Der EV Fürstenfeldbruck wittert Morgenluft 

Eislaufverein hofft auf Eishalle  

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Auf diesem Gelände, im Hintergrund ist das Hallenbad und die Flutlichtanlage des Freiluftstadions zu sehen, soll eines Tages die neue Eishalle stehen

Fürstenfeldbruck – Der EV Fürstenfeldbruck wittert hinsichtlich des Baus eines Eishallenstadions Morgenluft. Die Zeit sei endlich gekommen und so günstig wie noch nie, meint der Vizepräsident des knapp 600 Mitglieder zählenden Eislaufvereins in der Kreisstadt, Werner Kaltenegger euphorisch. Er und auch Vereinspräsidentin Gabi Pannek verbinden ihren Optimismus in erster Linie mit dem Führungswechsel im Brucker Rathaus nach den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr.

Brucks neuer Oberbürgermeister Klaus Pleil und seine Partei, die Brucker Bürgervereinigung (BBV), haben in der Vergangenheit mehrmals, zuletzt 2010, den Bau einer Eishalle beantragt, der jedoch stets wegen fehlender Mittel abgelehnt wurde. Auch in ihrem Wahlprogramm versprach die Partei, sich für den Bau eines Eisstadions einzusetzen. „Wir vertrauen auf OB Pleil und haben dabei ein gutes Gefühl, dass nach jahrzehntelangem Ringen unser Traum in den nächsten Jahren endlich in Erfüllung geht“, sagt Kaltenegger, dessen Verein nächstes Jahr 60-jähriges Bestehen feiert. Einigkeit herrscht zumindest schon einmal zwischen Verein und Brucker Rathauschef, was den Standort einer neuen Eishalle betrifft. Der EVF favorisiert eine Halle auf dem Gelände zwischen Klosterstraße und der jetzigen Freiluftarena. Der Bolzplatz wird abwechselnd von den Jugendfußballern des SC Fürstenfeldbruck und den Herrenfußballern des türkischen Vereins in der Kreisstadt als Trainingsplatz genutzt. „Es macht nur Sinn, dort eine Eishalle zu errichten, um die vorhandenen Ressourcen zu nutzen“, erklärt Kaltenegger. Dadurch würde man rund 600.000 Euro allein schon einsparen.

 Denn neben einem Energie- und Wärmeverbund, der Eisaufbereitung durch die Stadtwerke wäre auch das Personal vorhanden, um die in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden beiden Eisflächen – Freiluft und Halle - zu bewirtschaften. „Unser Ziel ist natürlich eine Halle“, betont Präsidentin Pannek. Eine Überdachung des Freiluftstadions lehnt der Verein ab. Aber das Freiluftstadion soll nach den Vorstellungen des Vereins weiter betrieben werden, denn man benötige wesentlich mehr Eiszeiten. 

 Neben den beiden Herrenmannschaften sowie einer Oldie-Truppe teilen sich weitere sechs Kinder- und Jugendmannschaften Spiel- und Trainingszeiten. Dazu gesellen sich der Eis- und Rollsportclub Fürstenfeldbruck (ERC-FFB) und der Schulsport mit der Eislaufausbildung. Die EVF-Funktionäre haben sich in den vergangenen Wochen Vergleichsobjekte angeschaut. Nachdem Kaltenegger von den 20 Millionen, die das neue Eisstadion in Kaufbeuren gekostet hat, gehört habe, sei er richtig geschockt gewesen. Aber es gehe auch wesentlich billiger, meint der Vizepräsident des EVF und berichtete von den Objekten, die man sich angeschaut habe. So habe man in Freising die Überdachung des Freiluftstadions besichtigt. 6,8 Millionen Euro habe Überdachung, Einhausung samt der Errichtung von Umkleideräumen mit Duschen sowie der Umsetzung der notwendigen technischen Anlagen für den Betrieb gekostet. Kaltenegger ist überzeugt, dass ein Hallenneubau billiger komme. Wie kostengünstiger gehe, das habe der Bau aus Fertigbauelementen der Eishalle in Halle/Saale bewiesen. Die Eishalle habe nur 4,5 bis fünf Millionen Euro gekostet. Und die in Ilmenau in Thüringen in Ziegelbauweise und mit Betonpfeilern errichtete Eishalle habe nur ungefähr 5,2 Millionen Euro gekostet. 

Man habe die bei den Besuchen gewonnenen Erkenntnisse in einem Schreiben an den OB und an den von der Stadt beauftragten Architekten zur Entwicklung eines Sportstättenkonzeptes geschickt, teilt Kaltenegger mit. Den Wünschen des Vereins, der von einem Stadion mit 1.000 Plätzen, sowie zahlreichen Umkleideräumen nebst Sanitäreinrichtungen und Gastronomie träumt, erteilte OB Pleil allerdings eine klare Absage. Ein Stadion in der Größenordnung käme nicht in Betracht. Man werde die Fakten zusammentragen und anschließend eine Entscheidung fällen. 

Dieter Metzler

 

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