziel: Die Basilika Vierzehnheiligen ist auch ein Wallfahrtsort.

Diesen Hang zum kleinen Umweg hat der Weg nach Thalmässing gemeinsam mit den anderen Etappen des Frankenweges, der den Norden des Frankenwaldes mit der Schwäbischen Alb verbindet. Auf mehr als 520 Kilometern führt er durch Mittelgebirge, historische Altstädte, auf Burgen, durch Täler, über Wiesen und vor allem: kaum auf Asphalt.

Franken ist natürlich nicht gleich Franken: Die Landschaften, durch die sich der Weg schlängelt, könnten von Profil und Landschaft her kaum unterschiedlicher sein. Überwiegen im Frankenwald Kalkboden, schattige Fichtenwälder und sprudelnde Bäche, so locken in der Fränkischen Schweiz Felsformationen, Höhlen und eine enorme Dichte an Burgen und Ruinen. Auf der Fränkischen Alb zieht sich der Weg durch trockenes Gelände, auf den Felsplateaus gibt es meist keine Bäche. An die Wasserlandschaft des Fränkischen Seenlandes schließt sich die Juralandschaft des Naturparks Altmühltal mit der geschichtsträchtigen Universitätsstadt Eichstätt an, bevor der Weg in Harburg am Rande der Schwäbischen Alb endet.

Von innen ist die barocke Basilika Vierzehnheiligen noch eindrucksvoller als von außen - das gewaltige Gotteshaus steht im oberen Maintal.

Seinen Anlauf nimmt der Frankenweg in Untereichenstein am Ufer der Selbitz, die Bayern und Thüringen trennt. Und schon am ersten Tag öffnet sich die fränkische Wander-Wundertüte: Nach dem wildromantischen Höllental und dem Aussichtsfelsen “König David“ gelangt man zum Döbraberg, dem Dach des Frankenwaldes. Es folgen in den Tagen darauf die Lucas-Cranach-Stadt Kronach und die historische Frankenstadt Kulmbach. Die Tradition der heimlichen Hauptstadt des Bieres wird im Bayerischen Brauereimuseum dokumentiert.

Im oberen Maintal mit der barocken Basilika Vierzehnheiligen wird ein Wanderer nach den langen Tagen der Stille jäh mit der Masse konfrontiert: Denn das gewaltige Gotteshaus aus goldgelbem Eisensandstein ist ein beliebter Wallfahrtsort. Etliche Reisegruppen verbinden das Gebet mit einem Spaziergang zum nahen Staffelfelsen, einem Felsenkranz aus Weißem Jura. Die Aussicht über das Maintal ist großartig, der Felsen ein Kletterparadies.

Typisch Franken - Kulmbach gilt als Deutschlands heimliche Bierhauptstadt und lohnt aus vielen Gründen einen Abstecher.

In der Fränkischen Schweiz erwarten den Wanderer bizarre Dolomitfelsen, das Wiesenttal und mehr als 1000 Tropfsteinhöhlen. Geschichtsträchtig wird es im Übergang zur Fränkischen Alb: Burgen und Ruinen reihen sich hier aneinander wie Perlen einer Kette, darunter Burg Hohenstein und das Wasserschloss in Pilsach. In der Gegend um Thalmässing im Fränkischen Jura finden sich Spuren der Kelten, die ehemalige Reichsstadt Weißenburg mit ihren Thermen und dem Kastell Biriciana erinnert an die Römer. Das Qualitätssiegel “Wanderbares Deutschland“ zeichnet die Strecke für ihre hohe Qualität bei der Streckenführung, dem Profil und Wegbelag sowie der Beschilderung aus.

Martin Oversohl, dpa

REISE-INFOS ZUM FRANKENWEG

DIE BESTE JAHESZEIT: Zwischen April und Oktober lassen sich die Etappen des Weges weitgehend ohne Schnee und Eis genießen. Zu empfehlen ist neben Frühjahr und Frühsommer der Herbst.

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