Nach 21 Stunden

Warnstreik am Frankfurter Flughafen beendet

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Der Flughafen Frankfurt wurde am Freitag nach einem Streik weitgehend gesperrt.

Frankfurt/Main - Die Sicherheitsleute am Frankfurter Flughafen haben nach 21 Stunden ihren Warnstreik beendet.

Die Nachtschicht nehme ab 23.00 Uhr die Arbeit wieder auf, sagte Verdi-Streikführer Mathias Venema. Der Ausstand hatte um 2.00 Uhr am frühen Freitagmorgen begonnen und im Lauf des Tages Deutschlands größten Airport nahezu lahmgelegt. Am größten deutschen Luftdrehkreuz konnten am Freitag nur wenige Fluggäste ihre Maschinen erreichen, weil das Personal an den Passagierkontrollen fehlte. Bis zum Nachmittag fielen zwar nur rund 60 von 1300 geplanten Flügen aus. In den Terminals drängten sich aber Tausende Fluggäste, bevor am frühen Nachmittag der Zugang für Einsteiger in Frankfurt ganz gesperrt wurde. Nur noch Transitreisende konnten kontrolliert werden, wie die Bundespolizei berichtete. Der um 2.00 Uhr in der Nacht begonnene Warnstreik sollte noch bis 23.00 Uhr dauern.

„Mit einem solchen Verlauf konnten wir nicht rechnen“, erklärte Verdi-Streikführer Mathias Venema. In vergleichbaren Fällen hätten die Fluggesellschaften mehr Flüge gestrichen und auch der Flughafenbetreiber Fraport habe die Situation falsch eingeschätzt. Den Vorwurf wies ein Fraport-Sprecher umgehend zurück: Den Ausfall einer so großen Zahl qualifizierter Mitarbeiter hätte man nicht kompensieren können. „Verdi hat die Zustände billigend in Kauf genommen“, sagte der Fraport-Mann.

Von der Beteiligung her sei der Warnstreik ein voller Erfolg gewesen, weil sich auch zahlreiche nicht-organisierte Kollegen beteiligt hätten, sagte der Streikleiter. „Die Luftsicherheitsassistenten wurden wohl unterschätzt. Das wird so leicht nicht mehr passieren.“

Die Arbeitgeber der Sicherheitsleute kritisierten den Warnstreik am verkehrsreichsten Tag der Woche als „völlig überzogen“. „Das geht über einen normalen Warnstreik deutlich hinaus. Das sind schon flächendeckende Streiks“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW), Harald Olschok. Er forderte die Gewerkschaft auf, den Warnstreik nicht fortzusetzen und bei den nächsten Verhandlungen am 5. März nach Kompromissen zu suchen. Sondierungen am Rande des Warnstreik blieben ohne Ergebnis.

Die Forderung nach einer Erhöhung der niedrigsten Gehaltsstufen von 10 auf 16 Euro sei allerdings „völlig unrealistisch“, sagte Olschok. Verdi habe an dem Flughäfen offenbar einen Ansatzpunkt gefunden, an dem man mit geringem Aufwand höchste Aufmerksamkeit erlangen könne. Es hatte bereits in anderen Tarifgebieten heftige Warnstreiks etwa an den Flughäfen in Düsseldorf und Hamburg gegeben.

Flughafen-Streik: Flugausfälle und Chaos

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„Bei bundesweit 20 Streiktagen der Sicherheitskräfte an den Flughäfen binnen eines Jahres wird der Streik bei Verdi zum 'Normalzustand'“, sagte Olschok. Aktuell geht es um das Tarifgebiet Hessen-Rheinland-Pfalz-Saar, das vom Frankfurter Flughafen dominiert wird. Ein Ausstand am Hunsrück-Flughafen Hahn mit rund 300 Beschäftigten war am Mittwoch ohne nennenswerte Folgen geblieben.

In den Abflughallen des größten deutschen Flughafens spielten sich am Freitagvormittag teils chaotische Szenen ab. An den wenigen geöffneten Kontrollstellen bildeten sich Menschentrauben, so dass die Polizei schließlich den Bereich absperren musste. Dutzende Wartende mussten wegen Kreislaufproblemen behandelt werden, im Terminal wurde ein mobiles Lazarett aufgebaut. Von 183 verfügbaren Kontrollspuren waren zeitweise nur 20 besetzt, wie die Bundespolizei mitteilte.

Die Aufgabe der „Lusis“ genannten Luftsicherheitsassistenten dürfen nur eigens geschulte und von der Bundespolizei überprüfte Beschäftigte vornehmen. Transitgäste müssen ebenfalls durch den unbeliebten Sicherheitscheck, wenn sie aus einem Land außerhalb des Schengen-Raums kommen.

Die Lufthansa schickte ihre Verwaltungsmitarbeiter zur Betreuung der gestrandeten Gäste ins Terminal. Es werde für jeden Passagier nach einer guten Lösung gesucht, erklärte ein Sprecher. Schon am Morgen waren Inlandsfluggäste auf die Deutsche Bahn verwiesen worden. In den für Samstag und Sonntag geplanten Maschinen wurden zusätzliche Plätze freigehalten, um Umbuchungen zu ermöglichen.

Der Lufthansa-Sprecher verurteilte die Verdi-Aktion als „vollkommen inakzeptabel“. Der Streik zeige deutlich, dass die Politik handeln und Rahmenbedingungen schaffen müsse, damit solche Konflikte nicht auf dem Rücken Tausender unbeteiligter Menschen ausgetragen werden. Wenn dieses Beispiel Schule mache, könne Lufthansa den kontinuierlichen Flugbetrieb in Deutschland nicht mehr gewährleisten.

dpa

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