Gegen Rassismus - Als Kind  und Jugendlicher hat Fußball-Weltmeister der deutschen Nationalmannschaft, Boateng, Anfeindungen erlitten

"Schule mit Courage" – Jerome Boateng zeichnet Brucker Realschule aus

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Schüler der Realschule und große Fans des FC Bayern begrüßen Jerome Boateng im Dress des Vereins, für den Boateng spielt

Fürstenfeldbruck – Als Pate eines Projektes gegen Rassismus zeichnete der Fußball-Profi des FC Bayern München am 1. Oktober die Brucker Ferdinand-Miller-Realschule  aus. Der 26-jährige Jerome Boateng, der in Berlin aufgewachsen ist, verlieh der Schule im Brucker Techno-Markt-Stadion, wohin die Veranstaltung wegen des großen Andrangs kurzerhand verlegt worden war, den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Der Fußball-Profi des FC Bayern, Jerome Boateng berichtete über Anfeindungen als Kind und als Jugendspieler. 

 Als Kind habe er rassistische Anfeindungen am eigenen Leib in der Schule und auch als Jugendspieler auf dem Fußballplatz erfahren müssen, berichtete Jerome Boateng, der Fußball-Weltmeister der deutschen Nationalmannschaft, als er am ersten Oktober die Ferdinand-Miller-Realschule in Fürstenfeldbruck besuchte. Als Pate eines Projektes gegen Rassismus zeichnete der Fußball-Profi des FC Bayern München die Brucker Schule aus. Der 26-jährige Boateng, der in Berlin aufgewachsen ist, verlieh der Schule im Brucker Techno-Markt-Stadion, wohin die Veranstaltung wegen des großen Andrangs kurzerhand verlegt worden war, den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. 

Massenansturm von Schülerinnen und Schülern der Ferdinand-Miller-Realschule auf dem Fußballplatz in Bruck, wo WM-Fußballer Jerome Boateng die Realschule als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auszeichnete.

Zunächst musste sich Boateng aber bei seiner Ankunft eine Gasse durch die Schülermassen bahnen, um ins Brucker Stadion zu gelangen, wo er vor zwei Jahren schon einmal mit dem FC Bayern ein Freundschaftsspiel gegen den SC Fürstenfeldbruck bestritten hatte. Im Stadion wurde der Bayern-Star von 1.500 Schülerinnen und Schülern der Realschule begeistert empfangen. Auch das Medieninteresse war überregional. Mehrere Fernsehanstalten waren vor Ort und viele überregionale Pressevertreter. Die Aktion „Schule ohne Rassismus“ gibt es bundesweit. Die Schüler müssen sich selbst um den Titel bewerben. Die Paten sind allerdings selten so prominent wie der Fußballweltmeister aus München. „Jetzt sind wir keine 0815-Schule mehr“, sind die Schülerinnen und Schüler der Realschule mächtig stolz über die Auszeichnung. Schulleiter Peter Frohberg freute sich über die Verleihung des Ehrentitels. „Wir freuen uns, dass wir mit unseren Kindern auf dem richtigen Weg sind“, sagte Frohberg und berichtete von den vielen Schüler-Austauschprojekten seiner Schule. Die Auszeichnung sei zugleich Verpflichtung sich noch stärker zu engagieren.

 „Ihr befindet euch auf einem großartigen Weg“, lobte auch Altbürgermeister und Schirmherr der Schule, Sepp Kellerer, der die Auszeichnung als einen großen Tag für die Schule bezeichnete. Christine Lüders, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Berlin, lobte die Schule wegen ihrer vielen Aktionen gegen Rassismus und kündigte an, dass man auch weitere Aktionen der Schule unterstützen werde. „Der Weg aus Berlin hat sich gelohnt“, meinte Lüders. „Wir kämpfen zusammen gegen den Rassismus und ihr seid das tragende Element“, sagte sie zu den vielen Schülerinnen und Schülern.

(v. li.): Michael Schneider-König (Landeszentrale Bayern), Jerome Boateng, ein Schüler der Ferdinand-Miller-Realschule, Christine Lüders (Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Berlin) und der Schulleiter der Realschule, Peter Frohberg

Als „Belohnung“ für das großartige Engagement und die Begeisterung, von der sie sich selbst habe überzeugen können, lud sie eine Schulklasse spontan nach Berlin ein. Noch am Vorabend seines Besuchs in Bruck war Boateng mit dem FC Bayern in der Champions-League in Moskau. Dort musste der FC Bayern sein Spiel gegen ZSKA Moskau unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor leeren Rängen bestreiten, weil es beim letzten Spiel des Moskauer Vereins zu rassistischen Ausschreitungen durch Zuschauer gekommen war. „Das tut richtig weh und ist ein komisches Gefühl, deswegen in einem leeren Stadion zu spielen“, meinte Boateng, der diesmal nur auf der Auswechselbank Platz nehmen durfte. Zum Abschluss der Veranstaltung im Klosterstadion überreichten die Schülerinnen und Schüler der Realschule ihrem Paten Boateng einen Scheck in Höhe von 950 Euro für das UNESCO-Projekt „Living a Dream“, für das Boateng ebenfalls Botschafter ist. Das Projekt unterstützt Kinder in Brasilien während ihrer Ausbildung. Bei dem einen Besuch soll es nicht bleiben, versprach Boateng zum Abschied. Die Übernahme der Patenschaft sei kein bloßes Lippenbekenntnis, sondern er werde die Schule regelmäßig besuchen und mit den Schülern diskutieren. Er will sehen, wie das Projekt weitergeht und möchte sich dabei einbringen. Weil ihm die Autogrammkarten nicht ausreichten, werde er schon bald wieder in der Schule vorbeischauen. 

Dieter Metzler

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